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Kloster Kamp in Kamp-Lintfort

1123 war Kloster Kamp das erste Zisterzienserkloster in Deutschland. Die letzten Mönche zogen im Jahr 2002 aus, nach wie vor ist das auf dem Kamper Berg gelegene Kloster geistliches und auch kulturelles Zentrum. Beeindruckend sind vor allem die Abteikirche mit ihrer Orgel aus dem frühen 18. Jahrhundert, der barocke Terrassengarten, der Kräutergarten sowie das Ordensmuseums im Agathastift.


[ruhr-guide] Beinahe wie eine Schlossanlage mutet das Kloster Kamp schon von Kloster Kamp in Kamp-Lintfortweitem an, dabei steht im Mittelpunkt des Klosters ein Sakralbau aus dem 17. Jahrhundert. Diesen Kirchenbau markieren vor allem die beiden Turmaufbauten, von außen ist die Abteikirche ansonsten schmucklos und beinahe als wehrhaft zu beschreiben. Besonders sehenswert ist die restaurierte Orgel aus dem frühen 18. Jahrhundert. Zur Zeit der Errichtung des Klosters kam außerdem die wertvollste und heute noch zu besichtigende Reliquie in die Klosterkirche: ein Stück der Schädeldecke der Heiligen Agatha von Catania.

Das erste Zisterzienserkloster in Deutschland

Im Jahr 1123 war Kloster Kamp das erste Zisterzienserkloster in Deutschland, es wurde von Erzbischof Friedrich I gestiftet. 1587 wurde es im Truchsessischen Krieg zerstört. Erst 1640 begann der Wiederaufbau. 1802 eroberte Napoleon das Gebiet. Dies bedeutete das Ende für das Kloster. 1954 zog der Karmeliter-Orden in das Gebäude ein und sicherte es auf diese Weise.

Zur Zeit der Zisterzienser war der Garten südlich der Klosterkirche als Weinberg angelegt. Im 16. Jahrhundert verfiel das Weingut jedoch. 1700 ließ Abt Edmund Richterich dort einen Garten mit Obstbäumen und Gemüse erbauen. Dieser Garten war für die Mönche nicht zugänglich. Auch eine Orangerie gehörte zum Kloster. Nach 1802 wurde das Grundstück unter sechs verschiedenen Käufern aufgeteilt. Im 19. Jahrhundert kaufte der Besitzer des Hotels Bieger den größten Teil des Terrassengartens und pflanzte dort Obst und Gemüse. Nach 1945 verfiel der Garten.

Terrassengarten und Kräutergarten

Der heutige Terrassengarten wurde 1990 feierlich eröffnet Terrassengarten des Kloster Kampund lädt seitdem viele Spaziergänger und Besucher des Klosters zum Verweilen ein, wie auch das Café, das Klostermuseum und der Kräutergarten. Nach Kaffee und Kuchen lässt es sich gut im Garten und auf der Terrasse des Klosters aufhalten. In den von Hecken ummantelten Beeten blühen im Sommer die verschiedensten Blumen. Doch auch im Frühjahr oder Winter haben die kahlen Beete ihren Reiz. Die zu Zuckerhüten gestutzten Tannen und die fast geometrisch angelegten Hecken erscheinen jedoch fast ein wenig zu künstlich. Auf ein paar Informationsplänen kann sich der interessierte Besucher ansehen, was sich die "Schöpfer" bei dieser Gartenkreation gedacht haben. Überall außerhalb des Klosters dürfen auch Hunde an der Leine mitgenommen werden. In unmittelbarer Umgebung des Klosters und seines Gartens gibt es einen weitläufigen Wald, der zu einem ausgedehnten Spaziergang einlädt.

Der klostereigene Kräutergarten wird von der Internistin Dr. Weller-Boothe gepflegt. Sie ist fachkundig in Naturheilkunde und führt Besucher durch den Garten mit seinen über 500 verschiedenen Heilkräutern und bietet Kochkurse für Gruppen an. Informationen und Anmeldung unter 02842 - 475706.

Das Klostermuseum befindet sich gegenüber der Abtei. Dort wird das Leben und Wirken der Zisterziensermönche dokumentiert. Eine Führung durch das Museum, die Abtei und den Terrassengarten ist nach Vereinbarung unter 02842 4041 möglich.

Museum Kloster Kamp

Abteiplatz 24
47475 Kamp-Lintfort
Tel: 02842 - 4062
Öffnungszeiten: Di - Sa 14 - 18 Uhr, So und Feiertage 11 - 18 Uhr
Eintritt: 2,75 € pro Person
Familien 6,50 €
(Stand: Feb 08, Angaben ohne Gewähr)

Kloster Kamp als geistliches und kulturelles Zentrum

2003 wurde der Verein des geistlichen und kulturellen Zentrums Kloster Kamp gegründet. Die Ziele sind sozialer Natur: Der Verein will Menschen bei der Suche nach dem Sinn des Lebens begleiten, den Besuchern Kultur aus Vergangenheit und Gegenwart präsentieren, bei der Entfaltung der Kreativität unterstützen und den Glauben lebendig halten. Verschiedene Aktivitäten werden zu diesem Zwecke angeboten: Eine Segensprozession findet an jedem 13. des Monats statt. Wöchentlich lädt die Gemeinde zur Sonntagsvesper um 17 Uhr ein. Außerdem werden Gruppen zu Seminaren und Einkehrtagen aufgenommen. Jeden zweiten Mittwoch im Monat kann meditiert werden. Im Rokokosaal ist Platz für Konzerte, Lesungen, Konferenzen, Tagungen und standesamtliche Trauungen. Zudem fallen am 20. und 21. September 2008 wilde Schwertkämpfer und Minnesänger auf Kloster Kamp ein, wenn ein Mittelaltermarkt zur ganz besonderen Reise in die Vergangenheit einlädt.

Eigentümer ist die Pfarrgemeinde St. Josef. Die Pflege der Gebäude übernimmt die Stadt Kamp-Lintfort. Das Kloster finanziert sich zum einen über den Förderkreis und zum anderen aus den Einnahmen aus dem Café und dem Klosterladen. Das besondere des Cafés: Hier gibt es weder eine Speisekarte noch feste Preise - jeder Gast zahlt nach seinem eigenen Ermessen. Bei warmem Wetter können die Gäste draußen sitzen und den Sittichen in den Volieren beim Zwitschern zuhören. Nebenan kann der Besucher Likör, Pralinen und religiöse Bücher kaufen.

Geistliches und Kulturelles Zentrum Kloster Kamp e. V.

Abteiplatz 13
47475 Kamp-Lintfort
Tel: 02842 - 927540

(sf)





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