Römerpark Aliso in Haltern am See

Für alle Ruhrgebietler, die einen Tag lang das Antike Rom erleben wollen ist der Römerpark Aliso genau das Richtige. Hinter dem LWL-Römermuseum in Haltern am See eröffnet am 29. Juni der 4,8 Hektar große und 5,3-Millionen teure Römerpark Aliso. Besonders interessant - der Park wurde auf dem Gelände eines ehemaligen Römerlagers erbaut. Highlights des Parks sind unter anderem die 90-Meter lange Holz-Erde-Mauer sowie das im Zentrum gelegene Westtor, welche auf der Grundlage archäologischer Untersuchungen entworfen wurden.


[ruhr-guide] Der erste Spatenstich liegt mittlerweile schon fast zwei Jahre zurück. Danach untersuchten insgesamt 15 Archäologen des Bau erpark, Foto: LWL-Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitLandschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) das Gebiet des einstigen Römerlagers nach Überbleibseln. Unterteilt in sieben Grabungskampagnen forschten die Archäologen monatelang, um nähere Informationen darüber zu bekommen, wie es hier wohl einst zu Kaiser Augustus Zeiten aussah. Bei ihren Arbeiten stießen die Forscher unter anderem auf die Reste eines ehemaligen Wachturms. Laut Dr. Wolfgang Kirsch, LWL-Direktor, wollten die Römer hier vermutlich die Hauptstadt ihrer Provinz Germanien errichten. Nach den Grabungen begannen dann schließlich die Gestaltungsarbeiten.

Alles wie vor 2000 Jahren

Architekt des Parks ist der Archäologe Dr. Kees Peterse. Basierend auf den Nachforschungen hat er die Rekonstruktionen zunächst digital nachgestellt. Die Mauer positionierte er dort, wo sich einst der Spitzgraben befand und das Tor wurde an der Stelle erbaut, an welcher Spuren von frühen Pfosten festgestellt wurden. Denn: alles soll so sein wie vor 2000 Jahren.Aliso, Foto: LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit "Der Römerpark Aliso wird unseren Museumsbesuchern einen imposanten Eindruck von der ehemaligen römischen Militäranlage bieten", so der Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. Und auch wenn für die Rekonstruktion LKWs, Bagger und Co benötigt wurden, wurden weitestmöglich Materialien, Werkzeuge und Bautechniken der damaligen Zeit genutzt. Der Grund dafür? "Die Rekonstruktion erfolgt so originalgetreu wie möglich, um den späteren Besuchern zu zeigen, wie vor 2.000 Jahren solche eindrucksvollen Bauwerke mittels römischer Bautechnik entstanden sind", erklärt Prof. Dr. Michael M. Rind, Direktor der LWL-Archäologie für Westfalen.

Weitere Bauarbeiten

Im zweiten Bauabschnitt sollen ab 2018 noch ein Kasernengebäude und eine Offiziersunterkunft entstehen. Darin bekommen die Besucher originale Bautechniken wie zu römischen Zeiten gezeigt. Dabei dürfen die Besucher auch selbst tätig werden und Elemente der Standard-Kaserne der Römerzeit aufbauen.

Und für alle, die nach dem Besuch des Parks noch Lust auf ein bisschen Abkühlung haben - nicht weit vom Park entfernt befindet sich der Silbersee sowie der Halterner Stausee, welche mit Wassersportangeboten von Surfkursen über Tretbotfahren bis hin zu Ruderfahrten Spaß für die ganze Familie bieten.

Römerpark Aliso

Weseler Straße 100
45721 Haltern am See

Foto: LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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