LVR-Industriemuseum, Zinkfabrik Altenberg

An Rhein und Ruhr gibt es sechs authentische Industrieschauplätze, die unter dem Titel LVR-Industriemuseum firmieren. In der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg in Oberhausen befindet sich mit der Direktion, Verwaltung, Bibliothek, dem Fotoarchiv und den Werkstätten die Zentrale dieses besonderen Museumskonzepts.


[ruhr-guide] Die 1854/55 errichtete Zinkfabrik Altenberg bedeutete für das damals kaum besiedelte Gebiet der Lipperheide den Anschluß an die aufstrebende Industrie nördlich der Ruhr. Das LVR-Industriemuseum OberhausenVor allem die Cöln-Mindener-Eisenbahn und der Rhein als Transportwege, sowie die nahegelegenen Kohlenzechen als Energielieferant für die Zinkherstellung hatten ihren Anteil an dem schnellen Wachstum Oberhausens. Schon 1928 wurde die Produktion von Rohzink auf die Produktion von Zinkplatten für die Druckindustrie umgestellt. Von ihren Anfängen bis zur Schließung der Zinkfabrik Altenberg im Jahr 1981 hat sich besonders die Landschaft im Umland von der einstigen grünen Wiese bis zur Großstadt enorm verändert.

Sechs Schauplätze an Rhein und Ruhr

Nach einer gründlichen Sanierung des mit Altlasten hinterlassenen Geländes ist das 1997 eröffnete LVR-Industriemuseum - Rheinisches Landesmuseum für Industrie- und Sozialgeschichte (vormals Rheinisches Industriemuseum) mit seiner 3.500 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche die Zentrale der insgesamt sechs Schauplätze an Rhein und Ruhr. Im gesamten Ruhrgebiet ist die ehemalige Zinkfabrik Altenberg mit ihrer vollständig erhaltenen Gründerzeitarchitektur ein besonderes Denkmal der Industriekultur.

Durch die Etappen dieser 150-jährigen Geschichte der Eisen- und Stahlindustrie wird der Besucher des LVR-Industriemuseums in Oberhausen in der historischen Walzhalle der Zinkfabrik Altenberg geführt. Dort erfährt er alles über die ursprünglichen Erz- und Steinkohlevorräte der Region, den Erfindergeist und die Tatkraft der Industriellen, wodurch das Ruhrgebiet zur Region der Eisen- und Stahlindustrie im LVR Industriemuseum OberhausenSchwerindustrie aufstieg. Doch das alles wird nicht nur auf die verklärende Romantik der inzwischen untergegangenen Industriekultur reduziert. Die Maloche, der Schweiß der Arbeiter und deren Entbehrungen wird in der Ausstellung ebenso thematisiert. Eine 1942 von Krupp gebaute Dampflokomotive, riesige Walzen, Kokillen und ein 10 Meter hoher und 53 Tonnen schwerer Dampf-Hammer zeugen noch heute von der harten Arbeit in der ehemaligen Zinkfabrik. Neben der Funktion von Prüf- und Werkzeugmaschinen wird die wechselhafte Beziehung von Wirtschaft, Politik und Militär dargestellt, ebenso wie der Strukturwandel das Gesicht der gesamten Region verändert hat. Neben der Dauerausstellung "Schwerindustrie" locken immer wieder verschiedene Ausstellungen zu Themen der Kunst und Kultur in die Hallen des LVR-Industriemuseums.

Expressionistische Architektur

Mehrere Außenstandorte erweitern das Angebot des LVR-Industriemuseums Oberhausen. Das von dem berühmten Architekten und Industriedesigners Peter Behrens entworfene und von 1921 bis 1925 errichtete ehemalige Hauptlagerhaus der Gutehoffnungshütte an der Essener Straße ist ein Baudenkmal von europäischem Rang, und es ist schon allein einen Besuch Oberhausens wert. Hier lassen sich die Besonderheit der expressionistischen Architektur sehr gut erkunden. Eine Besichtigung des Bauwerks ist zwar nur auf Anfrage möglich, es finden jedoch regelmäßig öffentliche Führungen durch das hier beheimatete Sammlungsmagazin statt. Im Stadtteil Osterfeld befindet sich in der Berliner Straße ein kleines Museum zur Geschichte der Siedlung Eisenheim, die als älteste Arbeitersiedlung zahlreiche Eigentümlichkeiten aufweist. In der St. Antony-Hütte lagert das vom LVR-Industriemuseum betreute Archiv der Firma MAN-GHH. In diesem ehemaligen Kontorhaus der Gutehoffnungshütte erzählt eine Dauerausstellung die Geschichte der Eisen- und Stahlindustrie. Einen ausführlichen Artikel finden Sie hier ...

Ein wichtiger Schwerpunkt des LVR-Industriemuseums liegt auf der anschaulichen Vermittlung der Ausstellungsinhalte. Vor allem für Kinder und Jugendliche gibt es in der ehemaligen Zinkfabrik viel zu entdecken. Für die verschiedenen Altersgruppen bietet das LVR-Industriemuseum ein differenziertes museumspädagogisches Programm an.

LVR-Industriemuseum

Zinkfabrik Altenberg
Hansastraße 20
46049 Oberhausen

Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag: 10 – 17 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11 – 18 Uhr
Montag geschlossen

Eintritt:
Regulärer Eintritt: 4,50 €, erm. 3,50 €, ab 10 Personen 4 €
Kombiticket mit St. Antony-Hütte: 5,50 €
Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre): Eintritt frei
Schulklassen (mit bis zu 2 Begleitpersonen): Eintritt frei

Museum Eisenheim

Berliner Straße 10a
46117 Oberhausen

Öffnungszeiten:
Von Ostermontag bis zum 31. Oktober
Sonn- und Feiertage von 11 bis 18 Uhr

Eintritt:
Regulärer Eintritt: 2 €
Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre): Eintritt frei
Schulklassen (mit bis zu 2 Begleitpersonen): Eintritt frei

(Stand: Sep. 2013, Angaben ohne Gewähr)

(sl)

Fotos: Tourismus & Marketing Oberhausen GmbH

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