Never Never Neverland im Schloss Beck

Wie abgefahren war das denn bitte?! Ein Electro- und DJ-Event im Spiel- und Spaßparadies Schloss Beck! Eine Location, die eher bekannt ist durch zahlreiche Kindererzählungen, große Dinosaurier am Eingang, dem Mini-Riesenrad und die beliebte Marienkäferachterbahn. Doch an Halloween wurde alles anders: das Schloss Beck feierte in Kooperation mit dem Hotel Shanghai Essen ihre erste große Halloween-Party und luden nicht nur Peter Pan ins "Never Never Neverland" Bottrop ein.


Archiv: 18.02.2011 [ruhr-guide] Es war eine Abenteuerwelt für die ganz Großen!
Das "Never Never Neverland"-Festival war ein PilotprojektLine-Up 2010 des Clubbesitzers und Peter Pan-Sympathisanten Kay Löber alias Kay Shanghai und den Betreibern des Kinderparadieses Schloss Beck. Am Sonntag, dem 31.10.2010, war es dann soweit: Die DJ's kamen, die zahlreichen Besucher füllten den Park und die Kinderattraktionen nahmen für ihre großen Spielgefährten den Betrieb auf.
Anders und mit einem Hauch Nostalgie erschien das Schloss Beck in einem völlig unbekannten Licht – und das im wahrsten Sinne.

Man war zunächst erstaunt, dass das Schloss Beck, welches den meisten wohl nur aus eigenen Kindertagen bekannt ist, etwas derartiges InnovativesDJ Kai von Glasow veranstaltet und sich damit im Endeffekt tatsächlich nicht verspekuliert hat. Ein DJ-Event im Schloss Beck? Open-Air - und das auch noch im Oktober? Doch etwa 1000 Leuten bewiesen das Gegenteil! Karten gab es nur im Vorverkauf, was jedoch kaum jemandem ein Hindernis war, das märchenhafte Gelände aufzusuchen. Andersherum: Man freute sich auf diesen Tag! Und so kamen sie alle: Jimmy Edgar aus den Vereinigten Staaten, der belgische DJ Aeroplane, Justus Köhncke, Ruhrpottler DJ Larse, Hotel Shanghai-Residents wie Langenberg, D.E.R. oder KaiJimmy Edgar von Glasow, The Juan McLean, das Deichkind DJ-Set und viele, viele mehr. Sie alle kamen, sahen und siegten. Auf zwei Bühnen, eine Funstage in der Nähe des "Wasserschusses" und eine Mainstage direkt hinter dem eigentlichen "Schloss Beck", sorgten sie für die gute laute Musik. Allen voran wohl Jimmy Edgar und Deichkind, die das Publikum in den späten Abendstunden noch ordentlich zum tanzen und mitjubeln brachten. Sogar der Gruselkeller unter dem Schloss Beck wurde ordentlich beschallt und effektvoll mit Lichtelementen in Szene gesetzt.

Doch zunächst zurück zum Tagesgeschehen. Ungewöhnlich früh ging es los. Um 12 Uhr war offiziell Einlass im Schloss Beck, abseits des Mini-Riesenrad im Schloss BeckMovie Parks, der ja bekanntlich jährlich an diesem Tag wegen Überfüllung geschlossen werden muss. Einmal durch den Movie Park-Stau gekämpft, freute man sich die Straße zum Schloss Beck ganz für sich zu haben und irgendwie auszubrechen aus dem Strom der Massen. Weit über die Schlossgrenzen hinaus schallte die Musik in den Ohren. Freude mischte sich mit Neugier: was hat man nun zu erwarten? Kaum hatte man das Märchengelände betreten, begegneten auch einem direkt ähnliche Gestalten,Man lässt das Bier auch mal stehen ... wenn auch nicht so viele, wie im Movie Park nebenan: Gespenster, Vampire, Zombies, verrückte Krankenschwestern, sogar Weihnachtsmänner oder einfach nur gruselig geschminkte Leute. Doch man spürte auch wie locker und gelöst die Stimmung war, obgleich der Alkohol wohl ebenfalls seinen Beitrag dazu beigetragen hat, und fühlte sich irgendwie wohl. Nostalgische Gefühle von Kindertagen kamen auf und veranlassten wohl auch den letzten Besucher sich wagemutig auf die Marienkäferachterbahn, den Mini-Freefall Tower oder die Drachenbahn zu begeben. Fremde trafen aufeinander und unterhielten sich wie alte Bekannte. Große Jungs durften ohne schräge Blicke anderer in die Kindheit zurückspringen. Egal, ob man die mittlerweile viel zu langen Arme ausstreckte oder stehend die Teppichrutsche herunterschlitterte – es war ein Spieleparadies für die Großen!

