Rock am Ring 2012

Tausende von Ringrockern pilgern jedes Jahr erneut zum Nürburgring, dem Ort an dem sich jährlich die weltweite Rock-Elite sammelt. Deutschlands größtes Rockfestival fährt seit jeher klangvolle Namen wie Iron Maiden, U2, Linkin Park oder Marilyn Manson auf und bricht immer neue Besucherrekorde. 2007 war das erste Jahr, in dem bereits im Vorfeld alle Karten ausverkauft waren und wer nicht früh genug zugreift, für den wird es eng, muss draussen bleiben. Das ist nicht verwunderlich, denn wer einmal Zeuge jener einmaligen Atmosphäre wurde, wird sehr wahrscheinlich im nächsten Jahr wiederkommen. Für 2012 sind Die Toten Hosen, Linkin Park und die Rock-Legende schlechthin Metallica bestätigt!


Archiv: 31.05.2012 [ruhr-guide] Es sollte ein einmaliges Event werden,Rock am Ring alte Bühne Foto: Sarah Bauer damals 1985. Doch im Jahr 2010 feierte Rock am Ring das 25-jährige Jubiläum. Mit Torte und Feuerwerk auf der Center-Stage. Nachdem am Pfingstwochenende 1985 überraschend 75 000 Menschen den Weg zum Nürburgring fanden, um Top-Acts wie U2, Foreigner und Joe Cocker zu sehen, war sofort klar, dass Rock am Ring kein Festival für Minimalisten sein würde. Veranstalter Marek Lieberberg zog daraus die logische Konsequenz, das Festival jährlich stattfinden zu lassen und etablierte es neben dem jüngeren Wacken Open Air als zweiten großen Pilgerort für die Rocker der Nation und außerhalb davon. Auf den Zeltplätzen, um die der wahre Ringrocker nicht herumkommt, hört man englische Gespräche ebenso wie aufgeregte Spanier und begeisterte Tschechen. Das Festival ist Kult. Wer am Ende der gewöhnlich dreitägigen Konzert-Session sein Festival-Armband abschneidet, wird schief angeguckt. Wer leicht zimperlich nach einer warmen Dusche und einem Fön fragt ebenso. Für den einen bleiben die zum Teil schon äußerst kreativen Lebensumstände auf dem Campinggelände ewig ein Rätsel, für den anderen gehört gerade das zum Festival-Feeling dazu.

Rock am Ring Tickets bei www.eventim.de

Das war Rock am Ring 2011

Im Vorfeld bemängelt, erwies sich Rock am Ring 2011 Foto: Sarah Bauerdie Idee, in diesem Jahr auf Rock am Ring mehr ruhigere Töne zu Wort kommen zu lassen am Ende als Erfolg. Mit den Kings of Leon und Coldplay waren gleich zwei Headliner von der eher gemäßigten Fraktion angesagt. Auch die Synthie-Popper von Hurts oder die eher elektrischen Töne von Deadmau5 wollten nicht ganz ins traditionelle Bild passen. Doch gerade dies schien bei der breiten Masse gut anzukommen. Chris Martin ließ sich im Angesicht eines Wolkenbruchs beim Schein von Blitz und Donner gar dazu hinreißen, ganz allein und nur mit einer Akustikgitarre bewaffnet "Singing in the Rain" für das mehr oder weniger regenfeste Publikum anzustimmen. Gänsehautstimmung war garantiert! Für weniger regenfeste Teilnehmer führte der Weg im Anschluss an das Konzert in den Sanitätercontainer, wo freundliche Mitarbeiter des Roten Kreuzes die völlig durchnässten Ringrocker mit Keksen und Tee versorgte. Die Angst um ein geflutetes Zelt blieb und manch einer verbrachte die Nacht im Auto.

Folk, Metalcore und Britrock

Doch so abwechslungsreich wie System Of A Down 2011 Foto: Sarah Bauerdas Wetter auf Rock am Ring, das zwischen unnatürlicher Hitze und Gewitterschauer schwankte, war auch das weitere Programm. Während auf der Clubstage die Metalcore-Band August Burns Red mehr als laut wurde, kamen Mando Diao unplugged mit Streichern und Klavier auf die Bühne. Als Coldplay mit einer bunten Lasershow beeindruckten, gab es auf der Alternastage bei Disturbed, Korn und In Flames Grund zum Headbangen. In Flames spielten bereits einige Songs aus ihrem dort noch unveröffentlichten neuen Album vorab und lieferten gleichzeitig Klassiker wie "Only for the Weak". Den Abschluss bildete am Sonntag ein Stimmungsfeuerwerk auf der Centerstage. Mit Countrytönen, Metal und der eingängigen Stimme von Michael Schøn Poulsen legten Volbeat gut vor. Was dann die Beatsteaks aus Berlin ablieferten, war Publikumsnähe pur. Arnim Teutoburg-Weiß schnitt Grimassen, holte eine junge Dame zum Tanzen auf die Bühne und animierte die zu Tausenden anwesenden Ringrocker sich hinzusetzen und auf sein Zeichen hin gemeinsam aufzuspringen. Am Ende gab es sogar einen Heiratsantrag der Beatsteaks an Rock am Ring. Beinahe gleichzeitig riss dabei der graue Himmel auf und präsentierte einen farbintensiven Sonnenuntergang. Spätestens in diesem Moment war klar, dass der Abend unter die Haut gehen würde.

