Freilichtmuseum bei Lindlar

Das Freilichtmuseum bei Lindlar im Bergischen Land ist das inhaltlich modernste seiner Art. Auf über 25 Hektar Land wird die historische bergische Landschaft dargestellt, wie sie noch vor zwei Jahrtausenden existierte. Tolle Mitmachprogramme, ökologische Seminare und Ausstellungen prägen das Freilichtmuseum und lassen es so zu einem Ausflugsziel für die ganze Familie werden.


[ruhr-guide] Wer einmal ins 19. Jahrhundert eintauchen möchte,Freilichtmuseum Lindlar, Foto: Sabine König der ist im Freilichtmuseum Lindlar genau richtig. Hier lassen sich originale Häuser, Werkstätten und Höfe sowie die Berufe aus dieser Zeit erkunden. Das Freilichtmuseum stellt ein Dorf aus vergangenen Jahren dar, in der es nicht nur für Kinder zahlreiche Antiquitäten zu erforschen gibt. Im Jahr 1998 wurde das Museum eröffnet, seither zählt es zu einem der beiden Freilichtmuseen des Landschaftsverbandes Rheinland. In vier Dörfern kann man die kulturelle und gesellschaftliche Veränderung im 19. Jahrhundert auf eigene Faust erleben. Von der Revolution 1848/49, über die Gründung des Deutschen Reiches 1871 bis zu der Zeit nach 1945. Im Freilichtmuseum Lindlar gibt es jede Menge zu entdecken!

Handwerk aus vergangenen Jahrhunderten

Anders als in einem klassischen Museum wird im Freilichtmuseum Lindlar richtig Hand angelegt! Zahlreiche Handwerker verüben vor den Augen der Besucher ihren Beruf mit den entsprechenden Arbeitsstechnicken aus dem 19. Jahrhundert. Groß und Klein können hier zum Teil selbständig miterleben, wie sich die Arbeitswelt veränderte und wie zum Beispiel eine waschechte Backstube ihre krossen Brötchen noch zu der Zeit ihrer Urgroßeltern backte.

In der Seilerei geht man der Frage auf den Grund, wie man Seile in den verschiedensten Dicken und Längen "schlägt". Dabei kann der Besucher selbst mal zupacken und wird dabei zu einem echten Profi am Seil. Ein besonderes Highlight stellt die Hauswirtschaftlerin im Hof Peters dar, denn hier wird ohne elektrische Haushaltsgeräte gekocht und gebacken was das Zeug halt. Der leckerer Duft der Speisen aus dem alten Bergischen Land erfüllt hier die Räumlichkeiten.

Eine weitere Besonderheit im Freilichtmuseum Lindlar ist das Pferdegespann Freilichtmuseum Lindlar, Foto: Sabine König mit dem die Äcker auf dem Gelände des Museums umgepflügt werden. Roggen, Hafer oder Kartoffeln werden hier angebaut und geerntet, anschließend können das Mehl und die Erdäpfel im hauseigenen Museumsladen gekauft werden. Außerdem gibt es hier eine Imkerei, in der die fleißigen Bienen aus dem Bergischen Land den zuckersüßen Honig produzieren. Wem das noch nicht genug ist, der kann auch gerne bei der Sattlerei, der Schmiede oder der Bandweberei vorbei schauen und das eine oder andere Interessante über das Handwerk im 19. Jahrhundert mit nach Hause nehmen.

Eine echte Fundgrube!

Im Freilichtmuseum Lindlar wird nicht nur grobes Handwerk präsentiert. Wahre Schätze aus dem Bergischen Land sind hier auf den 25 Hektar verborgen. Mehr als 28.000 Fotografien und Sammlerstücke gehören inzwischen zu dem Bestand des LVR-Museums. Und wo gesammelt wird, wird auch oft geforscht. Besonders liegt der Fokus hier auf der Bauforschung, denn wie sollen sonst so zahlreiche und einzigartige Bauwerke das Freilichtmuseum Lindlar bereichern?

Die meisten von ihnen stammen aus der Zeit zwischen 1800 bis zu den 1960er Jahren und wurden von ihren vorherigen Standorten im originalen nach Lindlar übernommen. So ist zum Beispiel die 1800 erbaute Schmiede und Stellmacherei aus Lindlar-Linde im Ganzen dem Freilichtmuseum übertragen worden. Von da an können Groß und Klein regelmäßig Teil davon werden, wie der Schmied aus einem gelborange glühenden Eisenstift, die unterschiedlichsten Dinge zaubert.

Eine schöne Erinnerungsstätte stellt neben den zahlreichen Werkstätten die Gaststätte Römer aus Wuppertal-Sandfeld dar. Es ist die letzte, originale, aus dem Rheinland erhaltene Gaststätte aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Und weil es hier so besonders ist, finden in diesem charmanten Gebäude sogar standesamtliche Trauungen statt.

Urlaub im Freilichtmuseum

Neben dem regen Museumsalltag eröffnete 2012 die Museumsherberge Die Kaiserlich Deutsche Postkutsche im Freilichtmuseum Lindlar, Foto: Sabine König „Im Gut Dahl". Hier haben Familien, Schulklassen oder Wandergruppen die Möglichkeit, einige Nächte in der Nähe des Freilichtmuseums zu verbringen. Das Besondere hierbei: Anders als in einer Jugendherberge steht den Mietern das ganze Gebäude zur Verfügung. Eine rekonstruierte Scheune aus dem 18. Jahrhundert stellt das Grundgerüst der Unterkunft dar. In Zukunft sollen in den Räumlichkeiten Ausstellungen zum historischen Alltag der 1870er Jahre besichtigt werden können.

Ein bisschen Freilichtmuseum für Zuhause

Ein Stück bergisches Land kann man sich auch für Zuhause mitnehmen. Im Museumsladen des Freilichtmuseums Lindlar gibt es allerlei leckere Köstlichkeiten und tolle Produkte vom bergischen Landleben. Backwaren, Wein, Wurst und auch Produkte aus Wolle oder Holz lassen sich hier erwerben. Im Voraus kann man sich hier auch Ferngläser und Bestimmungsbücher für die eigene kleine Naturerkundungstour kaufen.

Das Freilichtmuseum Lindlar ist mehr als nur ein klassisches Museum! Hier wird noch richtig gearbeitet und Groß und Klein kann Teil der Zeit aus dem 19. Jahrhundert werden. Handwerk aus vergangenen Jahrtausenden und Fundstücke aus der Umgebung prägen dieses einzigartige Ausflugsziel.

Freilichtmuseum Lindlar

Unterheiligenhoven 5
51789 Lindlar
www.freilichtmuseum-lindlar.lvr.de

Anfahrt:
GPS-Koordinaten:
51 Grad 00‘ 47,9“ Nord, 7 Grad 20‘ 43,2“ Ost

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Bushaltestelle „Lingenbach“ mit der 421

Öffnungszeiten:
1. März bis 31. Oktober
Di. – So. 10.00 bis 18.00 Uhr
1. November bis 28. Februar
Di. – So. 10.00 bis 16.00 Uhr

Preise:
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei
Erwachsene: 6,00 €, ermäßigt: 4,00 €

Parkplatzgebühr:
Vom 1.3. bis zum 31.10. sonn- und feiertags: 2,00 €

(Stand: August 2017, Angaben ohne Gewähr)

Fotos: Sabine König

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