Auf die Sicherheit wurde natürlich ebenfalls besonders geachtet. So gab es ein Großaufgebot an Rettungshelfern, Polizisten und Security.Publikum vor der Mainstage Die Sanitäter im Park und die grünen Freunde vor Ort sowie die Security-Garde am Eingangstor sorgten und versorgten die Gäste des "Neverland"-Festivals. All zu viel zu tun hatten aber weder Polizei noch Sanitäter. Fast nur repräsentativ harrten sie der Dinge und vertrieben sich die Zeit. Ein angenehm friedliches Musik-Geschehen.

Die verschiedenen DJ-Sets untermalten bis um etwa 18 Uhr das bunte Treiben, um dann die Menschenmenge auf das hintere Schlossgelände zu leiten, wo die Hauptacts des Abends Aeroplane, Jimmy Edgar und das Deichkind DJ-Set ihre Schallplatten rauskramten. Spätestens zum Abend hin tauchten die Bühnenscheinwerfer DJ Aeroplanedie Beck'sche Umgebung in eine poppig bunte Welt mit viel guter Musik. Der smarte Amerikaner Jimmy Edgar überzeugte einfach jeden durch sein Live-DJ-Set, das zudem noch unterstützend von den Hotel Shanghai-eigenen Travestiekünstlern begleitet wurde. Eine ganze Stunde lang standen die Massen vor der Bühne, um schlicht zuzuhören, zu genießen oder vollkommen aufzudrehen. Jimmy Edgar räumte seinen neugewonnenen Fans später noch einen kleinen Bonus ein, indem er zur indirekten "Aftershow"-Party ins Hotel Shanghai nach Essen kam. Ebenso wie der Belgier Aeroplane, der auch dort noch einmal die Platten routieren ließ. Auch das Deichkind DJ-Set zog Maskenträger sowie Electroliebhaber in ihren Bann.Deichkind DJ-Set Allein schon die interessanten dreieckigen, leuchtenden Kopfbedeckungen sorgten für Aufsehen. Die Atmosphäre vor der Bühne war beachtlich faszinierend. Doch schon um 22 Uhr war Schluss mit lustig und so nahm man wieder den Kampf gegen die Automassen des Movie Parks und des erwachsenen Alltags auf.

Das Fazit ist recht simpel: Bitte, wiederholen! Obwohl die Stimmen unterschiedlich waren, kamen doch alle zu diesem Schluss.Der Mini-Freefall Tower Einige beglückwünschen jene Idee und Umsetzung eines solchen Festivals, anderen waren von persönlich favorisierten DJ's etwas enttäuscht. Jedoch sagten alle: "Ja, wir hatten eine Menge Spaß!" - Und im Grunde ist genau das das wichtige. Nicht wen man sieht oder was man hört, sondern wie man sich dabei fühlt. Vielleicht hat Kay Shanghai mit dieser ersten großen Veranstaltung im Schloss Beck neue Maßstäbe gesetzt. Zu hoffen wäre es.

(anna-lisa konrad)
Fotos: Anna-Lisa Konrad

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