Me Too – Wer will schon normal sein?

Der neue Film "Me Too – Wer will schon normal sein?" von den Regisseuren Álvaro Pastor und Antonio Naharro ist etwas ganz Besonderes. Nicht nur des Themas wegen, sondern auch aufgrund der tollen und berührenden Umsetzung. Der Film beschreibt das Leben von Daniel, einem 34-jährigen Mann mit Down-Syndrom, der trotz aller Vorurteile seinen Hochschulabschluss macht, eine Arbeit findet und die Liebe seines Lebens trifft: Laura. Doch kann das wirklich gut gehen? Nicht nur Daniel zweifelt zunächst, denn niemand gibt ihnen eine ernsthafte Chance. Seit dem 5. August 2010 läuft "Me Too – Wer will schon normal sein?" in den deutschen Kinos.

Archiv: 12.07.2010 [ruhr-guide] Mit Lola Dueñas als "Laura" und Pablo Pineda in der Rolle des "Daniel" hat der Film nicht nur an zwei Me Too - Wer will schon normal sein? Bildquelle: movienet Filmim wahrsten Sinne "ausgezeichneten" Schauspielern gewonnen, sondern auch an zwei Charakteren, die den Film zu etwas Einzigartigem machen.
Das Leben von Daniel ist mit Vorurteilen und Berührungsängsten übersät. Niemand traut oder vertraut ihm, nicht einmal seine Eltern halten uneingeschränkt zu ihm. Obwohl er diesen Zustand schon lange gewohnt ist, gibt er sich dennoch nicht damit zufrieden und trotzt Allen: Daniel erhält mit 34 Jahren seinen hart erarbeiteten Hochschulabschluss und findet auch eine ganz normale Arbeitsstelle in einem ganz normalen Büro, aber wer will eigentlich schon normal sein?

Voller Elan und Begeisterung beginnt er seinen neuen Job. Er hat es endlich geschafft! Doch falsch gedacht, Me Too - Wer will schon normal sein? Bildquelle: movienet Filmdenn auch hier prallt Daniel auf dieselben Vorurteile und dasselbe Nichtvertrauen wie auch sonst. Nur Eine traut ihm mehr zu: Laura. Seine hübsche Arbeitskollegin Laura scheint weder Vorbehalte noch Ängste ihm und seiner Behinderung gegenüber zu empfinden. Zwischen Daniel und Laura entsteht eine intensive Freundschaft. Eine Freundschaft, die scheinbar kaum jemand nachvollziehen kann und will. Wieder einmal stoßen nun beide auf Ablehnung. Doch anstatt sich voneinander zu entfernen, tritt das Gegenteil in Kraft. Beide merken, dass zwischen ihnen mehr als nur Freundschaft ist. Es ist Liebe. Vielleicht sogar die "große Liebe". Laura und Daniel befinden sich im Taumel der Gefühle. Doch kann das wahrhaftig gut gehen? Niemand traut sich es offen auszusprechen, doch weder Kollegen noch Freunde oder gar Verwandte geben Daniel und Laura eine ernsthafte Chance. Die einzigen beiden, die nicht zu zweifeln scheinen, sind wohl sie selbst. Oder sind auch sie sich nicht sicher wie es nun weitergehen soll?

Ausgezeichnete Schauspieler

Lola Dueñas und Pablo Pineda erhielten jeweils den Preis als "Beste/r Hauptdarsteller/in" in San Sebastian im letzten
Me Too - Wer will schon normal sein? Bildquelle: movienet Film Jahr sowie den Publikumspreis 2010 aus Rotterdam. Auch auf dem Sundance Filmfestival 2010 räumte der mit spanischem Titel genannten Film "yo, también" ab. Lola Dueñas selbst kann seit diesem Jahr quasi den spanischen Oscar® ihr Eigen nennen. Sie gewann in der Kategorie "Beste Hauptdarstellerin" in dem zuvor genannten Film die begehrte GOYA-Trophäe. Wie man merkt war ,dem Regisseurenduo Pastor und Naharro keine Mühe zu groß, nur die Besten Schauspieler zu engagieren.

Doch ein bisschen Realität steckt nun einmal in jedem Film und Schauspieler, so ist es zum Beispiel Tatsache, dass "Daniel"-Darsteller Pablo Pineda auch im alltäglichen Leben mit den Vorurteilen und verstohlenen Blicken behinderten Menschen gegenüber umgehen muss. Pablo Pineda hat von Geburt an das Down-Syndrom, ist aber ebenfalls der erste Mann mit Down-Syndrom, der ein vollwertiges Hochschulstudium erfolgreich abgeschlossen hat. Trotz seines Gendefektes sagt man ihm eine Heiterkeit und Lebensfreude nach, die man nun auch auf der großen Kinoleinwand erleben kann.

Am 5. August 2010 startete "Me Too – Wer will denn schon normal sein?" in den deutschen Kinos 
Me Too - Wer will schon normal sein? Bildquelle: movienet Film und wird mit Sicherheit viele Kinobesucher verzaubern. Authentisch und berührend tragen die beiden spanischen Akteure mit ihren Rollen den Film und regen, während sie Daniels und Lauras Liebesgeschichte erzählen, zum Nachdenken an. Der Film ist ein wirklich schön und zugleich behutsam erzählter Lebensverlauf zweier Menschen, die mehr in einander sehen als die äußerlichen Gegebenheiten vermuten lassen. Der Film "Me Too – Wer will denn schon normal sein?" ist ein Film, der den Zuschauer definitiv in eine andere Welt entführt und mit veralteten Vorurteilen bricht. Eine Behinderung ist keineswegs ein Hindernis und schon gar nicht in Sachen Liebe.

(ak)
Bildquelle: movienet Film

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