RUHR.2010: Theater wagen

Das Ruhrgebiet verfügt über die größte Theaterdichte Europas und ist auch über seine Grenzen hinaus für die Qualität seiner vielfältigen Bühnen bekannt. Daher ist auch den Brettern, die die Welt bedeuten ein eigenes Hauptprogramm gewidmet, das im Kulturhauptstadtjahr 2010 neben den lokalen Aufführungen unter dem Namen "Theater wagen" zusätzlich verschiedene internationale Produktionen auf die Bühne bringt.

[ruhr-guide] Odyssee Europa, Zeichnung: raumlaborberlinZwei Fragen sind für die Produktionen im Rahmen des Programms Theater wagen von zentraler Bedeutung: Wie sieht zukünftige Bühnenkunst aus? Und auf welche Art und Weise können Theater und Tanz traditionelle Grenzen zwischen Milieus, Generationen, Sprachen und Kulturen überspielen? Ein breites Spektrum an Veranstaltungen zwischen klassischem Theater und Animation, Video, Konzert und Tanz versucht darauf eine Antwort zu finden.

Odyssee Europa

Die Odyssee ist eines der ältesten und einflussreichsten Werke der abendländischen Literatur und auch heute noch Stoff für Romane, Opern, Filme und Theater. Dabei ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt, ob sich hinter dem Autoren Homer eine Einzelperson oder vielmehr ein Autorenkollektiv verbirgt. Bei der Odyssee Europa hingegen ist diese Frage eindeutig geklärt: Sechs Autoren aus Polen, Ungarn, Österreich, Irland, Deutschland und der Türkei nehmen die Zuschauer mit auf eine "Irrfahrt in sechs Teilen, zwei Tagen und einer langen Nacht". Zwar ist dieser zweitägige Theatermarathon nicht gerade der kostengünstigste Programmpunkt der RUHR.2010, dafür versprechen die Veranstalter aber auch eine einmalige Reise durch die "Zwischenwelt des Ruhr Archipel", die dem Zuschauer völlig neue Blickwinkel eröffnet. Anders als Odysseus stehen den Zuschauern bei ihrer Reise aber nicht nur Schiffe und kurzzeitige Weggefährten zur Seite. Zum Glück darf die Odyssee Europa zusätzlich auch mit Autos und Bussen bestritten werden. Beginnen wird solch eine Odyssee übrigens jeweils gegen 11 Uhr im Schauspielhaus Essen und endet am folgenden Tag gegen 21:30 Uhr im Dortmunder Schauspielhaus. Wo Sie allerdings zwischendurch landen werden, dürfen Sie ruhig selbst herausfinden.

After the Fall

20 Jahre ist es jetzt bereits her, dass sich nicht nur in Deutschland grundlegende gesellschaftliche und politische Umwälzungen bemerkbar machten. Das Theaterprojekt After the Fall beschäftigt sich mit den grenzüberschreitenden Auswirkungen, die durch den Mauerfall am 9. November 1989 eindrucksvoll eingeleitet wurden. Initiator dieses Theaterprojekts sind Goethe-Institute ausTheater wagen, Doris Salcedo: Shibboleth, Tate Modern Gallery, London Foto: REUTERS/Luke MacGregor 15 verschiedenen Ländern, die 17 Dramatiker damit beauftragten, ein Bild von Europa nach 1989 zu zeichnen. Begleitet werden die daraus resultierenden Aufführungen von einem Gesprächsprogramm, durchgeführt von der Bundeszentrale für politische Bildung, das ein lebendiges Bild der jüngsten deutschen und europäischen Geschichte zeigt.

NEXT GENERATION

Junge Leute und ihre Ideen und Visionen von einer Stadt. Der Programmpunkt NEXT GENERATION – Die Zukunft der Stadt beschäftigt sich mit eben diesem Thema. Dabei begleiteten die Macher ein Jahr lang junge Menschen durch den Alltag in ihren Städten, Stadtteilen und Vororten. Daraus hervor ging eine Kooperation über Stadt-, Kultur- und Sprachgrenzen hinweg, die Filme, Theater, Bands und andere Projekte hervorgebracht hat. RUHR.2010 bringt diese Darbietungen für das Kulturhauptstadt an verschiedenen Spielorten auf die Bühne.

Die genauen Programminformationen entnehmen Sie bitte der Internetpräsenz der RUHR.2010 unter: www.ruhr2010.de

(mf)

Fotos und Design: REUTERS/Luke MacGregor, raumlaborberlin.

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