Extraschicht 2011

Nachdem eines der wohl originellsten Sommerfeste im Ruhrgebiet letztes Jahr wieder ein riesiger Erfolg war, wird auch 2011 nunmehr zum 11. Mal eine "Extraschicht" eingelegt. Für das Jahr der Kulturhauptstadt, Ruhr 2010, hatten sich die Organisatoren noch einmal selbst zu Höchstleistungen getrieben: Mit über 200.000 Besuchern konnte die Extraschicht ihren eigenen Rekord brechen. Dieses Jahr soll dem natürlich in nichts nachstehen, deswegen ist es am 9. Juli wieder soweit!


Archiv: 09.07.2011 [ruhr-guide] Die Extraschicht ist nicht irgendein Kulturfest, Extraschicht 2011 - Quelle: Key Visualsondern sie lässt für eine Nacht beinahe das gesamte Ruhrgebiet in den hellsten und schönsten Farben erstrahlen. Die sonst oft so trist und grau wirkenden Bauten gehen auf in einem Meer aus rotem, blauen oder grünen Licht und verschaffen den Augen so ein wahres Feuerwerk der Eindrücke. Nicht umsonst ist die Extraschicht "Die Nacht der Industriekultur". Da kann man sich schon mal ärgern, wenn man den Fotoapparat zu Hause vergisst!


Und natürlich gibt es wieder ein vielfältiges Programm, welches Kunst- und Kulturfreunde unter Garantie begeistern wird. Im Jahr 2001 fand die Extraschicht zum ersten Mal statt und sie erfreut sich seitdem stetig steigender Besucherzahlen. Das eintägige Spektakel wird dieses Jahr unter dem Motto "Schaufenster der Metropole Ruhr" stehen. Insgesamt wird es 200 atemberaubende Events in 22 Städten, an 47 Spielorten geben. Diese organisatorische Meisterleistung ist natürlich nicht ohne die Hilfe der öffentlichen Verkehrsverbände zu schultern. Darum wird es erweiterte Fahrpläne und zusätzliche Busse für die Besucher der Extraschicht geben.

Die fünf Erlebnisareale

Nachdem letztes Jahr die Zeche Lohberg, der Gasometer, der Nordsternpark, die Jahrhunderthalle und der Signal Iduna Park die fünf "Drehschreiben" der Extraschicht waren, wird es dieses Jahr so genannte "Erlebnisareale" geben. Von diesen Erlebnisarealen Feuerkunst - Quelle: ZecheZollverein - Titanicgibt es fünf Stück an der Zahl und jedes einzelne bietet eine andere und bunte Welt, die es zu entdecken gilt. Hier eine kleine Kostprobe:

In "Oberhausen und Umgebung" kann man vor allem eindrucksvolle Pyro- und Feuershows der Superlative sehen. Besonders auf dem Gelände der Niebuhrg geht es heiß her. Mit Lasern, Flammen und Park- und Burgilluminationen schafft man ein einziges Kunstwerk aus Licht und Farben. Höhepunkt ist ein grandioses Feuerwerk. Doch auch im Bernepark in Bottrop geht es heiß her. Die "firedancer" und "Firedrums" machen ihrem Namen dort alle Ehre.

In "Essen und Umgebung" geht es auf dem Gelände der Zeche Zollverein, die zum UNESCO-Welterbe gehört, rund um die drei Begriffe "Arbeit", "Kraft" und "Energie". Straßentheater und Straßenkunst sind die Plattform um die Bedeutung dieser Worte für das Ruhrgebiet eindrucksvoll zu vermitteln. Nur eine Zeche weiter, in der Zeche Carl, sieht es da nochmal anders aus. Von Bergbaugeschichte bis zu Musik- und Comedykünstlern auf der Bühne kommt hier niemand zu kurz. Außerdem werden im Nordsternpark in Gelsenkirchen die jungen Artisten von Urbanatix mit Akrobatik und Streetstyle ihre Coolness und ihr Talent unter Beweis stellen.

In "Bochum und Umgebung" wird man viele Gegensätze zuKlavierkonzert - Quelle: KlavierFestival / Sascha Kreklau sehen kriegen. Im Rahmen des Klavier-Festivals wird in der Jahrhunderthalle ein sechsstündiges Konzert geboten. Ein wahres Highlight! Möchte man aber etwas mehr über die Historie des Bieres erfahren, ist man in der Privatbrauerei Moritz Fiege an der richtigen Adresse. Doch lieber Travestiekünstler und eine fulminante Illuminations- und Lichtvorstellung? Dann auf zum Zukunftsstandort Ewald in Herten.

In "Duisburg und Umgebung" wandert man vom Wasser in die Wüste. Im Innenhafen und im Museum der deutschen Binnenschifffahrt kann man Livemusik lauschen, die an Kontrastreichtum kaum zu überbieten ist. Unterschiedlichste Genre geben sich an diesen beiden Spielorten neben weiteren Programmpunkten die Klinke in die Hand. Wo ist da nun die angekündigte "Wüste"? Die findet man am Aquarius Wassermuseum in Mülheim an der Ruhr. Überall Sand, jede halbe Stunde eine kulinarische Karavane mit schmackhaften Delikatessen aus der Wüste und melodische Wüstenklänge.

Last but not least hat man in "Dortmund und Umgebung" wohl die Qual der Wahl, denn dies ist die Stadt mit den meisten Spielorten. Von einem Abstecher in die Welt des Anime im Dortmunder U, über Stummfilme im Kulturort Depot, bis hin zu Zauberkunst und Skeletttänzen im Maximilianpark in Hamm.

Innerhalb der Areale kann man sich also zwischen den einzelnen Spielorten, die immer wichtige Ankerpunkte der Industriegeschichte und -Kultur darstellen, entscheiden und frei bewegen. Das wichtigste ist wohl, dass man nicht Hals über Kopf in die Nacht startet, sondern sich vorher einen guten "Schlachtplan" zusammenlegt, um auch wirklich so viel wie möglich von den Programmpunkten mitzukriegen.

Mehr Busse, mehr Bahnen

Eine solche Masse an Besuchern, wie bei der Extraschicht erwartet wird, Extraschicht 2011 - Quelle: Ruhr Tourismus / Nielingermuss natürlich auch irgendwie von A nach B und wieder zurück nach Hause kommen. Das haben natürlich auch die Organisatoren der "Nacht der Industriekultur" bedacht und daher wieder den öffentlichen Nahverkehr ins Boot geholt. Der VRR arbeitet jedes Jahr ein eigenes Konzept aus um die Besucher sicher durch die Nacht zu befördern. Daher wird es über 100 zusätzliche Shuttle-Busse und verstärkten S-Bahn-Betrieb geben. Ein kleines Zuckerstück für pilgernde Kulturfans ist außerdem, dass eigens eine "Extra-Fahrt-Strecke" geschaffen wurde, die in dieser Nacht zwischen Dortmund und Essen verkehrt. Die Wagen dieser Busse und Bahnen werden zu kleinen Bühnen auf Rädern, in denen Künstler und Artisten dem Klischee von schnöden und langweiligen öffentlichen Verkehrsmitteln den Kampf ansagen.

Extraschicht 2011

9. Juli 2011
18 Uhr bis 2 Uhr morgens

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.extraschicht.de

Bildquellen:
Key Visual
ZecheZollverein - Titanic
Ruhr Tourismus / Nielinger
KlavierFestival / Sascha Kreklau

(pd)

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