Der 33. Spieltag wurde vom obersten deutschen Fußballherren zum Tag des Aufrufs an die Fanscharen deklariert, den Fußballgott zu suchen und zu finden. Dabei ging es im Speziellen um die Subspezies des Schalker Fußballgottes. Es gibt ihn nicht, diesen Fußballgott. Quod erat demonstrandum.
[ruhr-guide] Der zwanzigste
Theo tat seine Überzeugung kund, der Vier-Minuten- Meister aus Gelsenkirchen wäre dieses Jahr der gerechte Empfänger des vom DFB spendierten, silbernen Serviertabletts. Der präsidialen Richtungsweisung konnte die Mannschaft des FC Schalke nicht folgen. Die Meisterschaft ist vergurkt, und das ausgerechnet in den beiden Spielen gegen die Nachbarn aus Bochum und Dortmund. Natürlich gaben die Spieler nach der Niederlage im ehemaligen Westfalenstadion artig zu Protokoll, dass schließlich noch 90 Minuten zu spielen seien und immerhin könne, wer die Schale schon mal in den letzten Minuten verloren habe, diese auch in den letzten Minuten gewinnen. Wer zuletzt lacht, hat die dicksten Kartoffeln, alles hat ein Ende, nur die Meisterschaft hat zwei, auch große Tiere hat man schon mal beim Brechdurchfall beobachtet. Dieses und Ähnliches wurde ins Land hinein verbreitet bevor sich der Mannschaftsbus in das 50. meisterschaftslose Jahr verabschiedete. Viele werden in diesen Tagen froh sein, nicht königsblau im Herzen zu tragen. Denn die Anhänger des FC Schalke werden im Endspurt der Liga mit einer Mannschaft gestraft, der es am unbändigen Willen fehlt, Meister zu werden. Jeder, der die Schalker und die Stuttgarter innerhalb der beiden letzten Wochen in Bochum gesehen hat, wird den deutlichen Unterschied bemerkt haben. Der S04 und der VfB lagen beide zur Pause mit 1:2 gegen einen nicht unbedingt besseren, aber beißenden VfL Bochum zurück. Im Gegensatz zu den kraft- und ideenlosen Königsblauen in Halbzeit zwei, haben die keineswegs brillierenden Spätzleschaber nie aufgegeben, den Sieg erzwungen und in der 88. Minute in Person ihres Torhüters durch einen unglaublichen Willensakt verteidigt. So geht Meister werden.
Den Knappen bleibt lediglich die Hoffnung auf die vom DFB-Präsi propagierte Fußballgerechtigkeit, die jedoch nächstes Jahr ausgesetzt werden muss, da Wurst-Ulrich bereits den Deutschen Meister 2008 verkündet hat: Es wird wieder der FC Bayern sein und mit dieser Meinung steht er nicht allein da.
Übrigens setzt Theos Theorem voraus, dass es bei der Meisterschaftsvergabe 2001 eine Ungerechtigkeit gegeben haben muss. Diese kann allerdings nur darin bestanden haben, dass der Fußballteufel dem damaligen Torhüter des HSV zu viel ästhetisches Feingefühl in die Wiege gelegt hat, um den entscheidenden Ball nicht einfach übers Dach bis in die Außenalster zu kloppen. Damit das nicht noch einmal passiert, haben die Schalker diesen Torhüter für die kommende Saison verpflichtet. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist halt besser. Doch wenn solche Dinge in den Kreisen des DFB als auszugleichende Ungerechtigkeit gelten, sollte der VfL Bochum eine UEFA-Cup-Runde wegen Edus Luftloch für die sicher bestehende Dringlichkeitsliste in Frankfurt anmelden.
(Lubi)

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