Technik-, Taktik-, Mentaltrainer. Alle Neuerungen im modernen Profifußball führen offensichtlich nicht zur Ablösung des harten Hunds als Cheftrainer. Trotz smartestem und dennoch erfolgreichem Bundestrainer ist die Fußballwelt immer noch der Überzeugung, unmotivierte Profis sind nur brüllend auf ihre fehlerhafte Arbeitseinstellung hinzuweisen.
[ruhr-guide] Insofern erinnern Thomas
Doll und sein Gehilfe Zumdick derzeit fatal an Don Quichote und Sancho Pansa. Die Durchsetzung ihrer Philosophie scheitert in diesen Tagen an den Windmühlenflügeln Watzke, Zorc und Lattek, die mächtig heiße Luft ventilieren. Nach drei Niederlagen in einer Woche bedeutet dies kräftigen Gegenwind für den BVB-Trainer. Doch ist es Christian Wörns - der schätzungsweise seit Verkündung der zehn Gebote in der Bundesliga spielt - tatsächlich nur lautstark beizubringen, vor dem eigenen Sechzehner keinen Lulli-Zehnmeterquerpass zum Kollegen Brzenska zu schieben? Begreift Roman Weidenfeller wirklich erst nach einem ordentlichen Einlauf, dass man als Torwart einer Ewigkeiten durch den Fünfer segelnden Flanke mittels der Hände ein Ende bereiten darf? Glaubt tatsächlich jemand, dass man Robert Kovac durch starken phonetischen Einsatz in diesem Leben noch einmal schneller macht?
Diese Dinge, die Geschäftsführer Watzke nach eigenem Bekunden "ankotzen", sind nach Auffassung einiger Fußballexperten einfach vom Trainer wegzuschnauzen. Denn es kann ja nicht sein, dass die dürftigen Darbietungen damit zusammenhängen, dass man in Dortmund seit Jahren mittelprächtige Profis mit analer Süßmittelverabreichung in Form hoher Gehälter verwöhnt. Dass man alle zusammenkauft, die irgendwann in dem einen oder anderen Spiel auffällig wurden, wie die z. B. die Herren Valdez und Buckley. Man könnte meinen, die Qualität eines Spielers wird beim BVB an überhöhten Gehalts- oder Ablöseforderungen bemessen.
Fehleinschätzungen haben in Dortmund seit Jahren Hochkonjunktur. Ein Sieg im Vorbereitungsspiel gegen AS Rom führt fast zur Vorbereitung der Meisterschaftsfeier für Mai 2008. Auch Fangruppen erliegen neuerdings groben Fehleinschätzungen, wenn die Wiedertaufe des Hauptsponsors von bösen Transparenten begleitet wird in Verkennung der Tatsache, dass man ohne die Geldgeschenke des Essener Konzerns vermutlich eher gegen Hohenlimburg denn gegen Hamburg kicken würde.
Und die nächste Fehleinschätzung ist bereits am Horizont erkennbar. Dass nämlich ein neuer Trainer die marode Truppe zu den wirklich hohen Zielen führen kann.
(Lubi)

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