Nofretete, Ramses und Osiris im Museum Folkwang in Essen

Seit dem 30. September ist es soweit, die ägyptische Sammlung „Nofretete, Ramses und Osiris“ im Folkwang Museum wurde eröffnet. Der fast lebensgroße Kopf der Königin Nofretete bildet das Glanzstück in der Installation „Helm/Helmet/Yelmo“ des Künstlerduos „Los Carpinteros“ und nicht nur der ist einen Besuch in Essen allemal wert.


[ruhr-guide] Das kubanische KünstlerduoFolkwang Museum Nofretete, Foto: Jens Nober „Los Carpinteros“ hat 2014 dafür gesorgt, dass man durch die von ihnen geschaffene Installation „Helm/Helmet/Yelmo“ mal einen ganz anderen, nicht von Hierarchie geleiteten Aufbau der Werke erleben kann. Diese Installation besitzt durch ihre ungewöhnliche Formgebung von knapp 300 nebeneinander sowie übereinander liegenden Waben selbst einen skulpturalen Charakter. Außerdem bietet sie die Ausstellungsfläche für 150 Objekte aus der frühen ägyptischen Zeit, der Reichseinigungszeit, bis hin zur römischen Zeit.

Osthaus weckt Faszination für Objekte und ihre Ästhetik

Die unkonventionell angelegte Ausstellung ist ganz im Sinne des Folkwang Museum Gründers „Karl Ernst Osthaus“. Denn für ihn war die Faszination an den Objekten selbst und ihre Ästhetik vorrangig. Osthaus begann Anfang des 20. Jahrhunderts mit seiner Sammlung. Schon früh hatte er Kunst und Kunsthandwerk aus dem alten Ägypten zusammengetragen. Nach dem Tod des Museumsgründers (1921) erhielt die Sammlung lediglich in den 1960er Jahren Zuwachs durch den Kopf der ägyptischen Königin Nofretete aus dem Jahre 13. Jh. v. Chr.

Totenverehrung – lang lebe die Königin

Viele der 150 Ausstellungsobjekte der Ausstellung „Nofretete, Ramses und Osiris Die ägyptische Sammlung“ gehörten zu dem ägyptischen Ritual der Totenverehrung. Die Gefäße für Öle, Salben und Schminke bestehen, unter anderem, aus bunten, langlebigen Materialien wie Diorit und Alabaster, dauerhafte Hartgesteine, welche dafür sorgen, dass wir sie auch heute noch bestaunen können. Auch der Kopf der Königin Nofretete, welcher an einer der vierzehn Grenzsteelen der Residenz des Pharaos Amenophis IV. (1353-1336 v. Chr.) in Tell el-Armana platziert war, besteht aus Kalkstein. Trotz des strapazierfähigen Materials sind das Kinn, Teile des Mundes, die Nase sowie das rechte Ohr nicht mehr vollständig vorhanden. Auch die Uräus-Schlange, die sich über der Stirnmitte an der „Krone“ befand, wurde womöglich sogar gewaltsam zerstört. Das charakteristische Hauptmerkmal der Königin, ihre Haube, welche stark an eine Krone erinnert, ist jedoch noch deutlich erkennbar.

Nofretete, Ramses und Osiris - die ägyptische Sammlung

Abgesehen von diesem ägyptischen Artefakt, sind natürlich noch unzählige weitere handgemachte Werke, wie z.B.: Amulette, Reliefs und Skulpturen ausgestellt. Die Ausstellung bildet durch ihren, von Enzyklopädie losgelösten Aufbau, einen abwechslungsreichen Rundgang zwischen frühen Bronzen, winzigen Amuletten, sowie Gefäßen und Totenmasken, bei dem man ins Staunen kommt und sich fragt, wie diese filigran gearbeiteten Stücke bereits in der frühen ägyptischen Zeit entstanden sein sollen, ohne unsere heutige maschinelle Unterstützung.

Sie wollen die handgemachten Fundstücke selbst einmal aus der Nähe betrachten? Vom 30. September 2017 bis zum 2. April 2018 ist die Sammlung, bei freiem Eintritt, im Museum Folkwang in Essen zu sehen.

Nofretete, Ramses und Osiris - Die ägyptische Sammlung

Neue Sammlungspräsentation im Museum Folkwang in Essen
vom 30. September 2017 bis zum 2. April 2018

Öffnungszeiten:
Di, Mi 10-18 Uhr
Do, Fr 10-20 Uhr
Feiertage 10- 18 Uhr

Eintrittspreise:
ständige Sammlung: freier Eintritt

Foto: Jens Nober

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