Rheinischer Esel: Rad- und Wanderweg im Ruhrgebiet
Seit Juli 2012 teilen sich die Städte Bochum, Dortmund und Witten nun schon einen Esel. Dabei handelt es sich aber nicht etwa um ein Nutztier, sondern um ein neues Angebot zur Freizeitgestaltung und Naherholung. Denn der Rheinische Esel bietet für Radfahrer und Wanderer eine optimale Möglichkeit zum Sporttreiben in der Natur, verbunden mit jeder Menge schöner Aussichten. Als Verbindungsstück zwischen den beiden "Eselsohren" der Schleife Ruhrtalradweg wurde er eingerichtet und mit einer Feier und einem Spendenlauf im Juli eröffnet.
[ruhr-guide] Dass auf der Strecke zwischen Bochum-Langendreer und Dortmund früher einmal schwere Transporte auf
Gleisen durchgeführt wurden, ist heute auf den ersten Blick nicht mehr zu erkennen. Spätestens jedoch wenn man unmittelbar an einem der Industriestandorte, wie z. B. den ehemaligen Zechen vorbei fährt, fällt auf, dass es sich hierbei nicht um einen einfachen Radweg handelt. Dieser Radweg nämlich entstand auf den Trassen einer alten Eisenbahn für Güter- und Personentransporte und hat deshalb ein sehr spezielles Merkmal. Dadurch, dass der Zug die Transporte mit möglichst wenig Widerstand durch Steigungen durchführen sollte, ist auch der heutige Radweg noch weitestgehend steigungsfrei. Damit macht es ihn nicht nur für sportbegeisterte Menschen interessant, sondern auch für diejenigen, die eine entspannte Radtour genießen und keinen Leistungssport betreiben möchten. Aber die Strecke ist natürlich nicht nur für Radfahrer ausgelegt, denn Stellen wie der angrenzende Bochumer Herrensiepen und die gute Erreichbarkeit aus allen angrenzenden Stadtteilen machen sie auch für Wanderer sehr attraktiv.
Geschichte des Rheinischen Esels
Im Jahr 1880 eröffnet, diente die Bahnstecke Rheinischer Esel der
Erschließung mehrerer Zechen. Zum Einen wurden Güter auf ihr transportiert, zum Anderen konnten Menschen die Bahn nutzen um zu ihrer Arbeitsstelle oder etwa zu einem Markt zu gelangen, sodass oft Marktfrauen voll bepackt mit ihren Waren in dem Zug fuhren. Diesem Bild eines mit vielen Waren bepackten Zuges verdankt die Strecke auch ihren Spitznamen Rheinischer Esel. Neben den Zechen und Privatpersonen gab es außerdem eine Reihe weiterer Geschäftskunden, wie z. B. das Sägewerk Klingelhöfer, Dynamit Nobel oder die Wittener Stahlröhren-Werke AG.
Am 30. November 1979 wurde zunächst der Personenverkehr eingestellt, bevor das Teilstück von Dortmund-Löttringhausen bis Witten-Mitte am 30. November 1982 letztendlich stillgelegt wurde. Dieses Teilstück wurde dann Anfang 1990 als erster als Rad- und Wanderweg eröffnet. Die Stilllegung des restlichen Abschnitts erfolgte am 31. November 2001.
Der Rheinische Esel wird zum Rad und Wanderweg
Der zuletzt nicht mehr befahrene Streckenabschnitt sollte natürlich nicht
verkommen und so arbeiteten die Städte Bochum und Witten mit dem Rückenwind der Bürger zusammen daran, ihn zu sanieren und einen befestigten Radweg darauf einzurichten. Heute ist die Strecke in ihrer kompletten Länge von 13,3 Kilometern ausgebaut und aus den angrenzenden Stadtteilen über die insgesamt 10 Verknüpfungspunkte sehr leicht zu erreichen. Die Sparkasse Witten spendete sogar 25.000 Euro um an Aussichtspunkten Bänke, Fahrradbügel und Mülleimer aufzustellen. So kann man heute auf der angelegten Strecke von Bochum-Langendreer über den Tunnel Oberstraße und die Zeche Siebenplaneten, die Wittener Stadtteile Stockum, Annen und Rüdinghausen bis hin nach Dortmund fahren oder laufen und kommt letztendlich über die Stadtteile Kruckel und Großholthausen in Dortmund-Löttringhausen an.Insgesamt bietet der Rheinische Esel also Naherholung pur und dazu eine schöne, abwechslungsreiche Fahrrad- und Wanderstrecke für alle Ansprüche, vom entspannten Radeln oder Wandern bis hin zum Sport in der Freizeit.
Rheinischer Esel: Rad- und Wanderweg im Ruhrgebiet
Strecke: Bahnhof Bochum-Langendreer - Bahnhof Dortmund-LöttringhausenLänge: ca. 13 Kilometer
Fotos: Stadt Bochum, Presse- und Informationsamt
