LWL-Museum für Archäologie, Herne

Das LWL-Museum für Archäologie in Herne gehört zu den modernsten archäologischen Museen Europas. Neben der sehr modern präsentierten und spannenden Dauerausstellung gibt es auch wieder aktuelle Workshops für die ganze Familie. So können Kinder ab 7 Jahren aktiv an Ausgrabungen teilnehmen oder Jugendliche ab 12 Jahren alles über die Kunst der klösterliche Buchgestaltung des Mittelalters lernen und direkt praktisch in die Tat umsetzen. Neue Sonderausstellung Revolution Jungsteinzeit ab Mai!


[ruhr-guide] Von der unterirdisch angelegten AusstellungshalleAnsicht des LWL-Museums für Archäologie by Oliver Kalus ragen nur drei Baukörper neben der Kreuzkirche in der Herner Innenstadt auf. Unter der Erde erwartet den Besucher zunächst einmal ein Wald. Verkehrte Welt? Nicht ganz. Dieser Wald ist daran gewöhnt - er ist nämlich versteinert und ca. 10.000 Jahre alt. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen natürlich, der Name des Museums deutet es an, 250.000 Jahre westfälische Geschichte. In der neuen Museumsgastronomie kann man sich nach einem Rundgang im gemütlich-modernen Ambiente entspannen. Die Köche bringen für Frühstücksbrunch, warmen Mittagstisch und Snacks nur frische Ware auf den Tisch. Außerdem gibt es hausgemachten Kuchen. Für alle Museumsgäste gibt es Sparpakete. Die Öffnungszeiten sind wochentags von 9:30 Uhr bis 22 Uhr und am Wochenende sogar bis 1 Uhr.

Landesausstellung "Revolution Jungsteinzeit" ab 24.5. im LWL-Museum für Archäologie in Herne

Gab es Müslischale, Reifen und Motorsäge schon vor 12.000 Jahren? Ja - zumindest in der Rohversion. Das zeigt die Landesausstellung "Revolution Jungsteinzeit", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab dem 24.5. im LWL-Museum für Archäologie in Herne in Szene setzt (bis 22.10.). "Weder die Industrialisierung noch das digitale Zeitalter hatten einen so großen Einfluss auf die Menschheitsgeschichte wie die Jungsteinzeit", erklärt Dr. Susanne Jülich, Kuratorin der Ausstellung im LWL-Museum für Archäologie in Herne.

Gut 900 Fundstücke lassen auf 800 Quadratmetern Fläche die Zeit von Ötzi und Stonehenge wieder auferstehen. Mitmachstationen laden ein, zum Ursprung der heutigen Zivilisation zurückzukehren.

In einem zweiten Teil zeigt die Landesausstellung die archäologischen Funde Nordrhein-Westfalens aus den vergangenen fünf Jahren vom 120 Millionen Jahre alten Flugsaurier bis zu mittelalterlichen Schwertern.

GrabungsCAMP

Für alle die einmal Archäologe sein wollten bekommen nun die Möglichkeit dazu. Egal ob klein oder groß, jeder kann mit Kelle und Pinsel bewaffnet in Kleinstarbeit die Fundstücke ausgraben und wie bei einem Puzzle zusammenfügen. Durch die gefundenen römischen Münzen und steinzeitlichen Scherben bekommt man einen Einblick in das Leben unserer Vorfahren. Das GrabungsCAMP ist eine Ergänzung zu der Dauerausstellung und kann auch nur besichtigt werden, wenn eine Mitmachgrabung gebucht wird. Jetzt wurde das "Grabungscamp"im LWL-Museum für Archäologie bis zum Frühjahr 2017 verlängert.

Die Dauerausstellung

Die Ausstellung bettet sich in eine sogenannte Grabungslandschaft ein und wirdArchäologische Fundstücke im LWL-Museum by Peter Jülich somit so präsentiert, wie sich die Exponate den Archäologen offenbaren. Über einen Steg - ganz als wäre es hier eine "reale" Ausgrabungsstätte - folgt der Besucher dem Rundgang. Unter ihm befinden sich Gräber und Brunnen im Boden oder ein Erdwerk der frühen Bauern und eine Kirche der ersten Christen. In den Wänden finden sich Nischen, welche die zeitgleiche Geschichte jenseits von Westfalen präsentieren: die ägyptischen Pyramiden, Mohammed, die Entdeckung Amerikas usw.

In Wasserläufen finden sich bei genauerer Betrachtung nicht nur Geröll sondern vielfach auch Steinwerkzeuge. In anderen Bereichen des Museums wird beispielsweise die Entwicklung zum Werkzeug dargestellt. Über verschiedene Bereiche wie "Jäger und Sammler", "Ackerbau und Viehzucht" oder "Römer und Germanen" gelangt man bis zur Trümmerarchäologie des 2. Weltkrieges.

