Ruhrtriennale 2014 - International Festival of the Arts

Vom 15. August bis 28. September 2014 zeigt die Ruhrtriennale wieder künstlerische Darbietungen verschiedener Genres. Musiktheater, Tanz und zeitgenössische Kunst treffen in vier verschiedenen Städten im Ruhrgebiet auf Orte der Industriekultur. Fast 250 Veranstaltungstermine, darunter zahlreiche Uraufführungen, laden das Publikum ein, außergewöhnliche Kultur zu erleben. Die Eröffnung fand in diesem Jahr erstmals in Duisburg statt. Jetzt Tickets sichern!


Archiv: 05.09.2014 [ruhr-guide] Im Jahr 2002 wird die erste Ruhrtriennale unter der Matthew-Barney-und-JonathanLeitung von Gründungsintendant Gerard Mortier inszeniert. Die Veranstaltung soll fortan immer drei Jahre unter der künstlerischen Leitung eines Intendanten stehen. Schon bei der ersten Ruhrtriennale steht das Konzept, das bis heute gilt, fest: Spartenübergreifend wird Kunst an Orten der Industriekultur im Dialog mit diesen präsentiert. So rücken stillgelegte Zechen und verlassene Hallen in den Fokus als Austragungsorte kultureller Veranstaltungen.

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Die Ruhrtriennale hat begonnen

Am 15. August hat die Ruhrtriennale begonnen. Zahlreiche Premieren folgten an dem Wochenende vom 15.-17. August. So wurde am Freitag die Installation „Melt“ im Duisburger Landschaftspark präsentiert. Mit dabei waren die beiden brasilianischen Künstler Rejane Cantoni und Leonardo Crescenti sowie Kulturministerin Ute Schäfer. Die Ruhrtriennale ist eröffnetDie begehbare Installation, die sich auf der Hochofenstraße befindet, ist 70 Meter lang, hat eine polierte Oberfläche aus Aluminium und reagiert auf Bewegungen. Sobald man „Melt“ betritt beginnen die Platten zu schwingen, dies ist für den Anwesenden hör- und spürbar. Das Künstlerduo ist bekannt für seine Installationen, die den Hör-, Seh- und Tastsinn anregen und somit die Wahrnehmung der Teilnehmer schärfen. Noch bis zum 28. September befindet sich das Werk im Landschaftspark. Der Eintritt ist frei. Einen Tag später wurde die Ausstellung „Eine Einstellung zur Arbeit“ von Antje Ehmann und Harun Farocki eröffnet. Leider konnte der Künstler selbst nicht mehr anwesend sein, da er kurz vor der Premiere verstarb. Somit ist „Eine Einstellung zur Arbeit“ das letzte Werk des Künstlers. Mehr als 400 Filme wurden mit Hilfe von Filmemachern auf der ganzen Welt für diese Arbeit produziert. Eine kleine Auswahl der besten Filme sind jetzt im Museum Folkwang in Essen zu sehen. Die Videos zeigen Menschen bei der Arbeit unter der Vorgabe, dass die Videos nicht länger als zwei Minuten laufen und keinen einzigen Schnitt beinhalten. Die Ausstellung läuft ebenfalls bis zum 28. September 2014.

Ruhrtriennale 2014

Die Ruhrtriennale vom 15. August bis 28. September Morton Feldman, Samuel Beckett2014 steht in diesem Jahr letztmalig unter der künstlerischen Leitung von Heiner Goebbels. Für Uraufführungen und Neuproduktionen hält er auch in seinem dritten Jahr an der Zusammenarbeit mit bedeutenden internationalen Künstlerinnen und Künstlern fest. Zudem baut er den Dialog mit der Bildenden Kunst aus. Das internationale Festival der Künste zeigt Musiktheater, Tanz, Konzert, Film und zeitgenössische Kunst an industriekulturellen Stätten in Bochum, Duisburg, Essen und Gladbeck. So bringen namenhafte Künstlerinnen und Künstler dieses Jahr bei fast 250 Veranstaltungsterminen, zahlreiche Produktionen, darunter Uraufführungen, Neuproduktionen, Europäische Erstaufführungen und Deutschlandpremieren auf die Bühnen des Ruhrgebiets.

