Alltagsmenschen - Kunst in Gevelsberg

"Alltagsmensch trifft Menschen im Alltag" heißt das Kunstprojekt, das momentan die Gevelsberger Innenstadt bevölkert. Es sind Menschen wie du und ich, die auf Bänken sitzen, eine Einkaufskarre schieben oder am Ennepestrand duschen. Jedoch nur fast - die Menschen aus der Hand der bekannten Wittener Künstlerin Christel Lechner sind Betonfiguren. Allerdings keine weltfremden abstrakten Gebilde sondern so lebensnahe Menschen, dass man sie beinahe grüßen möchte. Vom 22. Juli - 16. Oktober 2011 geben sie dem beschaulichen Gevelsberg ein freundliches Gesicht.


Archiv: 29.07.2011 [ruhr-guide] Zum Anfassen ist diese Art der Kunst. Alltagsmenschen Gevelsberg Foto: Sarah BauerFast ein bisschen wie bei Madame Tussaud. Doch nur fast! Denn die Alltagsmenschen, die alle der inzwischen üppig angewachsenen Familie Lechner angehören, haben kaum Ähnlichkeiten mit Nicole Kidman oder George Clooney. Es sind Menschen, wie sie täglich durch die Fußgängerzonen im Ruhrgebiet laufen und gerade das macht die Figuren zu einer sympathischen Kunst- Aktion. Ein wenig klobig, immer lächelnd und in typischen Situationen. Manchmal mitten im Gehen, beim Plaudern an der Ampel oder sitzend auf einem Mauervorsprung. Manch einer mag sie sogar ansprechen, da sie sich so selbstverständlich in das Gesicht der Gevelsberger Fußgängerzone einfügen.

Die Künstlerin Christel Lechner

Christel Lechner erschuf ihre bekannten Alltagsmenschen Gevelsberg Foto: Sarah BauerFiguren nicht aus einem bloßen Hobby heraus. Von 1978 bis 1981 machte sie eine Ausbildung zur Keramikerin und 1982 gelang ihr gar die Meisterprüfung an der Werkkunstschule in Münster. So führte ihr Weg auch schließlich nach Witten, wo sie 1986 ihre eigene Werkstatt, den "Lechnerhof", aufbaute. 1988 arbeitete Christel Lechner zum ersten Mal mit Beton. Dass sie dies sehr erfolgreich tat und tut, beweisen die Alltagsmenschen immer wieder aufs Neue.

National und international erfolgreich

Nicht nur in Gevelsberg befinden sich zurzeit die Skulpturen der Künstlerin. In Kaiserslautern und Berlin stehen weitere Figurengruppen. Neben Städten wie Emsdetten, Bochum und Wiedenbrück, lächelten die Kunstwerke auch über die deutschen Grenzen hinaus bereits die Passanten an. Österreich, Italien oder Griechenland waren unter anderem Ausstellungsorte der Alltagsmenschen.

Sehen und gesehen werden

Dabei sollen die Alltagsmenschen keineswegs Alltagsmenschen Gevelsberg Foto: Sarah Bauerverkitschte Gartenzwerge im Riesenformat darstellen. Christel Lechner möchte kein Kleingartenparadies erschaffen, sondern ein Stück echter Kunst für den Alltagsmenschen zugänglich machen. Mit den insgesamt etwa 80 Figuren, die derzeit Gevelsberg unsicher machen, dürfte dieser Brückenschlag erneut funktionieren. Übergroß, freundlich und alltäglich - aber dennoch mit viel Ausstrahlungskraft. Es sind Menschen wie du und ich - die einen sehen und die anderen wollen gesehen werden.

Alltagsmenschen

22. Juli - 16. Oktober 2011
Innenstadt Gevelsberg

(sarah bauer)

Bildquelle: Sarah Bauer

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