Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Seit über sechzig Jahren gibt es die Internationalen Kurzfilmtage in Oberhausen. Das Festival hat sich in dieser Zeit zu einer Berühmtheit entwickelt. Illustre Namen stehen für die Filmveranstaltung. Das Genre des Kurzfilms, mit den ihm eigenen Ausdrucksmöglichkeiten, wird immer wieder gerne als Herausforderung angenommen - sowohl von jungen Filmschaffenden als auch von den alten Hasen des Filmgeschäfts.


Archiv: 02.04.2015 [ruhr-guide] Oberhausen als Sprungbrett für ehemals unbekannte FilmemacherInternationale Kurzfilmtage und Künstler mit Namen wie Martin Scorsese, Roman Polanski, Werner Herzog oder auch Ulrike Ottinger, Pipilotti Rist und Jean-Pierre Jeunet. Vielleicht ist es die unkonventionelle Offenheit des Oberhausener Konzepts gegenüber der Kunstform Kurzfilm. Hier können sich Talente erst richtig entfalten oder Profis dürfen zurück zu ihren Wurzeln. Sich kreativ auf das Wesentliche konzentrieren, sich dem Augenblick widmen, den Sinn für den Moment schärfen, das verlangt Konzentration und Gabe. Aber in Oberhausen kann diesem Anspruch auf vielfältige Weise begegnet werden. Neuen Techniken oder Interpretationen ist man dort stets aufgeschlossen.

Frisch und stets überraschend

So rühmt sich der Standort der Internationalen Kurzfilmtage dafür, dass dort immer wieder Trends gesetzt werden. Die Darstellungsform mit Musikvideos, neue digitale Formate oder die Interaktion zwischen Kunst und kurzer Form sind Beispiele für die Vorreiterrolle des Festivals. Nichts wäre den Veranstaltern verhasster, als wenn sich Konventionen und Dogmen etablieren würden. Der Hauch des Frischen und Neuartigen, des Originellen und stets Überraschenden sollen die ersten Assoziationen mit den dortigen Filmtagen sein. Die gezeigten Filme sind in ihrer Form und Weise oft Indikatoren für zukünftige politische und auch ästhetische Entwicklungen. Das Festival in Oberhausen nimmt für sich in Anspruch, eine "bemerkenswerte Alleinstellung in einem immer unüberschaubarer werdenden Markt auszubauen".

Perle des Potts

Es kann nicht verleugnet werden, dass diese Veranstaltung eine KurzfilmPerle des Potts ist. Ohne sich anstrengen zu müssen, können ein paar Superlative aufgezählt werden: Das Festival wurde 1954 gegründet und ist damit das älteste Kurzfilmfestival der Welt. Durchschnittlich werden ca. 6000 Exemplare pro Festival eingereicht aus mehr als 90 Ländern. Insgesamt werden ungefähr 350 Beiträge, davon 140 im Wettbewerb, in über 100 Vorstellungen gezeigt, dazu gibt es rund 20 000 Eintritte pro Festival. Die Gesamtsumme der dotierten Preise liegt bei 33 500 Euro. Wenn das nichts ist!

Internationaler Kinder- und Jugendfilmwettbewerb

Eine weitere Besonderheit ist der einzige Internationale Kinder- und Jugendfilmwettbewerb in Deutschland und das schon seit 30 Jahren. Eine Kinder- und Jugendjury wählt die Gewinner aus, die Geldpreise in einer Höhe von insgesamt 2000 Euro gewinnen können. Dabei unterscheiden sich mehrere Altersklassen von drei bis sechzehn Jahren. Im Wettbewerb dürfen die jungen Filmemacher ihre Ergebnisse selbst vorstellen, was auf große Resonanz beim Publikum stößt. Die Zuseher setzen sich aus einer Kinder- und Jugendjury, aus Schulklassen und mit Sicherheit auch aus dem einen oder anderen Erwachsenen zusammen.

„Das Dritte Bild – 3D-Kino als Experiment“

Bei den 61. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen wird die ausgereifte Technik des 3D-Kinos mit dem Medium Kurzfilm auf eine ungewöhnliche Art verbunden. Passend zum Image des einzigartigen Filmfestivals werden ganz originelle Einsatzmöglichkeiten ausprobiert. „Das Dritte Bild – 3D-Kino als Experiment“, hier sollen keine Blockbuster oder Actionstreifen mit dem 3D-Effekt aufgemotzt werden, sondern tiefsinnige, eigensinnige, neue und kreative Werk verschiedenster Filmemacher. So bietet das Festival in diesem Jahr eine Bühne für technische Experimente mit dem Filmmaterial und lockt die Besucher mit einem ungewöhnlichen Kinoerlebnis. Diese Jahr treten 132 Kurzfilme im Wettbewerb an, dazu gibt es eine Online-Abstimmung im Rahmen des MuVi- Wettbewerbs. Hier können vom 1. April bis zum 1. Mai die Zuschauer auf www.muvipreis.de einen Sieger aus den elf Musikvideos , die zur Auswahl stehen, küren.

Die 61. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen bieten die Gelegenheit, einigen bekannten Filmschaffenden über die Schulter zu schauen. Ito Takashi, Vipin Vijay aus Indien, der Finne Erkka Nissinen, Jennifer Reeder und William Raban aus Großbritannien werden mit ausgewählten Werken, mal politisch, mal phantasievoll oder ganz weiblich, vertreten sein. Internationale, nationale und regionale Talente treffen hier auf ein aufgeschlossenes Publikum.

61. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen

30. April bis 5. Mai 2015
Lichtburg Filmpalast
Kino im Walzenlager
Weitere Infos erhält man auf www.kurzfilmtage.de

(sk)
Fotos:
61. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen © Kurzfilmtage
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