Tüshaus-Mühle in Dorsten-Deuten

Bei einer Führung durch das Kulturdenkmal Tüshaus-Mühle erfahren Sie viel Wissenswertes über diverse Mühlen-Funktionen. Denn hinter den Mauern des alten Gebäudes befindet sich weit mehr als nur eine einfache Walkmühle. Eine Führung durch die funktionstüchtige Mühle ist sowohl für Erwachsene als auch für Kinder interessant.


[ruhr-guide] Die Tüshaus-Mühle in Dorsten-Deuten liegt direkt an der Weseler Straße (B58). Naja, direkt ist, unter dem Gesichtspunkt, Wassermühle an dem Tüshaus-Mühle in Dorsten-Deutendass man sie von der Straße aus kaum erkennt, vielleicht ein wenig übertrieben. Doch findet man den kleinen Wegweiser mit der Aufschrift "Tüshaus-Mühle", so liegt nur noch ein Fußweg von einer halben Minute vor dem Museumsbesucher! Schon von außen ist die im Jahre 1615 erbaute Mühle sehr ansehnlich. Der Fußweg zum Eingang führt über eine kleine Brücke, die die Verbindung von Mühlenteich und Hammbach durch das Mühlenwehr darstellt. Schräg gegenüber des Mühlenbetriebs steht das ca. 200 Jahre alte Backhaus, in dem zu seltenen Anlässen auch noch Brot gebacken wird.

Geschichte der Tüshaus-Mühle

Hier am Rande des Naherholungsgebiets Üfter Mark kann man bei einer Führung durch die Tüshaus Mühle den wirtschaftlichen Wandel der vergangenen 400 Jahre nachvollziehen. Wo anders im Ruhrgebiet ist das kaum möglich, denn wo gibt es schon einen Betrieb in einem über 400 Jahre alten Gebäude? Die vielen Mühl-Maschinen haben folglicherweise auch schon ihre Jahre auf dem Buckel.
Im Jahr 1615 begann die lange Geschichte der Tüshaus-Mühle: Auf alten Fundamenten wurde zunächst eine Walkmühle errichtet. Die Tüshaus Mühle in Dorsten-Deuten Damals gehörte das Gebäude den Herren von Lembeck, die die Mühle an den Unternehmer "Tuschhaus" verpachteten. Das Hammerwerk der Mühle diente zu diesen Zeiten dazu, Schafwolle zu walken um sie dann in Form von Filzstoff an Kunden in Wesel, Recklinghausen, Münster oder Dülmen weiterzuverkaufen. Die Wolle gewannen die Müller Kleine Pecklen und Lüer von Schafen, die auf der umliegenden Heidelandschaft gehalten wurden. Bis zum Jahr 1880 waren die Betreiber der Tüshaus-Mühle somit im Textilgewerbe tätig. Doch nach der Umwandlung der Schafwiesen in Ackerland und Weiden ging es mit der Filzstoff-Produktion zu Ende.
Nachdem Heinrich Tüshaus die Mühle pachtete, erweiterte er im Jahr 1752 die Technik um ein weiteres Mühlrad. Somit war es möglich, sich auf die Produktion von Öl zu spezialisieren. Das besondere Mahlwerk für Ölsaaten verarbeitete fortan Raps- und Leinsamen, die von den Feldern der Umgegend gewonnen werden konnten. Auch Getreide konnte gemahlen werden, nachdem Heinrich Tüshaus 1890 im Dachgeschoss zwei weitere Mahlgänge einbaute.
Auch als im Jahr 1900 die elektrische Energie immer wichtiger wurde, ließ sich die Tüshaus-Mühle nicht unterkriegen. Mit einem Generator, der eine Leistung von 22 kVA erbrachte, wurde die Mühle modernisiert. Der Strom wurde für die Beleuchtung der Mühle und aber auch für die Versorgung des damaligen Gutshofs und der Brennerei genutzt.

Die Tüshaus-Mühle heute

Seit 1970 wird die Mühle nur noch bei den regulären Öffnungszeiten, individuell gebuchten Führungen durch die Mühle oder bei besonderen Veranstaltungen wie dem sogenannten Mühlenfest zu Demonstrationszwecken in Betrieb genommen. Dieses findet jedes Jahr an Pfingstmontag statt und Haupteingang der Tüshaus-Mühle in Dorsten-Deutenversetzt alle Besucher in vergangene Zeiten, in denen das gemahlene Getreide noch für das Brotbacken im Backhaus nebenan genutzt wurde.

Im Jahr 2014 wurde der Gemeinnützige Förderverein Tüshaus Mühle e.V. gegründet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Stadt Dorsten darin zu unterstützen, das Kulturdenkmal Tüshaus Mühle zu erhalten, einer Öffentlichkeit zugänglich zu machen und nicht zuletzt sie als außerschulischen Lernort durch museumspädagogische und kulturelle Aktivitäten zu fördern.

Wer eine kleine Zeitreise machen möchte und einen Eindruck von der Funktion der alten Mühle bekommen möchte, kann an regelmäßigen oder individuellen Führungen teilnehmen. Dabei setzt der Mühlenführer die Ledertreibriemen und Zahnräder in Gang und die Mühle klappert wieder. Regelmäßige Führungen finden zu den regulären Öffnungszeiten am ersten und dritten Sonntag im Monat (April bis Oktober) von 14 bis 17 Uhr statt. Individuelle Führungen können vereinbart werden unter 0173/8988316 oder unter 02369/22857 oder per mail unter tueshaus-muehle@mail.de.

Tüshaus-Mühle in Dorsten-Deuten

Weseler Straße 433 (B 58)
46286 Dorsten-Deuten
Tel.: 02369/22857 oder 0173/8988316
email: tueshaus-muehle@mail.de

Öffnungszeiten:
Von Ende April bis Anfang Oktober; jeweils am ersten und dritten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr.


(jk)

Fotos: Iris Klahn

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