Wirtschaft! Wunder! Krupp in der Fotografie 1949 – 1967

Blümchenkleid und Petticoat – Das goldene Zeitalter der 50er und 60er Jahre. Die aktuelle Fotoausstellung der Villa Hügel, befasst sich mit der Ära des Wirtschaftsaufschwungs der Nachkriegszeit bis 1967. In vier Räumen der historischen Villa Hügel werden im Zeitraum vom 5. Juli bis zum 23. November 2014, auf einer Ausstellungsfläche von ca. 250 m² 114 Fotografien und zeitgenössische Illustrierte und Fotobände gezeigt.


Archiv: 09.07.2014 [ruhr-guide] Schon früh wurde erkannt, wie wichtig Fotografien für die Wirtschaft war Ausgestelltes Foto - Wirtschaft! Wunder! Krupp in der Fotografie 1949 - 1967und wie diese geholfen haben, ein Unternehmen bestmöglich zu repräsentieren und gesellschaftlich zu etablieren. Aus diesem Grund gründete die Firma Krupp bereits im Jahre 1861 eine eigene Fotografie-Abteilung in Ihren Werken. Die hauseigenen Fotografen dokumentierten Fertigungsprozesse und zeigten die Architektur der Werke, um der Bevölkerung einen besseren Einblick in das Unternehmen geben und die Marke Krupp festigen zu können. Nachdem viele Werke nach Kriegsende zerstört waren und Alfried Krupp von Bohlen und Halbach vorübergehend von den Amerikanern aufgrund des Verhaltens im Nationalsozialismus verhaftet und die gesamte Firma beschlagnahmt wurde, erholte sich Krupp ab 1953 langsam und entwickelte sich 1958 wieder zu dem umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands.

Aufbau und Gliederung der Ausstellung

Die Ausstellung in den historischen Räumlichkeiten der Villa Hügel ist in vier Abschnitte unterteilt. Sie gibt zwar auch Eindrücke über Erich Lessing, In der Schmiede und Gießerei der Firma KruppZerstörung und Wiederaufbau im zweiten Weltkrieg wieder, Hauptaugenmerk liegt aber darauf, die Entwicklung der Werksfotografie im goldenen Zeitalter der Nachkriegszeit zu beschreiben. Denn diese besaßen unfassbare Macht und trugen die Geschichte Krupps vom Aufstieg aus Ruinen hinaus in alle Welt. So beschrieben auch amerikanische Magazine die Geschichte der Firma als „Comeback of the House of Krupp“.
Der nächste Teil der Ausstellung befasst sich mit dem Thema Fotojournalisten im Werk. Neben den hauseigenen Fotografen waren auch immer mal wieder externe Fotojournalisten in den Kruppwerken zu Gast, welche beispielsweise von Magazinen und Illustrierten wie dem Stern oder dem Spiegel, aber auch internationalen Medien wie Life oder dem Time Magazine beauftragt wurden, um Reportagefotografien von Krupp anzufertigen. So erschien im Jahre 1956 auch eine zwölfseitige Reportage über Firma und Familie Kupp im führenden amerikanischen Wirtschaftsmagazin Fortune. Einige dieser Fotografien von namhaften Fotografen wie Erich Lessing, Ralph Crane, Erich Hartmann sowie Rene Burri aus der Bildagentur MAGNUM sind in diesem Teil der Ausstellung zu sehen. Sie gaben den Betrachtern der Fotografien andere Sichtweisen und Perspektiven auf das Arbeiten im Werk.
Im Teil Neues SehenAusstellungsstand der Firma Krupp im Jahre 1961 wird Ihnen gezeigt, wie die Dokumentationen über Arbeitsabläufe und Fertigungen immer künstlerischer wurden. So wurde bewusster mit Schärfe und Unschärfe gearbeitet und auch Farbe hielt Einzug, um die Faszination von Feuerschein und glühendem Metall besser darstellen zu können. Aber auch knappe, oft extreme Ausschnitte wurden gewählt oder die Fotografen setzten bewusste Hell-Dunkel-Kontraste um den Blick des Betrachters gezielt auf Oberflächen, Strukturen und Formen der abgebildeten Objekte zu lenken.
Der letzte Teil der Ausstellung befasst sich mit den Menschen am Arbeitsplatz. Hier werden Ihnen Szenerien aus dem Arbeitsleben der „Kruppianer“ gezeigt. Angefangen bei dem Lehrling, bis hoch in die Chefetage, finden Momente des alltäglichen Arbeitslebens eingefangen von Werksfotografen aber auch Aufnahmen von externen Künstlern wie zum Beispiel Robert Lebeck, Hilmar Pabel oder auch Erich Lessing.

Diese Ausstellung richtet sich nicht nur an Historiker oder ehemalige „Kruppianer“, sondern auch an alle, die sich für die Geschichte der Fotografie und insbesondere der Entwicklung der Werks- und Produktfotografie interessieren. Sie sehen eine Vielzahl eindrucksvoller Bilder, sowie deren Publikation in Illustrierten und Magazinen aus der damaligen Zeit. Zudem bietet die Kulisse des ehemaligen Wohnsitzes der Familie Krupp eine perfekte Location, sodass es dem Besucher leicht gemacht wird, in die Geschichten der ausgestellten Fotografien eintauchen zu können.

Wirtschaft Wunder! Krupp in der Fotografie 1949 – 1967

Villa Hügel
Hügel 15
45133 Essen

5. Juli – 23. November 2014

Eintrittspreise:
Villa Hügel und Park
Einzelkarte Euro 5,- Euro

Freien Eintritt haben:
Kinder unter 14 Jahren
Angehörige des ThyssenKrupp-Konzerns
Mitarbeiter des Alfried Krupp Krankenhauses

Schulklassen und Gruppen ab 20 Personen nur nach Voranmeldung!

Öffnungszeiten:
Hügel Park: täglich – auch an Feiertagen – von 8.00 bis 20.00 Uhr
Villa Hügel: täglich außer montags von 10.00 bis 18.00 Uhr
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.villahuegel.de

Fotos: 1. Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung / Historisches Archiv Krupp, Essen. 2. Erich Lessing / Lessing Photo Archive, Wien, Historisches Archiv Krupp, Essen. 3. Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Historisches Archiv Krupp, Essen.

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