Friedensfest Dortmund

Dortmund feiert gegen Rechtsextremismus. Beim Friedensfest 2009 soll gezeigt werden, dass in der größten Stadt des Ruhrgebiets niemand Verständnis für rechte Gewalt und rechtes Gedankengut hat. Der gewaltsame Übergriff von Rechtsextremen auf die friedlichen Teilnehmer der Mai-Demonstration in diesem Jahr hat das Fass zum überlaufen gebracht. Zusammen mit dem Band Aid Initiator Bob Geldof und weiteren zahlreichen nationalen wie regionalen Stars wird am 5. September 2009, ab 18 Uhr der Friedensplatz in Dortmund zu einer großen Party, die als offenes Bekenntnis gegen Rechts verstanden werden soll.


Archiv: 28.08.2009 [ruhr-guide] Anlässlich der geplanten Demonstration von Bob GeldofNeonazis am 5. September in Dortmund, die zwar polizeilich verboten wurde, aber noch nicht alle gerichtlichen Instanzen durchlaufen hat, werden die Bürger der Ruhrgebietsstadt eingeladen auf dem Friedensplatz ihre Meinung zu dieser und anderen Machenschaften der rechten Szene kund zu tun. Mit Gewalt und Ausgrenzung möchte hier niemand etwas zu tun haben, deshalb ist ein rauschendes Fest geplant.

Der Neonazi-Übergriff am 1. Mai 2009

Vor knapp 4 Monaten eskalierte in der Dortmunder Innenstadt die friedliche Demonstration zum 1. Mai. Um die 300 Neonazis stürmten vom Hauptbahnhof in die City und attackierten die Teilnehmer der DGB Kundgebung zum Tag der Arbeit. Vorher hatten sie sich am Hauptbahnhof versammelt um mit dem Zug weiter nach Siegen zu fahren, wo eine legale Demonstration der Rechten angekündigt war. Weil die Dortmunder Polizei zu großen Teilen mit der Sicherung der DGB Demonstration beschäftigt war, konnten die Neonazis fast ungehindert vordringen. Lediglich einige wenige Polizisten in Hemdsärmeln, nur mit einem Schlagstock bewaffnet, versuchten den braunen Mob zu stoppen und wurden dabei zahlreich verletzt. Die Teilnehmer der DGB Kundgebung wurden mit Pfeffergas, Steinen und Knallkörpern angegriffen wobei es Verletzte gab. Durch die Unterstützung von Hundertschaften benachbarter Städte konnten 280 Personen eingekesselt und in Gewahrsam genommen werden. Dieses bisher bundesweit einmalige Ereignis hat "eine neue Qualität der Gewalt" erreicht, wie es einer der beteiligten Polizisten nannte.

Dortmund, eine multikulturelle Stadt

In Dortmund leben, wie in den meisten deutschen German TenorsStädten, viele Menschen mit den verschiedensten kulturellen Hintergründen. Diese Tatsache bereichert das Zusammenleben ungemein und sollte eine Offenheit gegenüber Anderem mit sich bringen. Leider sehen das zu viele Menschen anders und besonders die rechtsextreme Szene kämpft gegen ein kulturell offenes Stadtbild. Die Stadt Dortmund ist froh um seine Bürger, egal welcher Herkunft und möchte dies nun offen zeigen. Laut Hartmut Anders-Hoepgen, Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie sowie Mitinitiator des Friedensfestes, hat die Stadt Dortmund schon immer viel gegen Fremdenfeindlichkeit getan und will nun über die Stadt hinaus eine Stellung gegenüber rechtem Gedankengut beziehen. "Wir wünschen uns einen Friedensplatz voller friedlicher Menschen", so Anders-Hoepgen.

Verantwortlich für die Veranstaltung ist Oliver Berten, Leiter der Dortmund-Agentur, die mit viel Herzblut den Event geplant und organisiert hat. Oliver Berten: "Als Konzern Stadt Dortmund sind wir mit fast 20.000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber der Stadt. Als Kommune und öffentliche Betriebe ist es uns ein Anliegen, klares Profil für Demokratie und Freiheit zu zeigen. Ich denke, ich spreche für alle Kolleginnen und Kollegen, wenn ich sage, dass Nazis keinen Fuß mehr in die Tür bekommen sollen."

Das Friedensfest

Der Headliner des Friedensfestes wird Bob Geldof sein. Als Initiator des Band-Aid Festivals in den 80er Jahren veranstaltete er das bis dahin größte Rockkonzert der Welt, dessen Einnahmen zur Bekämpfung der Hungersnot in Afrika gestiftet wurden. Selbst Rockmusiker und ehemaliges Mitglied der Boomtown Rats ist Geldof noch immer erfolgreich auf Tour. Weiterhin tritt die Coverband Creemcheeze mit Hits aus den 70ern bis 90ern. Für klassische Unterhaltung sorgen die drei German Tenors. Johannes Groß, Christian Polus und Luis del Rio bilden das erfolgreichste Tenor-Trio Europas und präsentieren beschwingte Klassik und anspruchsvolle Schlager. Und auch Too Strong, die in diesem Jahr ihr 20. Jubiläum feiern, werden dem Publikum mit ihren Rap Sounds einheizen.

Was wäre Dortmund ohne seinen BVB. Da der Lieblingsfußballverein mit seiner Unterstützung nicht fehlen darf, gibt es ein Live Interview mit einem Spieler des BVB auf der Bühne. Auch undenkbar wäre das fehlen der beiden Ruhrgebiets-Köppe Martin "Der Steiger" Kaysh und Hans Martin Eickmann die als Ensemblemitglieder beim Geierabend Berühmtheit erlangten.

Das Friedensfest findet Too Strongumsonst und draußen statt. Eingeladen sind alle Bürger und Bürgerinnen Dortmunds, die für ein aufgeschlossene Miteinander einstehen aber auch alle Gäste und Freunde der Stadt. Für das leibliche Wohl ist ausreichend gesorgt und wer lieber mit dem Fahrrad anreisen möchte findet beim Friedensfest einen Service, der sich um die Sicherheit des Radels kümmert.

Für ein Nazifreies Dortmund – Ob eine Demonstration der Rechten statt finden wird oder nicht, das Friedensfest wird ein klares Zeichen setzen.

Friedensfest - Für Dortmund. Gegen Nazis


am 5. September 2009 ab 18:00 Uhr
Friedensplatz, U-Bhf Stadtgarten, Innenstadt Dortmund


(de)

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