Rock im Pott 2013
Der Pott rockt wieder! Mit hochkarätigen Krachern kündigt sich die Neuauflage des Events an. Das Line-Up für 2013 steht. Headliner am 18. August in der Veltins Arena werden die zwischenzeitlich totgeglaubten System of a Down; gefolgt von Volbeat und Tenacious D. Für die Rapper kommt Casper ins Revier. Alternative-Rock gibt es von Biffy Clyro. Komplettiert wird das Programm durch ein paar alte Hasen im Rockgeschäft: Die Deftones.
[ruhr-guide] Es wird eine Band mehr
sein, als im vergangenen Jahr. Rund neun Stunden Musik erwarten die Besucher dann mitten im August bei Rock im Pott. Es ist erst die zweite Auflage des eintägigen Spektakels im Gelsenkirchener Fußballtempel. Doch Marek Lieberberg fährt wie schon 2012 ein großes Programm mit bekannten Namen auf, um zu beweisen, dass sich nicht nur in der Eifel gut abrocken lässt. Neben der Premiere des neuen „Rock'n'Heim“-Festivals am Hockenheimring in diesem Jahr, wurde gleichzeitig öffentlich, wer zu Rock im Pott lockt. Keine geringere Band als System of a Down wird das wieder bunt gemixte Programm headlinen. Armenischer Folk trifft auf aufgekratzte Gitarrensounds und Serj Tankians sonore Stimme. Es darf auf „Lonely Day“ und „Chop Suey!“ gehofft werden. Genrebruch bei Rock im Pott
Die Dänen von Volbeat besuchten in den vergangenen Jahren oft die deutschen Festivalbühnen. Kein Wunder also, dass sie nun auch bei Rock im Pott auftreten. Den Gegenpol zum Rock bildet, ähnlich wie 2012 Jan Delay, der deutsche Rapper Casper. Ein gewollter Genrebruch, der vor allem beim jüngeren Publikum für Begeisterung sorgen könnte. Mit seinem Album „XOXO“ feierte Casper in den letzten beiden Jahren große Erfolge.
Black und Schottenrock
Aus den Achtzigerjahren stammen die Deftones. Immer noch ohne den seit 2008 im Koma liegenden Bassisten Chi, spielen die Mitbegründer des Nu Metals bei Rock im Pott auf. Einen guten Schwung Alternative-Rock à la Foo Fighters gibt es von Biffy Clyro. Erst im Januar kam ihr neues Doppelalbum „Opposites“ heraus. Damit die ganze Angelegenheit jedoch nicht zu ernst wird, hat der Veranstalter noch Tenacious D mit ins Boot geholt. Jack Black wird im Stadium of Rock wieder für skurrile Momente sorgen und die Lacher auf seiner Seite haben.
Starke Premiere im Pott
Ein Festival im Stadion, das zudem nur an einem Tag stattfindet. Ein Line-Up von Funk über düsteren Alternative Rock bis hin zu Country. Kann das gut gehen? Das Ruhrgebiet sagte ganz eindeutig ja. Rund 40 000 Menschen fanden sich zur ersten Auflage des Rock im Pott-Festivals in der Veltins Arena in Gelsenkirchen ein.
Erst zögerlich, was für die erste Band, Kraftklub, kein leichtes Auswärtsspiel zu werden schien. Doch die Jungs im weißen Polohemd mit den dünnen roten Hosenträgern feierten sich, Karl-Marx-Stadt und hatten Songs für Liam dabei, was auch den letzten 1live-Hörer zum Mitsingen bewegte. Für Kraftklub war der Auftritt bei Rock im Pott nach eigener Aussage mit dem Gewinn eines regionalen Wettbewerbs vergleichbar.
Ein wenig länger ist die siebenköpfige Cowboyband The BossHoss schon im Geschäft und weiß auch an diesem Nachmittag, wie man das Klischee
von wilden Westen mit passenden Stiefeln, Hüten und unzähligen Ringen an den Fingern perfektioniert. Noch ist die Halle von hellem Sonnenlicht geflutet und manche Zuschauer genießen dies noch mit einer Wurst in der Hand auf den Treppen vor dem Stadion. Auch wenn das Dach der Arena geschlossen wurde, verhält sich das Publikum wie auf jedem Open Air Festival: Die große Mehrheit wartet auf die Headliner.
Doch vorher gibt es bei Rock im Pott noch eine Portion Stilbruch mit Jan Delay. Auch wenn dieser mit Rock so gar nichts an seinem weißen Hut hat, springt sein pinkes Hemd jedem Tanzmuffel beinahe penetrant ins Gesicht. Türlich türlich ließ sich die sich immer mehr füllende Halle von dem Musiker und seiner schrillen Disko anstecken, zumal es Jan Delay gut verstand, mit Coverversionen von Deichkind, Duck Sauce oder Fedde Le Grand ein Funk-Feuer in den Reihen zu entzünden. Selbst ein bekennender Rock-Fan musste anerkennen, dass der Hamburger es gut verstand, die Menschen auf Schalke mitzureißen.
Standing in line to see the show tonight.
Nicht die der eher mittelmäßigen Briten namens Placebo, sondern den Auftritt der Red Hot Chili Peppers. Direkt zu Anfang gibt es den Kracher „Dani California“, Bassist Flea fegt unbezähmbar über die Bühne und läuft gegen Ende des etwa 100-minütigen Konzerts auf Händen. Die inzwischen dunkle Halle ist von rotem Licht durchflutet, tausende Hände recken sich in die typische Stadionatmosphäre, deren Akustik sich auch bei Rock im Pott wieder bewährt hat.
Das Publikum singt, Songs wie „By the Way“ werden begeistert mitgetragen. Mit Stimme. Mit Tanz. Mit allem, was geht. Der Abend endet gegen 23:30 Uhr mit dem aufgekratzten „Give it Away.“ An einem Rock am Ring und dessen Open Air Feeling sollte man Rock im Pott nicht messen, auch wenn es ähnlich klingt. Dafür hat es eigene Maßstäbe gesetzt. Eine starke Premiere, die eine Zugabe im nächsten Jahr zu erfordern scheint, welche vom Dirk Becker Entertainment auch bereits als gesichert gilt.
Gelsenkirchen als Festivalhochburg
Gelsenkirchen scheint mit Rock im Pott sowie dem bestehenden Blackfield Festival und RockHard Festival zu einer musikalischen Hochburg für Anhänger der härteren Töne im Revier zu werden. Während Blackfield jedoch eher mit Gothic, Industrial und Mittelalter aufwartet und sich das RockHard Festival auf Metal beschränkt, deckt Rock im Pott das Spektrum zwischen modernem, alternativem Rock und Genrebrüchen inklusive Rap und Funk ab.
Rock im Pott
18.08.2013Veltins Arena Gelsenkirchen
Einlass: 12 Uhr / Beginn: 14 Uhr
(sarah bauer)
Bildquelle:
Marek Lieberberg Konzertagentur GmbH (Foto 1)
Sarah Bauer

