The Creepshow – Live in Düsseldorf

Volles Haus im "Stone" im legendären Ratinger Hof. Die kanadische Psychobilly-Band "The Creepshow", die in ihrer Heimat und den USA bereits großes Ansehen genießt, machte während ihrer Tour durch Europa auch in Düsseldorf Station. Im Gepäck hatte sie ihr neues Album "They All Fall Down", mit dem sie die Stimmung im bekannten Kult-Club ordentlich anheizte. Ihre mitreißenden und tanzbaren Songs ließen kaum einen der etwa 100 Zuschauer stillstehen.

Archiv: 06.12.2010 [ruhr-guide] Das Stone, früher unter dem The Creepshow Düsseldorf Foto: B & M Concerts GmbHNamen "Rolling Stone" in Voerde bekannt, ist seit 2003 in Düsseldorf im Ratinger Hof beheimatet. Dieser wiederum war jahrelang die erste Adresse, wenn es um Punkrock und Szene ging. Neben Disco-Abenden, an denen schon einmal der ganz spezielle Rückblick auf die jahrzehntelange Geschichte des Rocks gegeben wird, finden im "Stone" auch regelmäßig Konzerte statt. Bands wie "Napalm Death" oder "Dritte Wahl" geben sich hier im romantischen Rock 'n' Roll-Flair die Ehre und nun waren auch die Psychobilly-Rocker "The Creepshow" zu Gast. Dabei klingt ihr Sound ähnlich wie der von "Demented are Go" und "Nekromantix". Den Beginn im mit Menschen gut gefüllten Stone machte die Vorgruppe "Buster Shuffle" aus London. Mit einem energiegeladenen Jethro Baker, der als Frontmann deftigen Rock 'n' Roll in die Tasten seines Klaviers schlug, präsentierte die Rockabilly-Gruppe ihr Debutalbum "Our Night Out". Doch war das Publikum, das bunt gemischt aus älterer und jüngerer Generation bestand, bereits in Tanz- und Klatsch-Stimmung, steigerte sich dies noch einmal, als "The Creepshow" die Bühne betraten. Die in ihrer Heimat und den Vereinigten Staaten schon sehr bekannte Band schlägt sich momentan durch die europäischen Clubs und baut ihr Equipment noch ganz im Stil einer in den Karriereanfängen steckenden Formation selbst auf. Doch gerade diese Nähe zum Publikum lässt den Funken sofort bei den ersten Songs überspringen.


Publikumsnähe und echter Rock'n'Roll

Während die hübsche blonde Frontfrau Sarah Sin Blackwood mitreißende Lieder wie "Demon Lover" oder das aktuelle "They All Fall Down" anstimmt, bildet sich in den ersten Reihen bereits eine kleine Pogo-Fraktion. Auch textlich ist ein Großteil des Publikums überraschend sicher. Während Sean „Sickboy“ McNab seinen markanten weißen Kontrabass bearbeitet und sich Kristian Rowles am Keyboard auslässt, bahnt sich Blackwood einen Weg durch das Publikum. Auch Schlagzeuger Matt „Pomade“ Gee zeigte mit einem furiosen Drumsolo Einsatz und die typische Leidenschaft von Rockmusikern, die noch völlig hinter dem stehen, was sie produzieren und bei jedem Auftritt im noch so kleinen Pub alles geben.

Selbst ist die Band

Die Begeisterung im Stones war am Ende des Auftritts so groß, dass die Zuschauer vehement Zugaben forderten. Davon wurden dann auch noch zwei geliefert. Ein Nachschlag bestand aus dem balladigen "Sleep Tight" und tauchte den Club, der ohnehin den gesamten Abend in mal rötlichem und mal bläulichem Licht lag, in eine gleichzeitig nostalgische und romantische Atmosphäre. Ein bisschen Gänsehaut für die tanzwütige Menge. Schlussendlich war die Band nach dem Konzert sogar bereit, hautnah von der Bühne aus Autogramme auf Tickets und Vinyl zu geben und sogar ihre T-Shirts und Aufnäher verkaufte sie an einem Stand selbst. Mit so viel Einsatz und Authentizität dürften "The Creepshow" jeden infiziert haben, der noch zu den Wurzeln des Rocks steht und dem auch ein kleines bisschen Horrorshow im Zeichen des Psychobilly gefällt.

(sarah bauer)

Bildquelle: B & M Concerts GmbH

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