Interaktives Bilderarchiv – analog und digital

Die Fotos ihrer letzten Weihnachtsfeier im Museum? Oder ihren heiß geliebten Hund zusammen mit dem Bild von Nachbars Katze? Wieso nicht, dachte sich das Museum Ostwall und entwickelte das interaktive Bilderarchiv. Das da noch viel mehr hinter steckt ist klar. Das Museum Ostwall versteht sich als Ort der Kommunikation und des Nachdenkens. Das interaktive Bilderarchiv bietet die Möglichkeit, eigene Bilder anderen zugänglich zu machen sowie mit Kompositionen zu spielen und auszuprobieren. Private Bilder haben mit der Zeit eine immer wichtigere Rolle angenommen und erreichen dank des Internets eine breite Masse. Diesen Bildern jetzt die Möglichkeit zu geben, im Museum gezeigt zu werden, soll eine neue Betrachtungsweise auf die Fotos werfen

[ruhr-guide] Das Museum Ostwall hat für dieses einmalige Projekt einen Raum gestellt, in dem die Bilder Digitales Bilderarchiv, Fotos: Eva Hauptauch bleiben und nicht wie bei existenten öffentlichen Präsentationen von Fotos, etwa bei Facebook, in ihrer Zugänglichkeit beliebig werden. Der Raum soll zum Nachdenken anregen und zum Dialog über die Bilder aber auch der Bilder untereinander. So kann jeder Besucher sich ganz einfach einen Account erstellen mit dem er Bilder in einem Atlas anordnet und so einen Zusammenhang zwischen ihnen herstellt. Ein Großteil der Exponate des Museums Ostwall sind ebenfalls in die Datenbank eingespeichert. Kunst und Hobbyfotografie können nebeneinander stehen, sodass Unterschiede und Gemeinsamkeiten zutage treten.

Hightech trifft auf traditionelle Kunst

Betrittt man den Raum fallen zwei Tische in der Mitte ins Auge, vom Design identisch, jedoch liegen auf dem einen Magnetwand, Fotos: Eva Hauptausgedruckte Fotos in denen man wühlen und finden kann, um sie gegebenenfalls an eine der großen, verschiebbaren Wände zu heften. Auf dem anderen Tisch befindet sich ein großer Touchscreen und er ist mit den zwei Bildschirmen an der Wand verbunden. Hier kann man Bilder nach bestimmten Kriterien suchen und Bildatlanten anlegen. Der eine Monitior an der Wand zeigt, was gerade auf den Touchscreen geschieht, der andere ist ein von einem Besucher ausgewählter und ständig wechselnder Bildatlas. Am Rande sind zwei Anmeldestationen, an denen man sich einen Account erstellen und Fotos einspeisen kann. Die Technik erscheint zwar sehr simpel, dahinter stecken jedoch sieben vernetzte Computer. Ganz nach Arthur Clarkes drittem Gesetz, nachdem jede hinreichend entwickelte Technik sich nicht mehr von Magie unterscheidet.

Die Entwicklung geht weiter

Da ein Bilderarchiv in der Form absolutes Neuland ist, muss der Technik eine gewisse Lernphase zugestanden Bilderarchiv - analog und digital, Fotos: Eva Hauptwerden. Auch die Begriffe, mit denen man beim Einspeisen sein Bild taggt und über die es später von anderen gefunden werden kann werden sich mit der Zeit sicher noch ausweiten.

Das Museum Ostwall soll ein Ort der Kommunikation sein und diese Archiv ist eine tolle Antwort auf das Phänomen des Social-Network und eine interessante Möglichkeit über diese Bilder nachzudenken. Es soll auch die jüngeren Generationen ansprechen und Kunst nicht vom Alltag abgrenzen.

(eh)

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