Im Prinzip würden wir im Ruhrgebiet gern einmal groß rauskommen. Und ernst genommen werden. Ist es da der richtige Weg, einen in Duisburg gebürtigen Rentner an die Spitze zu stellen? Oder zwei Heimspiele hintereinander zu verlieren?
[ruhr-guide] Letzteres ist glattweg
mit nein zu beantworten. Es sei denn, der FC Schalke möchte seinen historischen Status als Meister der Herzen untermauern. Allerdings steht diesmal zu befürchten, sich durch die Zweitplatzierung den Meistertitel der Doofen zu sichern. Denn die Chance, Deutscher Fußballmeister zu werden, scheint 2007 besonders groß. Der Abo-Erste aus München hat sich zwischenzeitlich aus dem Titelrennen verabschiedet und in einer für Kalle & Ulli ungewohnten Kopflosaktion, den bereits mumifizierten Hitzfeld entgruftet. Zudem den lediglich als Harry tauglichen Henke zum König der Wagenholer gemacht. Das riecht nach freiwilligem Verzicht, den der FC Schalke inzwischen jedoch für den FCB revidiert hat. Ähnlich wie die Bremer, die in der Vorrunde bereits als unschlagbar galten, doch seit Wochen mit einem nun ärztlich attestierten, bakteriellen Zwischenzehleiden befallen sind und nun eine neuerliche Aufforderung, sich gefälligst anzustrengen, durch die Gasknappen erhielten.Mit kranken Füßen schlägt man nur den VfL Bochum, der die nachbarschaftliche Hilfestellung (sind wir nicht alle blauweiß?) komplett unterließ und in der zweiten Halbzeit selbst erschrak, als man - entgegen der offensichtlichen Absprache - begann, den SV Werder zu ärgern. Man besann sich freilich rasch und lud den Hunt zur Krönung der Freundlichkeit auf ein 2:0 ein. An diesem Punkt hätte es der Respekt gegenüber den grün-weißen Gastgebern im Grunde erfordert, Kapitän Zdebel beim Schiedsrichter um Erlass der Restspielzeit nachsuchen zu lassen, um den Bremer Kickern unnötige Strapazen zu ersparen.
Einen ähnlichen Bärendienst erwies der Dortmunder Ballspielverein Borussia seinem kleinen Nachbarn aus Bochum mit der Niederlage gegen die energischen Cottbuser. Genau wie der VfL bestrafte man sich dadurch mit dem drohenden Sturz ins Tal der Tränen zudem selbst.
So stehen sich am kommenden Spieltag blauweiß und schwarzgelb im Kellerduell gegenüber, um den gänzlichen Fall in die fußballerische Provinzialität zu vermeiden. Vielleicht sitzt sogar Herr Pleitgen auf der Tribüne und macht sich ein Bild seines aktuellen Ziehkinds Ruhrgebiet.
(Lubi)

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