Stahlgeschichte(n) im HOESCH-Museum

Das HOESCH-Museum: 160 Jahre Stahlgeschichte sind endlich wieder an ihren Platz zurückgekehrt. Das historische Portierhaus der Westfalenhütte ist ein lebendiges Zentrum und Forum für Industrie-, Technik- und Stadtgeschichte.


[ruhr-guide] "Die Namen HOESCH und Dortmund sind untrennbar miteinander verbunden",Das HOESCH-Museum in Dortmund freute sich Jörg Stüdemann, Dezernent für Kultur, Sport und Freizeit der Stadt Dortmund wenige Tage vor der Eröffnung des neuen Museums im Jahr 2005. Vielen ehemaligen Stahl- arbeitern ist das Gebäude an der Ecke Eberhard-/ Stahl- werkstraße noch gut in Erinnerung. Tausende Hoeschianer passierten täglich das heute denkmalgeschützte Gebäude auf ihrem Weg ins Werk oder nach getaner Arbeit – bis zur Stilllegung von Hochofen 7 im April 2001. Doch ganz verschwunden ist der Stahl nicht aus Dortmund, und so entstand auf den vorhandenen Anlagen der Standort Westfalenhütte, das so genannte Kompetenzzentrum für kaltgewalzten und oberflächenveredelten Stahl von ThyssenKrupp. Zusammen mit dem HOESCH-Museum besteht für Besucher die Möglichkeit Vergangenheit und technische Innovationen im 21. Jahrhundert hautnah zu erleben.

Das Portierhaus als Highlight

Das Portierhaus selbst ist mehr als sehenswert. Der ehemalige Werkseingang zur Westfalenhütte wurde von der Anfang des 20. Jahrhunderts in DortmundZangen im HOESCH-Museum renommierten Architektengemeinschaft Hugo Steinbach und Paul Lutter entworfen und zwischen 1912 und 1914 errichtet. Seither galt die Architektur des Portierhauses als Vorbild für weitere Werkszugänge. In erster Linie wurden hier die Marken der Stahlarbeiter, und somit die Anwesenheit kontrolliert. Darüber hinaus beherbergte das Portierhaus die Räume der Werkspolizei samt Arrestzelle, ein Lohnbüro und einen Speisesaal. 1937 wurde das Gebäude um eine Etage für technische Büros aufgestockt und um einen Anbau im Erdgeschoss erweitert. Der heutige Bauzustand wurde in den 1950er Jahren hergestellt und von Verwaltungsbüros der Hoesch-Walzwerke genutzt. 1988 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt.

Schon Ende der 80er Jahre wurde im ehemaligen Portierhaus das HOESCH-Museum und das HOESCH-Archiv eingerichtet. Mit der Fusion der Fried. Krupp AG, Essen, und der HOESCH AG, Dortmund, zur Fried. Krupp AG HOESCH-Krupp im Jahr 1992 wurde der Museumsbetrieb jedoch eingestellt, lediglich das Archiv bestand weiter.

Stahlgeschichte zum Anfassen

Nunmehr ist das Portierhaus I Mittelpunkt von 160 Jahren Stahlgeschichte in Dortmund und setzt mit seiner DauerausstellungStahlgeschichte(n) im HOESCH-Museum der industriellen Epoche vom ersten Abstich Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Erlöschen der Hörder Fackel ein Denkmal. Gleichzeitig schlägt es den Bogen zu den aktuellen städtebaulichen Herausforderungen wie dem Phoenix-See und dem Gründer- und Forschungszentrum MST.factory. In der Dauerausstellung erwarten die Besucher Exponate aus 160 bewegten Jahren. Einige wichtige davon wurden von Mitarbeitern und Auszubildenden im Dienstleistungszentrum Dortmund der ThyssenKrupp Stahl AG restauriert und auch produziert. Darunter werden Objekte zum Anfassen das Museum in einen spannenden Erlebnisort verwandeln, wie die Versuchsanordnung von oberflächenbehandelten Blechen, die bei Berührung sehr schwache elektrische Ströme erzeugen.

Das neue Dortmund

Das HOESCH-Museum verknüpft nicht nur Geschichte und Erlebnis, es ist auch ein gelungenes Beispiel einer Public Private Partnership, wie es so schön heißt. "Das neue Dortmund"Denn für die Abteilung "Das neue Dortmund" erhält das HOESCH-Museum finanzielle Förderung vom dortmund-project und der Dortmund-Stiftung, die die grundlegende Unterstützung des HOESCH-Museums durch die NRW-Stiftung und die ThyssenKrupp-Stiftung ergänzt. Neben all den gewichtigen Namen und finanzkräftigen Stiftern wird das Museum vom 2003 gegründeten Verein "Freunde des HOESCH-Museums" getragen. Lange vor der Eröffnung leisteten zahlreiche Mitglieder aus ehrenamtlicher Basis wertvolle Unterstützung in der Sichtung der Exponate und der Herrichtung der Räume.

Hoesch-Museum

Eberhardstr. 12
44145 Dortmund
Tel: 0231 84458-56

Öffnungszeiten:
Di + Mi 13.00 - 17.00 Uhr
Do 9.00 - 17.00 Uhr
So 10.00 - 17.00 Uhr

Eintritt: 1,50 €, ermäßigt 0,75 €

(Stand: Sep. 2013, Angaben ohne Gewähr)

(sl)

Fotos: © 2013 P. Kocbeck, Hoesch-Museum

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