Sonderausstellung Wildes Westfalen

Seit dem 1. November 2015 stellt die tierische Sonderausstellung „Wildes Westfalen“ im LWL-Museum für Archäologie in Herne die ausgefallene Fauna Westfalens vor, in der die Vergangenheit nicht vergessen wird. Wo heute Hirsche, Wildschweine und Rehe leben, bewanderte vor tausenden Jahren das Wollhaarnashorn oder der Höhlenlöwe das westfälische Gebiet. Eine faszinierende Ausstellung mit unglaublichen Exponaten und wunderschönen Fotografien.


Archiv: 21.12.2015 [ruhr-guide] Bis zum 29. Mai 2016 werden ungefähr 70 Tierfotografien desDer Bronze-Eber in Wildes Westfalen, Foto: LWL/Menne, Naturschutzbundes NABU und 90 archäologische Objekte in 17 Vitrinen auf rund 200 Quadratmeter im Herner LWL-Museum für Archäologie vorgestellt. Der Besucher sieht, wie wild Westfalen damals war und heute ist. Die Vergangenheit steht Auge in Auge gegenüber der Gegenwart, wie es das in Fotografien festgehaltene Wildschwein und sein in Bronze gegossenes frühgeschichtliches Gegenstück beweisen. Die Exponate werden von einer Vielzahl von Veranstaltungen begleitet, die der Natur-, Tier-, Archäologie- und Geschichtsbegeisterte besichtigen kann. Vom Forschungskolloquium über wissenschaftliche Vorträge bis zum Fachvortrag über die Fotografenperspektive stehen dem Besucher eine Vielzahl an Informationen zur Verfügung.

Auf einen festen Eintrittspreis verzichtet „Wildes Westfalen“. Die Besucher können am Ende der Ausstellung entsprechend ihren Eindrücken so viel bezahlen, wie sie möchten. Der Erlös wird zwischen dem LWL-Museum für Archäologie Herne e.V. und NABU Herne aufgeteilt.

Eine Idee, die nicht vergessen wurde

„Wildes Westfalen“ basiert auf den Forschungen von dem verstorbenen Altertumsforscher Prof. Dr. Thorsten Capelle.Wildes Westfalen stellt die Zeiten gegenüber mit einem Wollnashornschädel, Foto: LWL/Jordan Er arbeitete an einem Begleitbuch zum Thema der wilden Tiere für die Ausstellung „Wildes Westfalen“, dass aufgrund seines Todes leider nicht mehr zum Abschluss kam. In seinem Geiste wird sein Thema im veranstalteten Forschungskolloquium und der Sonderausstellung fortgeführt. Für den Prof. Dr. Michael M. Rind, Chefarchäologe des Landesverbandes Westfalen-Lippe, ist es ein wichtiges Anliegen, auf den ursprünglichen Vordenker aufmerksam zu machen.

Fantastische Reise

Die Kooperation zwischen dem Naturschutzbund und dem LWL-Museum für Archäologie entführt den Besucher auf eine fantastische Reise. Während man auf der einen Seite Fotografien von lebenden neuzeitlichen Tieren aus Westfalen vorfindet, liegen auf der anderen Seite alte Schädel und Knochen von längst verstorbenen westfälischen Wildtieren. Mit 465 Jahren auf dem Buckel bilden die drei Triboliten (kellerasselähnliche Urzeittierchen) die ältesten Tiere aus dem westfälischen Gebiet. Der Mensch wird in „Wildes Leben“ nicht vergessen. Es werden ebenfalls Werkzeuge und Schmuck aus Tierknochen ausgestellt, die die steinzeitlichen Jäger und Sammler nutzten. Beispielsweise begehrten die ersten Westfalen die Zähne von Höhlenbären als Körperschmuck. Eines der kostbarsten Relikte im LWL-Museum, die Urne von GevelinghausenDie Urne von Gevelinghausen, die geschätzte 2.800 Jahre alt ist, zeigt uns eine Verbindung zwischen der Menschen- und der Tierwelt. Auf ihr begleiten die Vögel die Sonne bei ihrer symbolischen Lebensreise. Ein Ausdruck von der Faszination der fliegenden Tiere, der bis in die Moderne geht, denn gerade im westfälischen Industriezeitalter begründeten die Tauben eine eigene Kultur als „Rennpferd des kleines Mannes“.

In der Ausstellung „Wildes Westfalen“ werden archäologische Spuren der Tiere Westfalens interessant vorgestellt. Überreste von längst verstorbenen Tieren, Werkzeuge sowie Schmuck aus Tierknochen und dargestellte Tiermotive stehen neben ausgezeichneten Naturfotografien. Es entsteht ein spannender Blick auf die Fauna Westfalens von der Vergangenheit bis zur Gegenwart. Informative Veranstaltungen geben dem wissbegierigen Besucher einen tieferen Einblick in die fantastische westfälische Tierwelt. „Wildes Westfalen“ ist eine attraktive Ausstellung für jung und alt.

Sonderaustellung Wildes Westfalen

1. November 205 bis 29. Mai 2016
LWL-Museum für Archäologie Herne
Europaplatz 1
44623 Herne
Di, Mi, Fr 9-17, Do 9-19, Sa, So, Feiertage 11-18 Uhr

Foto 1 u. 3: LWL/Menne Foto 2: LWL/Jordan

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