Museum Folkwang Essen

Das Museum Folkwang in Essen präsentiert nach dem Umbau und der Wiedereröffnung im Jahr 2012 auf einer deutlich größeren Ausstellungsfläche als zuvor seine umfassende Sammlung moderner Kunst in den Bereichen Malerei und Skulpturen, Grafik, Fotografie und deutschen Plakaten. Auch finden die Besucher neben einer gut ausgestatteten Buchhandlung eine in das Museum integrierte Gastronomie. Was Karl Ernst Osthaus Anfang des letzten Jahrhunderts in Hagen begann, erstrahlt nun in Essens Vorzeigemuseum in einem neuen Glanz, mit dem es wenige Museen in der Welt aufnehmen können und das unterstreicht besonders der enorme Besucherandrang. Ausstellung "Dancing with Myself" im Museum Folkwang!


[ruhr-guide] Anfang 2010 eröffnete in Folkwang Museum Essen InnenraumEssen das Museum Folkwang seine neuen Ausstellungsräume. Schon im ersten Jahr konnten die Ausstellungen um die 800.000 Besucher in das neue Gebäude locken. Laut einer aktuellen Studie wurde das Folkwang Museum so zum bekanntesten Kunstmuseum in ganz NRW. In ganz Deutschland ist es auf einem unglaublichen achten Platz gelandet. Kein Wunder, denn das Museum organisierte in einem Jahr mehr als 12 000 Führungen und Diskussionen über die verschiedenen Ausstellungsstücke.

Ausstellung "Dancing with Myself" im Museum Folkwang

Die große Ausstellungshalle des Museum Folkwang steht vom 7. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017 ganz im Zeichen der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Selbst. Was die Arbeiten verbindet, ist die vielfältige Präsenz des Künstlers und der Künstlerin im eigenen Werk. Zum ersten Mal ist damit die herausragende Sammlung von François Pinault in diesem Umfang in Deutschland zu sehen. Dancing with Myself ist ein spielerischer, poetischer, politischer, und wilder Tanz durch die Gegenwartskunst seit Ende der 1960er Jahre bis in unsere Zeit. Die Eröffnungsfeier findet am 6. Oktober 2016 statt.

Nach dem Umbau steht an der Bismarkstraße im Essener Stadtteil Rüttenscheid nun ein imposantes Gebäude, welches durch seine Glasfassade einen nach außen offenen Eindruck macht. Das Museum Folkwang ist seit seiner Gründung 1902 immer wieder in aller Munde gewesen: als erstes europäisches Museum, welches sich intensiv mit der Kunst der Moderne beschäftigte oder als "schönstes Museum der Welt" vor dem 2. Weltkrieg. Aber auch durch die gute Einkaufspolitik, welche es möglich machte, nach Ende des Nationalsozialismus in kürzester Zeit die Ganzheitlichkeit der Sammlung wieder zu erlangen, machte das Museum von sich reden.

Die Geschichte des Museum Folkwang

Der Name Folkwang geht auf die altnordische Mythologie zurück. Folkvangar ist die Halle für das Volk und Palast der Göttin Freya. Ganz in diesem Sinne entwickelte Karl Ernst Osthaus (1874-1921) um 1898 die Folkwang Idee, in der es grob darum ging, einen Zugang zur Kunst und Kultur für einfache Bürger zu forcieren. Mit Hilfe eines großen Erbes seines Großvaters gelang es dem jungen Hagener ein eigenes Museum in seiner Heimatstadt zu eröffnen, durch das er "zu einer Verbesserung des öffentlichen Geschmacks beizutragen" suchte. Das damalige Museum Folkwang in Hagen war eines der ersten Folkwang Museum Essen Neubaueuropäischen Museen, welches sich mit der Kunst der Moderne und dem Kunsthandwerk beschäftigte. Nach dem Tod Osthaus' 1921 wurde die Ausstellung von kunstbegeisterten Essener Bürgern mit dem bestehenden Städtischen Kunstmuseum zum heutigen Museum Folkwang in Essen vereint. In nur wenigen Jahrzehnten erlangte das Museum für moderne Kunst bereits Weltruf.

