Geierabend 2009

"Wat haben wir gelacht, zweimal sogar und einmal gar nicht," so wird wohl landläufig der westfälische Humor beschrieben. Trocken und ohne jeden Witz wird dem Tagewerk nachgegangen. Wie erst soll dann der Karneval sein? Und dann noch ein Karneval, der dem ganzen Ruhrgebiet ein Gesicht verleihen soll? Humor bewiesen aber doch die Dortmunder Westfalen Anfang der 90er Jahre. Seit 1992 gibt es dort nämlich den Geierabend!


Archiv: 03.12.2008 [ruhr-guide] Man könnte auch Geierabend behaupten erst seit 1992 gibt es den Karneval im Ruhrgebiet. Also, so richtig hausgemacht. Denn damals dachten schlaue Köppe über die Idee eines "alternativen Karnevals" nach. Es sollte etwas anderes sein als der Abklatsch, den die rheinischen Frohnaturen in den Pott exportiert haben. Weg vom Schunkeln und Schenkelklopfen hin zu Bissigkeit, um denen da oben mal wirklich einzuheizen.

Zutaten für einen Karneval à la Ruhrpott

Über den ruhrgebietstypischen Humor sagt Martin Kaysh, der den Steiger beim Geierabend mimt: "Bodenständig isser, erzschwarz, er kommt ohne viele Worte aus und hat eine graue Seele." Genau aus diesen Zutaten besteht ein Geierabend mit Pfiff, der den Karneval pikant und befreiend werden lässt. Die alten Westfalen, da haben sie sich was ausgedacht.

Der Geierabend und die Selbstfindung

Die Narren im Pott wissen es zu schätzen. In den letzten Jahren konnte sich der Geierabend immer größerer Beliebtheit erfreuen. Die Prunksitzung greift den Zwiespalt auf, in dem sich der gemeine Ruhrgebietler befindet, seitdem die Zechen sterben und nun als Kultur ausgestellt werden. Der Ruhrpott-Karneval seziert, obduziert und verwurstet das ganze Dilemma der Selbstfindung. Die Charaktere spiegeln es und spielen damit: Da sind der Steiger, Geierabend der, nun nicht mehr gebraucht und Sinn entleert, in seiner Lore kauert; der Präsi, der anarchisch seinen obrigkeitshörigen Kollegen entgegensetzt; Miss Annen, die einfach nur da sein braucht, so hübsch und wahnsinnig sie ist und natürlich all die anderen, wie die AWO-Opas, der Stimmungsprüfer Schmöll und die "Zwei vonne Südtribüne", die auf 100 Jahre BVB zurückblicken.

Der schwerste Karnevalsorden

Auch in diesem Jahr wird natürlich, so wie in den vergangenen Jahren, der "Pannekopp des Jahres" nicht verliehen. Es ist der "schwerste Karnevalsorden der Welt" aus 25 kg rostigem Stahl. Ein paar Euro würde der Altmetallsammler sicherlich dafür geben. Aber beharrlich verweigern die Geehrten den Preis, am Hungertuch werden sie wohl nicht nagen. Im Internet unter www.geierabend.de kann noch abgestimmt werden wer den Pannekopp des für 2009 nicht erhalten soll. Wer nicht nur dieser Ehrung zu sehen möchte, sondern wahrhaftig einen ganzen Geierabend im Feierabend erleben will, kann sich noch Tickets bestellen!

Tickets gibt es im KulturInfoShop der Kulturbetriebe Dortmund, Kampstraße 1, Ticket-Hotline: 0231 - 5027710, sowie im Leserladen der Westfälischen Rundschau, Ostenhellweg 42-48, in der Dortmunder City, Telefon: 02 31 - 95 73 13 69 und bei Tante Amanda, Mosselde 149, Dortmund-Westerfilde, Telefon: 02 31-37 22 30.

Die Termine:
Fr.-So. 02.01. - 04.01. 2009 (Premiere am 02.01.)
Do.-So. 08.01. - 11.01. 2009
Mi.-So. 14.01. - 18.01. 2009
Mi.-So. 21.01. - 25.01. 2009
Mi.-So. 28.01. - 01.02. 2009
Mi.-So. 04.02. - 08.02. 2009
Mi.-So. 11.02. - 15.02. 2009
Di.-Di. 17.02. - 24.02. 2009

Einlass: 18:30 Uhr / Showtime: 19.30 Uhr (Sonntags: 17.30 Uhr / 18.30Uhr)

Preis: 30,00 Euro, (ermäßigt 20,90 Euro), incl. VVK-Gebühr

Geierabend

Westfälisches Industriemuseum Zeche Zollern II/IV
Grubenweg 5
Dortmund-Bövinghausen

(sk)
Fotos: StandOut.de

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