Robert Frank im Museum Folkwang Essen

Im Dezember 2000 eröffnete er "Hold Still - Keep Going" und signierte in aller Ruhe die Bücher, Plakate und Postkarten der erfolgreichen Ausstellung. Jetzt sind seine Anfang der 1950er Jahre entstandenen Paris-Fotografien zu sehen.


Archiv: 22.04.2008 [ruhr-guide] Neben New York war Paris stets das Mekka derRobert Frank "Paris (Mann mit Tulpe hinter seinem Rücken)" ca. 1950. © Robert Frank, 2008 Fotokünstler. Viele der von Robert Frank während seiner Paris-Aufenthalte aufgenommenen Bilder sind heute weltbekannt und gehören zum festen Repertoire der Fotografiegeschichte. In der Ausstellung "Robert Frank. Paris" zeigt die Fotografische Sammlung des Museum Folkwang erstmals eine umfangreiche Auswahl aus den Anfang der 1950er Jahre entstandenen Bildern. Ein Teil dieser Aufnahmen wird hier erstmals veröffentlicht; sie wurden eigens für die Ausstellung in Essen und das Begleitbuch ausgewählt und zum Teil neu vergrößert.

Der Besuch der französischen Metropole im Jahr 1951 war Robert Franks zweite Rückkehr nach Europa. Der Fotograf erlebte die Straßen von Paris als Bühne menschlicher Aktivität. Mit seiner Kamera beobachtete er die vielen kleinen Momente im großstädtischen Alltag: Spaziergänger, Straßenarbeiter und Händler, beiläufige Ereignisse, Begegnungen und Geschichten in den Cafés, auf den Boulevards und Plätzen waren seine Themen. Frank konzentrierte sich insbesondere auf die Blumenverkäufer, die sein Paris-Bild nachhaltig prägten – und in seinem 1987 erschienenen Buch "Flower is Paris", "Ford is Detroit", "Mabou is Waiting" (1987) noch einmal aufscheinen.

Franks Bilder stehen Robert Frank "Paris (Mädchen mit lockigem Haar schaut in die Kamera)" ca. 1950. 
© Robert Frank, 2008in der Tradition des Flaneurs, einer literarischen Figur, die sich beobachtend durch die moderne Großstadt treiben lässt, und nehmen Bezug auf den berühmten Paris-Fotografen Eugene Atget (1857-1927). Franks Blick richtet sich auf die Individuen der französischen Metropole, gleichzeitig erkundet er die Stillleben der Stadt, ihre geheimnisvollen Erscheinungen und Schriftbilder.

Robert Frank, geboren 1924 in Zürich, zählt heute zu den einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Auf zahlreichen Reisen, die ihn u.a. nach Paris und London, Wales, Italien, Nord- und Südamerika führten, entwickelt Frank seine ausgeprägt subjektive, erzählende Bildsprache. Große Bekanntheit erlangte er mit dem erstmals 1958 veröffentlichten Buch The Americans, das den Weg bereitete für eine neue Form von Fotobüchern, und den Experimentalfilm Pull My Daisy von 1959. Weitere wichtige Arbeiten sind die Bücher "Black White and Things" (1954) und "The Lines of My Hand" (1959) sowie der Film "Cocksucker Blues" (1972). Heute lebt Frank in New York und Neuschottland, Kanada.

Robert Frank. Paris

25. April - 6. Juli 2008

Museum Folkwang

Kahrstraße 16
45128 Essen
Tel.: 0201 8845301

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
Freitag 10 bis 21 Uhr (ab April freitags 10 bis 18 Uhr)

(sl)

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