Zur Zeit des zweiten Weltkriegs wurde das Folkwang Museum Ziel nationalsozialistischer Hetzkampagnen. Infolge dessen sind mehr als 1400 Werke als "entartet" gebrandmarkt, konfisziert und zum Teil in alle Welt verkauft worden. Auch wurden große Teile des Museums während eines Bombenhagels auf Essen zerstört. Erst in den 1950er und 1960er Jahren gelang es der Stiftung, viele Werke zurück zu erlangen und das Museum Stück für Stück wieder in seine ursprüngliche Verfassung zu bringen. Bereits in den 1970er Jahren war die Sammlung umfangreicher als je zuvor.

Das Museum Folkwang vor dem Neubau

Aus dem Museum Folkwang entwickelte sich seit den 1970er Jahren eines der renommiertesten deutschen Kunstmuseen. Die Sammlungen der Malerei und Skulpturen des 19. Jahrhunderts und der Moderne wurden 1979 um eine eigene Abteilung für Fotografie erweitert. Nach mehrmaligen An- und Umbauten wurde 2006 bekannt gegeben, dass ein Neubau des Museums angedacht ist. Im März 2007 gingen aus einem Architekturwettbewerb David Chipperfield Architects als Sieger und zukünftige Architekten des neuen Museum Folkwang hervor.

Der Neubau des Museum Folkwang

Ergänzend zum denkmalgeschützten Altbau Foyer Folkwangdes Museum Folkwang entstand in nur 23 Monaten ein Neubau mit einer Nutzfläche von 19.350 m² nach einem Konzept von David Chipperfield Archictects. Dieser bietet nicht nur mehr Platz für die umfangreichen Sammlungen des Museum Folkwang und Raum für mannigfaltige Wechselausstellungen, Diskussionsrunden und Vorträge, sondern wird auch ein mit Café, Restaurant und Buchhandlung ausgestattetes Zentrum der Begegnung mit der Kunst darstellen. Dieses Gebäude besticht in erster Linie durch seine Offenheit. Durch ein ausgeklügeltes, für ein Museum nahezu revolutionäres System, wird das gesamte Gebäude in erster Linie durch Tageslicht erhellt. Durch die zahlreiche Glasfassaden und Innenhöfe wirkt das ganze Museum Folkwang nahezu transparent.

Neu konzipierte Dauerausstellung

Neben den wechselnden Daueraustellungen glänzt das Museum Folkwang mit seiner hochkarätigen ständigen Sammlung. Diese wurde Ende 2013 neu konzipiert und von zeitgenössischen Kunstakzenten ergänzt. Im Neubau in den Räumen der Sammlung des 20. und 21. Jahrhunderts wird nun Kunst nach 1945 präsentiert. Im Altbau wurden nun Werke des amerikanischen Expressionismus von Sam Francis, Franz Kline, Jackson Pollock, Ad Reinhardt, Frank Stella und Mark Rothko mit der Kunst des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne kombiniert. Nach längerer Zeit wieder zu sehen sind Werke von Alexander Kanoldt, Otto Dix und Franz Radziwill im Kontext mit den Bauhausmeistern Wassily Kandinsky, László Moholy-Nagy oder Lyonel Feininger.

Museum Folkwang

Museumsplatz 1
45128 Essen

Öffnungszeiten Sammlung/Sonderausstellung

Di, Mi: 10 – 18 Uhr
Do, Fr: 10 – 20 Uhr
Sa, So 10 – 18 Uhr
Montag geschlossen

Eintrittspreise Dauerausstellung

Ab sofort ist der Eintritt in die Dauerausstellung kostenlos!
Bei Sonderausstellungen gelten andere Eintrittspreise!

(Stand: Jan 2016, Angaben ohne Gewähr)

(de)

Foto 1 + 3: Folkwang Museum, Wolf Haug
Foto 2: Peter Wieler, EMG

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