Die Toten Hosen 2012 am Ring

Beinahe dunkel war es, als der letzte Headliner System of a Down hinter einem mystischen großflächigen Transparent mit Projektion erschien. Die schräge Band, die Heavy Metal mit Psychedelic Rock und Folklore verbindet, kam gewohnt düster und laut daher. Mit Hits wie „Chop Suey!“ oder dem melancholischen „Lonely Day“ gab es kein Halten mehr. SoaD waren ein gelungener Abschluss für ein gelungenes Rock am Ring. Und einen Vorgeschmack auf 2012 gibt es auch schon. Noch während des Festivals ließen sich Die Toten Hosen als einer von drei Headlinern im nächsten Jahr bestätigen!

Breites Angebot des alternativen Rocks

Nach einer Nacht im Zelt bei den oft arktischen Temperaturen der Eifel, herrscht am nächsten Morgen meist – auch ohne die dazu nötige Menge Bier – Katerstimmung. Doch bei über 85 Bands auf 3 Bühnen kommt schnell Kiss 2010 Foto: Sarah BauerBewegung in die müden kalten Knochen. Denn schließlich will man vor allem bei den steigenden Eintrittspreisen, die den ein oder anderen Besucher mehr und mehr verärgern, möglichst viele Bands mitnehmen. Einigen gelingt dies aufgrund des großen Bier- und Spirituosenkonsums eher weniger, doch wer auf der alternativen Rock-Schiene fährt, die auf Rock am Ring sowohl die härtere als auch die sanftere Gangart anschlägt, wird sich in der Eifel mehr als wohl fühlen. Während am Nachmittag meist die Insider auftreten, mehren sich zum Abend hin auf der Center- und Alternastage die Top-Acts, was nicht immer gut in den persönlichen Festival-Plan passt. Doch die Shows der Bands sind selbst aus den hintersten Reihen meist äußerst sehenswert. Als Kiss 2010 am extra für das Jubiläum von Rock am Ring anberaumten vierten Festival-Tag als einziger Haupt-Act des Abends auftraten, fanden sich beinahe alle Besucher zugleich vor der Centerstage ein. Ein imposantes Bild, wenn man über das dunkle Feld blickte und in einer Gesangspause knapp 80 000 Stimmen im Schein der Pyrotechnik "I was made for loving you" schreien hörte.

Survival auf Rock am Ring

Seit des im Jahr 2009 eingeführten Wellenbrecher-Systems Zeltplatz Rock am Ring Foto: Sarah Bauerist die Centerstage in 3 Bereiche unterteilt und regelt die Zuschauerströme mit Ampeln. Ebenfalls geregelt sein sollte die Packliste. Denn für gewöhnlich reisen die ersten Festivalbesucher bereits Tage vor dem Beginn des ersten Konzerts an, um einen Platz auf den beliebten Campingplätzen A und B zu ergattern. Und so ist es nötig, so einige Survival-Tricks zu kennen. Wer nicht Unsummen für eine Schale Pommes auf dem Festivalgelände ausgeben will, sollte Grillkohle und Gaskocher auf keinen Fall vergessen. Auch Dosenöffner, Tape und Zahnpasta sind gern vergessene Dinge, die immer gebraucht werden aber auch bereitwillig verliehen werden. Denn es ist ganz klar, dass jeder Ringrocker dem anderen so gut hilft, wie es geht. Egal ob dem Nachbarn das Zelt eingestürzt ist oder jemand eine Kartusche benötigt – die Atmosphäre auf Rock am Ring ist, wie auf vielen großen Rockfestivals, friedlich, familiär und freundschaftlich.

Auch für 2012 wird ein breites Programm erwartet, dass wieder viele Freunde der Rockmusik anlocken und den Nürburgring in eine Zeltstadt verwandeln wird. Doch wer dabei sein will, sollte sich beeilen, denn der Ansturm auf die Tickets ist sicher wieder groß, zumal der Vorverkauf bereits gestartet wurde. Rock am Ring ist und bleibt eines der Events schlechthin, wenn es darum geht, das Who is who des Rock-Genres atmosphärisch und in einer schrägen, ständig wachsenden Gemeinschaft zu feiern.

ROCK AM RING 2012

01. - 03. Juni 2012
Otto-Flimm-Straße, 53520 Nürburg
www.rock-am-ring.com


(sarah bauer)

Bildquelle: Sarah Bauer

Empfehlungen