Herbert Knebels Affentheater: Männer ohne Nerven

Das Ruhrgebiet hat bekanntlich viel zu bieten. Inmitten des hektischen Lebens in den Metropolen Westdeutschlands hat sich besonders im Ruhrgebiet eine Künstlergattung gebildet, die wie kaum eine zweite das Publikum unterhalten kann. Die Kabarettisten und Komödianten bringen selbst den grimmigsten Bergmann zum Lachen. Der bekannteste „Rentner“ unter den Kabaretistten ist wohl Herbert Knebel und eben der kommt ab Mai mit jeder Menge Nörgeleien und seinen 3 Kollegen mit einem neuen Programm auf die Bühne.


[ruhr-guide] Unter all denMänner ohne Nerven, Foto: Thomas Willemsen Talenten sticht besonders Herr Knebel mit seinem Affentheater heraus. Die Kunstfigur von Uwe Lyko ist nicht nur ein typischer Ruhrpott-Mensch, sondern bringt durch seine markanten Charakteristika auch Hamburger und Berliner zum Lachen. Gemeinsam mit Ernst Pichl, dem Trainer und Ozzy Ostermann hat Herbert schon über 1000 Bühnenauftritte überstanden und das obwohl er sich als Frührentner eigentlich auf die faule Haut legen könnte. Zu sagen die Erscheinung der vier Figuren sei retro-schick, wäre wohl stark untertrieben. In der Aufmachung sind sie in jedem 50er-Jahre-Film gut aufgehoben, aber die Themen im Programm sind jedes Mal top aktuell. Alltagsunsinnigkeiten und die Sorgen des kleinen Mannes bilden das Grundgerüst des Repertoires. Mit Programmen wie „Nix wie weg“ oder „Love is in Sie Er„ bespaßte der gebürtige Duisburger und Wahl-Essener die Zuschauer in den vergangenen fast 30 Jahren. Inzwischen gehört das Affentheater und Herr Knebel genauso zum Ruhrgebiet wie die Zechen und die A 40.

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Ruhrpott-Dialekt und einer eigentümlichen Körpersprache parodiert und imitiert Knebel alias Lyko Politiker und Popsternchen, sogar der King of Rock'n'Roll ist vor ihm nicht sicher. Die Gags sind einfallsreich und treiben den Zuschauern die Tränen in die Augen, bei alldem vergisst man fast das musikalische Talent der Vier zu würdigen. Die Coverversionen im Programm stehen den Originalen in nichts nach. Und das neue Programm von Uwe Lyko und seinen Jungs verspricht wieder einmal viel Witz und akustische Genüsse. „Männer ohne Nerven“ kommt im Mai auf die Bühne. Wer hört ihn nicht gerne über die Politik der Grünen lamentieren oder mit erhobenem Zeigefinger deine Kollegen eines Besseren belehren? Wenn der Trainer dann doch mal dazwischen fragt, würgt ihn Knebel ganz charmant wieder ab. „Dat is ne gute Frage, Trainer. Merk dir die...“ , denn der Frontmann hat jetzt was zu erzählen über das Rentnerdasein, über die Gefahren des Nervenzusammenbruchs für den Mann und über allerhand Banalitäten, die, wie Knebel beweist, doch zum Affentheater mutieren können.

Das dreizehnte Herbert Knebel, Foto: Thomas WillemsenProgramm nach „Der Letzte macht dat Licht aus“ zeigt, dass die rüstigen Kumpels noch lange nicht an den Ruhestand und den Müßiggang im reifen Alter denken, sonder viel lieber zur Belustigung der Gesellschaft beitragen wollen, oder eher sie genau unter die Lupe nehmen und sich dann über ihre Mängel beschweren.Typisch Männer ohne Nerven – anstatt sich das alles gut zu überlegen, machen die ein solches Affentheater. Wir sind mal gespannt, welche Situationen Herrn Knebel den Schweiß auf die Stirn treiben und wen er dieses Mal auf dem Kieker hat. Dat is doch mal ne gute Frage!

Herbert Knebels Affentheater

"Männer ohne Nerven"

17.12. Senden Steverhalle
18.12. Hagen Stadthalle
13.1.17 Oberhausen Luise Albertz Halle

Foto: Thomas Willemsen

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