Das Fußballfeld ist ein Platz echter Männerfreundschaften. Man kann sich gegenseitig wüsteste Beschimpfungen an den Kopf werfen, es spielt nicht einmal eine Rolle, ob es Mit- oder Gegenspieler trifft. Nachher gibt man der Heulsuse, der blinden Bratwurst oder dem schwarzen Schwein halt die Hand, sieht sich tief in die Augen und kultiviert Freundschaft und Respekt.
[ruhr-guide] Wie
Herr Frings und Herr Klose, Herr Lehmann und Herr Kahn oder neuerdings Herr Weidenfeller und Herr Asamoah. Dahinter steht die Leidenschaft und Emotion, die wir doch alle in unseren schmucken Stadien sehen wollen. Aber halt! Es gibt auch Grenzen. Glücklicherweise ist Herrn Asamoah nach langem Überlegen und beständiger Nachfrage der Bild-Zeitung am späten Samstagabend noch ins Bewusstsein zurückgekehrt, was der Herr Weidenfeller am Nachmittag eigentlich zu ihm sagte. Du schwarzes Schwein, hat er gesagt. In der Ruhe des ausklingenden Abends fiel Herrn Asamoah ein, was er nach Spielende zunächst verdrängt hatte. Dass er weder Mitglied der CDU noch Sänger einer Gothic-Band ist, Herr Weidenfeller muss also auf die Hautfarbe von Herrn Asamoah angespielt haben.Zwar führt Herr Asamoah zur Entlastung des inakzeptablen Verhaltens von Kollege Weidenfeller an, dass dieser sich noch auf dem Spielfeld entschuldigt und Reue gezeigt habe. Davon wiederum will Herr Weidenfeller nun gar nichts wissen und behauptet, er hätte schließlich niemals diese rassistische Bemerkung in den Mund genommen. Doch, sagt Herr Asamoah. Nein, gar nicht, erwidert Herr Weidenfeller.
Das ist ein Fall für den DFB-Kontrollausschuss, der daraufhin den Schiedsrichter Kircher zur Stellungnahme aufforderte. Hat der Referee vielleicht doch die im Raum stehende Beleidigung gehört und lediglich vergessen, Herrn Weidenfeller dafür vom Platz zu stellen?
Am Ende wird Herr Weidenfeller sich erinnern können, dass er "du schwarzes Stein" gesagt hat und einsieht, dass es wegen der phonetischen Ähnlichkeit durchaus zu Verwechselungen kommen konnte. Deshalb zahlt er eine der Öffentlichkeit nicht genannte Summe an eine gemeinnützige Organisation, die er nächstes Jahr steuerlich absetzt oder aus der Klubkasse erstattet bekommt.
Dann wird wieder einmal eine schwere Schlacht gegen den latenten Rassismus in Deutschland unter Mithilfe und großer Anteilnahme der Medien geschlagen und gewonnen sein, während gemeingefährlichen Schwachköpfen, die farbige Mitbürger an Bushaltestellen fast zu Tode prügeln, nichts nachzuweisen ist.
(Lubi)

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