Waschen, föhnen, umlegen: Haarige Kriminalgeschichten

Lesestoff für die Trockenhaube: Beim nächsten Friseurbesuch sollten Sie auf der Hut sein, oder diesen am besten gar nicht erst abnehmen, denn was die 21 Autoren und Autorinnen in der neuen Kurzkrimisammlung Waschen, fönen, umlegen mit Scheren, Messern, Kämmen und Haarschneidemaschinen so alles anstellen können ist verblüffend und furchteinflößend.


[ruhr-guide] Nicht allein durchWaschen, föhnen, umlegen dauergewelltes, messergeschnittenes, graumeliertes, getöntes, gesträhntes oder hennagefärbtes Kopfhaar gefährden Menschen ihr Leben, auch das Tragen eines Kamelhaarmantels kann für manche Berufsgruppen zum todbringenden Fanal werden. Und wer meint, eine Schatzkarte sei vor habgierigen Blicken sicher auf der eigenen Kopfschwarte eintätowiert, der sollte einen Figaro meiden und erst gar nicht auf die Idee kommen, sich mit einer Friseuse einzulassen.

Haarstäubende Erzählungen

Entstanden ist die Idee zur Kurzkrimisammlung rund ums Haar auf der Internetplattform Facebook, wo manche der Schreiber ihre Jugendfotos (fiese Scheitel, Afrolook etc.) hemmungslos zur Schau stellten und so bei den Betrachtern Mordgelüste weckten. Herausgekommen ist am Ende eine kriminell gut angerührte Storysuppe, in der nur Nörgler und chronische Querulanten ein Haar finden werden, denn die Geschichten kommen keineswegs pomadig daher, sondern überzeugen durch rasiermesserscharfen Schnitt.

Namhafte Krimierzähler wie Jürgen Ehlers und Sabine Deitmer haben ihre haarsträubenden Fantasien ebenso zu Papier gebracht, wie Autoren, die nur einem kleinen Publikum bekannt sind.
Nicht alle der Geschichten sind blutrünstig. Einige sind auch witzig und eignen sich bestens, die gähnend lange Wartezeit unter der Trockenhaube zu verkürzen.

Fazit: Eine gelungener Sammlung von Kurzkrimis, die nicht nur Friseuren und Friseusen Freude bereiten wird, und neben Frau im Spiegel ins Leseregal jedes Friseursalons gehört.

Waschen, föhnen, umlegen: Haarige Kriminalgeschichten

herausgegeben von Ingrid G. Schmitz

Krefeld 2012
Leporello Verlag
Taschenbuch, 254 S.
ISBN 3936783497
9,90 €

(Markus Bötefür)

Bild: Leporello Verlag

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