Mit Joachim Król durch die Dauerausstellung

Seit November 2013 können sich Besucher des LWL-Museums für Archäologie von Joachim Król, (bekannt u.a. als "Tatort"-Kommissar) führen lassen. Natürlich nicht persönlich, aber mit seiner Stimme auf dem neuen Multimedia-Guide. Das Gerät bietet ca. 90 Minuten zusätzliche Infomationen zu den Highlights der Ausstellung, bestehend aus verschiedenen Hörbeiträgen, Bildershows und Videos vom originalen Fundort der Exponate. So sieht der Besucher nicht nur das ausgestellte Exponat sondern erlebt auch seine Hintergrundgeschichte hautnah mit. Die Smartphone-ähnlichen Guides sind in erster Linie für Erwachsene gedacht, jedoch sind Kinderführungen und Führungen durch die Sonderausttellungen geplant. Für vier Euro kann man exklusive Infomationen zur Daueraustellung buchen und noch viel tiefer in die Welt unserer Vorfahren eintauchen.

Museumspädagogik wird groß geschrieben

Museumspädagogik - vielfach vernachlässigt - steht in Herne im Mittelpunkt. Im LWL-Museum für Archäologie gibt es viel zu entdecken by Peter JülichEin Team von 12 Pädagogen und Archäologen steht den Besuchern zur Verfügung. Es sind diverse Sonderaktionen im Angebot: vom Mehl mahlen bis zur Schmuckherstellung - für Kindergarten oder auch Senioren. Außerdem wird mit Sinneseindrücken gearbeitet: Böden ahmen die unterschiedlichen Erdreiche nach; Außengeräusche wie Vogelgezwitscher, das Steinklopfen der Archäologen oder wenn es passt, sogar ein Musikstück, sorgen dafür, dass die Ausstellung so authentisch wie möglich wirkt.

Wechselnde Sonderausstellungen

Immer wieder begeistert das LWL-Museum für Archäologie in Herne mit seinen großen Sonderausstellungen. Bis Mitte Juli 2009 war die Ausstellung "Schuhtick – Von kalten Füßen und heißen Sohlen" zu bewundern. Über 125.000 Besucher haben die Ausstellung "Klima und Mensch" und das Mammut-Baby Dima besucht. Sie wurde mit einem "red dot design award" des Design Zentrums NRW ausgezeichnet. Bis Ende November 2010 konnten Sie die Ausstellung "Aufruhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen." im LWL-Museum für Archäologie in Herne besuchen! Im Jahr 2011 lief dann erfolgreich "Fundgeschichten". Bis April 2013 war die Sonderausstellung "Schädelkult" zu sehen, die sich ausschließlich dem menschlichen Schädel widmete. Vom 24. Mai bis 22. Oktober 2017 wird die Sonderausstellung „Revolution Jungsteinzeit“ zu sehen sein, die sich ganz dieser bedeutender Phase der Menschheitsgeschichte widmet.

LWL-Museum für Archäologie

Europaplatz 1
44623 Herne
Tel.: 02323 94628-24 und -0
www.lwl-landesmuseum-herne.de

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr: 9.00 - 17.00 Uhr
Do: 9.00 - 19.00 Uhr
Sa, So, Feiertage: 11.00 - 18.00 Uhr

Geschlossen am 24., 25., 31. Dezember und 01. Januar

Am 21. Mai (Internationaler Museumstag), 18. bis 21. Juli (erste Sommerferienwoche), 10. September (Tag des offenen Denkmals), 26. bis 30. Dezember (2. Weihnachtstag und Zeit zwischen den Feiertagen) wird kein Eintritt erhoben.

Eintrittspreise:
Daueraustellung / Kombiticket Dauer- und Sonderausstellung
Erwachsene: 5 € / 8 €
Ermäßigt: 3 € / 4,50 €
Jugendliche (bis einschließlich 17 Jahren), Schüler: 2 € / 3 €
Schülergruppen, pro Person: 1,60 € / 2,50 €
Kinder unter 6 Jahren: frei
Familien: 11 € / 15 €

Mitmachgrabung (max. 25 Teilnehmer, ab 1 Std.): 30 € / Std. zuzüglich Eintritt p.P.: GrabungsCAMP / KombiTicket (GrabungsCAMP und Dauerausstellung)
Erwachsene: 4 € / 7 €
Ermäßigt: 3 € / 5 €
Kinder/Jugendliche (6 -17Jahre): 1,60 € / 3 €
Familienkarte: 10 € / 15 €

Einzelbesucher können an einer öffentlichen Mitmachgrabung teilnehmen, die sonn- und feiertags um 15Uhr stattfindet.

Öffentliche Mitmachgrabung inklusive Eintritt GrabungsCAMP / KombiTicket (GrabungsCAMP und Dauerausstellung)
Erwachsene: 7 € / 10 €
Ermäßigt: 6 € / 8 €
Kinder/Jugendliche (6 -17Jahre): 3,60 € / 5 €
Familienkarte: 15 € / 20 €
(Stand: März 2017, Angaben ohne Gewähr)

Anfahrt:
Pkw: A43, Abf. Herne-Eickel (15) auf Holsterhauser Str. Richtg Herne-Zentrum, Parkplätze/Parkhaus links Berliner Platz/Schmiedestr.
VRR: von Herne Hbf U-Bahn U35, Haltest. Herne Arch.Museum / Kreuzkirche



Fotos: LWL-Archäologie für Westfalen/Oliver Kalus, Peter Jülich


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