RuhrTriennale: Hervorragende Bilanz

Am Sonntag, 15. Oktober, endete die zweite Spielzeit der RuhrTriennale unter der Leitung von Jürgen Flimm und seinem Team. Mehr als 78.000 Besucher kamen zu den weit über 100 Ver­anstaltungen und sorgten für eine hervorragende Gesamt­auslastung von 86%.


Gelsenkirchen, am 13. Oktober 2006. 30 Produktionen an 11 verschiedenen Spielorten wur­den in den vergangenen acht Wochen gezeigt. Im Mittelpunkt standen die Bernd Alois Zimmermanns Oper "Die Soldaten" in der Jahrhunderthalle Bochum. Foto: C. + H. Bausspartenübergreifenden Kreationen, die, wie die meisten der Musik­theater-, Litera­tur- und Konzert­abende, Eigen­produk­tio­­nen der RuhrTriennale waren und in den ehemaligen Industrie­hallen in Bochum, Duis­burg, Gladbeck und Essen entstanden sind.

Zu einem Höhepunkt geriet David Pountneys spektakuläre Neuinszenierung von Bernd Alois Zimmermanns Oper "Die Soldaten" in der Jahrhunderthalle Bochum, die Journalisten aus ganz Europa sowie Japan, Kanada, Australien und Südamerika angezogen hat. Der Musi­ka­lische Leiter Steven Sloane und seine Bochumer Symphoniker setzten dabei auch ein Aus­rufe­zeichen für den internatio­nalen Rang der Kulturszene im Ruhrgebiet.

Regisseure wie Johan Simons ("Das Leben ein Traum"), Alain "Das Leben ein Traum": Wim Opbrouck und Steven Van Watermeule in der Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck. Foto: Ursula KaufmannPlatel ("vsprs") oder Philipp Stölzl ("Rubens") eröffneten durch ihre Arbeiten neue Perspektiven zum Spielzeit-Thema Barock. Diesen Faden nahmen die viel beachteten Symposien "Guantánamo!" mit Vanessa Redgrave und "Vom Versagen der Heilslehren" mit Michael Naumann auf, die einen Bogen von den Religionskriegen des 17. Jahr­hunderts bis zu den Menschenrechts- und Globalisierungsdebatten des frühen 21. Jahr­hunderts spannten.

Peter Zadeks Werkschau mit "Peer Gynt" und "Hamlet" wurde zu einem überwältigenden Theater-Erlebnis. Das Bochumer Publikum dankte der Ruhrgebiets-Legende mit Ovationen. "Guantánamo!": Vanessa Redgrave und Rabiye Kurnaz (Mutter des ehemaligen Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz). Foto: Ursula KaufmannGenauso erging es David Byrne aus New York. Der Sänger der legendären Talking Heads eröffnete am 19. August gemeinsam mit den Duisburger Philharmonikern das Festival und sorgte für eine weitere Sternstunde der Konzertreihe "Century of Song".

Die JungeTriennale hat mit großem Erfolg Kinder, Jugendliche und Studenten aus ganz NRW aktiv an das Festival herangeführt. Für über 5.000 Teilnehmer gab es Einführungen, Lectures und ge­meinsame Vor­stellungsbesuche sowie Vorlesungen im Rahmen des zweiten Semesters der Kinder-Theater­aka­de­mie und einen Fotografie-Wettbewerb.

Das Programm der Spielzeit 2007 widmet sich dem Geist des Mittelalters. Die Saison be­ginnt am 1. Sep­tember und endet am 14. Oktober 2007.

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