Industriemuseum Henrichshütte
Dort, wo über 10.000 Menschen harter Arbeit nachgingen, ist die Henrichshütte als das traditionsreichste Hüttenwerk im Ruhrgebiet zum Symbol für die Geschichte der Eisen- und Stahlindustrie geworden. Heute präsentiert das Industriemuseum das Leben der Arbeiter, zeigt die Gebläsehalle verschiedene Maschinen aus dem industriellen Zeitalter und lockt die Industriebrache zu einem Spaziergang. Vom 13. April bis 6. Oktober lädt die Henrichshütte zu einer Ausstellung der Skulpturen von Karl Manfred Rennertz ein.
[ruhr-guide] Langsam erobert sich die Natur ihren Platz auf dem
Gelände der 1987 stillgelegten Henrichshütte in Hattingen zurück. Hier findet der Besucher die Art der Ruhrgebietsromantik, die von der harten Arbeit und den rauchenden Schloten an der Ruhr erzählt. Es finden sich Kunstobjekte aus Eisen und Stahl, Relikte aus der vergangenen Zeit, die vom Grün überwuchert sind. Im Landschaftspark Henrichshütte führen drei Rundwege durch das 50.000 Quadratmeter große Gelände. Daneben entsteht hier ein Gewerbepark, der neue Firmen an den ehemaligen Industriestandort in unmittelbarer Nähe der Ruhr lockt.
Karl Manfred Rennertz
Atelier.Industrie
Mammutbäume ragen auf vor dem gewaltigen Schwungrad der Gebläsemaschine. Vor grauem Beton leuchtet eine rote Kugel aus Holz. Kegel aus rostigem Eisen balancieren auf ihren Spitzen. Die Skulpturen von Karl Manfred Rennertz setzen besondere Akzente im industriellen Ambiente der Henrichshütte.
13.4. bis 6.10.2013
Di-Fr 11.30-13.00 Uhr sowie 16.00-17.30 Uhr, Freitagabend 19.30 - 21.00 Uhr, Sa/So/feiertags 10.30-18.00 Uhr
Jeden Sonntag um 15 Uhr werden Ausstellungsführungen angeboten. Die Teilnahme ist kostenlos. Besucher zahlen nur den regulären Museumseintritt.
Beste Aussichten vom Hochofen
Im Jahr 2000 wurde die Henrichshütte als LWL-Industriemuseum Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur Henrichshütte Hattingen
eröffnet. Anders als der Hochofen II, der vollständig zerlegt nach China verschifft wurde, ist der erhaltene Hochofen III das Zentrum der industriegeschichtlich bedeutenden Anlage. Neben dem Hochofen und dem Maschinenhaus, bezeugen Erz- und Koksbunker sowie die beeindruckenden Transportbänder das Arbeiten mit Eisen und Stahl. In der Gebläsehalle gibt es Maschinen aus drei Generationen zu besichtigen, die den berühmten Hochofenwind erzeugten. Auf einer Besichtigungstour kann sich der Besucher von Zeitzeugen die Geschichten rund um die Henrichshütte erzählen lassen. Ganz Mutige fahren mit einem gläsernen Aufzug bis auf die höchste Plattform des Hochofens und genießen eine unvergleichliche Aussicht. Die Geschichte der Henrichshütte ist eng mit dem Grafen Henrich zu Stolberg-Wernigerode verknüpft. Die eindrucksvolle Sonderausstellung "Henrichs Hütte. Der Graf und sein Werk" porträtierte 2004 das Leben und Werk des Hüttengründers und zeigte, wie der Hüttenbau schon Mitte des 19. Jahrhunderts Proteste der umliegenden Bauernschaften gegen die Umweltbelastungen mit sich brachte. Für das bis dahin durch Landwirtschaft und die niedergehende Tuchmacherei geprägte Hattingen, bedeutete der Bau der Hütte einen enormen Zuzug von Arbeitskräften, der für den Neubau von zunächst Mietkasernen und schließlich der Gartenstadtsiedlung Hüttenau sorgte.
Im Zweiten Weltkrieg diente die Henrichshütte als Standort für die
Vollkriegsproduktion, alliierte Bombenangriffe zerstörten sie beinahe vollständig. Mit dem Wiederaufbau wurde auch die Produktpalette spezialisierter: Bohrinselteile, High-Tech-Magnete oder Reaktordruckgefäße wurden fortan in alle Welt exportiert. So erreichte die Henrichshütte in den 1950er Jahren ihre Blütezeit. Durch den immer weiter steigenden Flächenbedarf wurde die Verlegung der Ruhr erforderlich. Der Standort im Binnenland ohne einen Hafen wurde der Henrichshütte in den 1960er Jahren neben der Stahlkrise zum Verhängnis: Ab 1963 beginnen die ersten Stillegungen.
"Immer wieder sonntags"
11.30 Uhr: Sonntagsspaziergang (2 Euro plus Eintritt)14.30 Uhr Ratten-Führung (2 Euro plus Eintritt)
14.30, 15.30 und 16.30 Uhr: Bunker-Tour (2 Euro plus Eintritt)
1. Sonntag im Monat:
14 - 17 Uhr: Eisenbahnfahrten (nur Eintritt)
2. Sonntag im Monat
10.30 - 12.30 Uhr: Grüne Werkstatt (3 Euro plus Eintritt)
3. Sonntag im Monat
14 - 17 Uhr: Schaugießerei (nur Eintritt)
4. Sonntag im Monat
10.30 - 12.00 Uhr: Der Grüne Weg mit Scout (2 Euro plus Eintritt),
15.00 Uhr: Der Weg des Stahl (2 Euro plus Eintritt)
5. Sonntag im Monat
15.00 Uhr: Englische Führung für Deutschsprachige (2 Euro plus Eintritt)
Das Programm kann witterungsbedingt und jahreszeitlich variieren.
Außerdem:
Spätschicht
Jeden Freitag um 19 Uhr Spätschicht: Erlebnisführung zur Geschichte der Henrichshütte mit kulturellem Begleitprogramm. In den Wintermonaten (November bis März) erwartet die Besucher eine Fackelführung.
Westfälisches Industriemuseum
Henrichshütte Hattingen
Werksstraße 31-3345527 Hattingen
Öffnungszeiten:
Die bis So: 10.00 – 18.00 Uhr
Fr: 10.00 - 21.30 Uhr
Eintritt:
Erwachsene: 4,00 Euro
Kinder und Jugendliche (6 bis 17 Jahren): 1,50 Euro
ermäßigter Eintritt: 2,50 Euro
Familien: 9,00 Euro
(Stand: April 2013, Angaben ohne Gewähr)
Anfahrt:
PKW: A 43, Abfahrt Witten-Herbede, Blankensteiner Straße Richtung Hattingen; bitte den Schildern folgen.
ÖPNV: Bus-Haltestelle "Industriemuseum" bzw. "Henrichshütte" der Linien SB 37 und CE 31 ab Bochum Hauptbahnhof; ab Hattingen-Mitte Linien 335, 358, SB 37 oder CE 31. Dort S-Bahn-Anschluss Linie 3 Richtung Essen / Oberhausen.
Fotos: LWL-Industriemuseum/Annette Hudemann, Walter Fischer