Viele Höhepunkte in verschiedenen Genres der Kunst

Bereits die Eröffnungsproduktion „De Materie“ von Louis Andriessen gilt als einer der Höhepunkte des Festivals, welche seit der Uraufführung in Amsterdam 1989 in diesem Jahr erstmals wieder szenisch realisiert werden wird. Für dieses besondere Ereignis haben sich die Veranstalter in diesem Jahr die Kraftzentrale im Landschaftspark Duisburg-Nord ausgesucht. Bei dem Sück “Neither“ von Morton Feldman und Samuel Beckett, handelt es sich um einen weiteren Musiktheater-Entwurf des 20. Jahrhunderts. Es besticht durch die Mixtur von zarten Nuancierungen aus den Gegensätzen zwischen Klang und Stille, sich überlagernden Rhythmen, der einsamen Stimme einer Sopranistin und einzigartigen Bildern inszeniert vom italienischen Theatermacher Romeo Castellucci. Aufgeführt wird dieses Stück in der Jahrhunderthalle in Bochum.

Das Gleichgewicht zwischen Schöpfung und Zerstörung

In der Inszenierung “I AM“ verweist der samoanische Performancekünstler und Choerograf Lemi Ponifasio in Zusammenarbeit mit der „MAU Company“ Lemi Ponifasioauf die biblische Offenbarungsgeschichte. Hierbei behandelt er das zerbrechliche Gleichgewicht zwischen Schöpfung und Zerstörung, dem Anfang und dem Ende des seins, was in unserer Gesellschaft bis heute bestand hat. Mit Hilfe des dynamischen Zusammenspiels von Licht und Schatten, Bewegung und Sprache erzeugt Lemi Ponifasio beeindruckende Bilder, die dennoch Raum für Ihre Fantasie lassen und versprechen. Diese zweistündige deutsche Erstaufführung verspricht wieder eine sehr gelungene Mischung aus Theater, Tanz und Performance „a la“ Ponifasio zu werden und ist ebenfalls in der Jahrhunderthalle in Bochum zu erleben.

Diese und zahlreiche weitere Produktionen ziehen das Publikum bei der Ruhrtriennale 2014 in ihren Bann. Zum Austausch über das Gesehene und Gehörte laden nach den Veranstaltungen die „freitagsküche“ und die „tumbletalks“ ein. In der „freitagsküche“ treffen sich Künstler und Publikum zum gemeinsamen Essen und Reden. Bei den sonntäglichen „tumbletalks“ im Museum Folkwang wird zwar nicht gegessen, dafür aber alles andere, was einem zur Kultur einfällt. Reden, schweigen, rumstehen, tanzen, denken: nichts ist vorgegeben – alles ist erlaubt in den „tumbletalks“ (tumble = Unordnung, Durcheinander). Die einzige Spielregel, die hier gilt, ist die älteste, die es im Theater gibt: die Aristotelische Einheit von Ort, Zeit und Handlung. Alles geschieht hier und jetzt.

Children's Choice Awards

Bereits 2012 gab es bei der Ruhrtriennale eine besondere Jury, die die Aufführungen nach ihren eigenen Kriterien beurteilte: Kinder. Zu den selbstentwickelten Kategorien gehörten u. a. „Der beste Sound“, „Die Show, in der ich am meisten gelacht habe“ oder „Die Show, aus der ich fast rausgegangen wäre“. Auch 2014 besteht die Festivaljury aus 70 Kindern aus dem Ruhrgebiet im Alter zwischen 12 und 14 Jahren, die die Beiträge des Festivals beurteilen. Die Preisverleihung findet am 27. September um 16 Uhr in der Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg-Nord statt. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. Ob Tanz, Oper, Bildende Kunst oder Konzert: Das Programm der Ruhrtriennale ist so vielfältig wie die Kulturwelt selbst. In vier Städten im Ruhrgebiet erfährt das Publikum visuelle und klangliche Darbietungen im Dialog mit stillgelegten Orten der Industrie.

Ruhrtriennale 2014

15. August - 28. September 2014

Das ausführliche Programm der Ruhrtriennale 2014,
sowie Informationen rund um die Ticketbestellung, finden Sie unter:

www.ruhrtriennale.de

Fotos:
Matthew Barney und Jonathan Bepler, River of Fundament_BA, 2014, Production Still Foto Hugo Glendinning © Matthew Barney
Neither, Probenfotos (c) Ruhrtriennale 2014 Foto Stephan Glagla für die Ruhrtriennale
I AM by Lemi Ponifasio © MAU
Melt by Mia Mawkish

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