Es gibt in unserer Region bereits ein prominentes Beispiel für einen Trümmerhaufen im Nachgang der Sonnenkönigregentschaft eines Fußballklubs. Der Traditionsverein Westfalia Herne leidet heute noch unter dem Größenwahn des Herrn Goldbach, der in den 1970er Jahren Großes mit den Hernern vorhatte. Der Rasen des Schloß Strünkede wird sobald keine erstklassigen Paraden erleben.
[ruhr-guide] Aktuell steht zu befürchten, dass die SG Wattenscheid einen ähnlichen Weg zurücklegt. Der Zwirnmonarch auf Zeche Holland hat die Sportgemeinschaft bis in die erste Liga regiert. 13 Jahre später steht die Sportgemeinschaft vor dem Kreidestrich zum Nirwana. Die sportliche Entwicklung führt aller Wahrscheinlichkeit in die Oberliga, der wirtschaftliche Zusammenbruch endet im großen, runden Nichts.
Dass die SG Wattenscheid vermutlich bald nur noch in den Annalen der Fußballgeschichte auftaucht, ist nach der exquisiten Ansicht des ersten Vorsitzenden Knaup offensichtlich den Freunden des Vereins zu danken, die sich zwar Sorgen um 09 machen, aber nicht die Kohle raustun, die benötigt wird, um Fußball in der Lohrheide zu erhalten. Wer die Karre in den Dreck gefahren hat, ist zunächst zweitrangig, beim Herausziehen könnten jedoch die großen Nachbarn helfen. Doch der FC Schalke hat ein Benefizspiel abgesagt, der VfL Bochum selbiges auf die kommende Saisonvorbereitung verschoben, wenn es vermutlich zu spät sein wird. Unter diesen Voraussetzungen kann ein Herr Knaup natürlich auch nichts mehr machen.
Mindestens genauso interessant sind die Ansichten des Regierenden bei Rot-Weiss Essen. Durch höhere Gewalt ist man wieder in der Regionalliga angekommen. Großzügiges Sponsoring der steag und unglaublicher Zuschauerzuspruch halfen der Führung selbstverständlich nicht, ein zweitligataugliches Team auf die Beine zustellen. Da fühlt man sich als Präsi schon mal allein gelassen. Und hat allen Grund, beleidigt die Segel zu streichen, wenn an der Hafenstraße kein neues Stadion gebaut wird.
Halten wir also fest: Der Niedergang großer Revierklubs ist primär den geizigen Gönnern anzukreiden. Auch jeder von uns sollte sich fragen, ob es nicht richtig wäre, neben dem zweiwöchentlichen Obolus am Kassenhäuschen auch seine vermögenswirksamen Leistungen oder den Bausparvertrag dem geliebten Verein zur Verfügung zu stellen. Schließlich verbrennt das Geld nicht in den Geschäftsstellen, sondern dient dem Fortkommen unserer Klubs. Wenn der Fußballgott nicht dazwischenfunkt ...
(Lubi)

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