Nicht nur Eisenbahnfans können in der Miniaturwelt in die Vergangenheit eintauchen: In Oberhausen ist das Ruhrgebiet der 60er Jahre auferstanden! In der Miniaturwelt Oberhausen durchfahren die Lokomotiven und Züge von anno 1965 bis 1970 den Ruhrpott - als die Schlote rauchten und die Zechen noch das schwarze Gold förderten. Liebevoll und detailgetreu lebt diese Epoche auf einer 420 m² großen Fläche wieder auf.
[ruhr-guide] Es ist Nacht, doch das Ruhrgebiet schläft nicht.
Reger Betrieb herrscht in den Zentren der Industrie. Stahl wird gestochen, Kohle gefördert, Eisenerz verklappt und dazwischen dampfen und rattern die Züge, deren Aufgabe es ist, alles an seinen Bestimmungsort zu bringen oder abzuholen, egal wie spät es ist. Von Duisburg über Oberhausen, Essen und Bochum bis Dortmund pendeln die Bahnen, lassen den Pott nicht zur Ruhe kommen. Denn Ende der 60er Jahre sind sie Garant für einen reibungslosen Ablauf im größten wirtschaftlichen Ballungsraum Europas. Nicht nur Güter müssen transportiert, auch die Arbeiter und Angestellten müssen jeden Tag zum Arbeitsplatz und zurück gebracht werden.
Von Kokereien und Hochöfen zu Hinterhöfen und Kleingärten
In der Miniaturwelt Oberhausen wird diese Welt von damals Detail
getreu nachgestellt. Städte, Stadtteile, aber eben auch die Zechen, Kokereien, Halden, Hochöfen oder Walzwerke prägen die Landschaft. Da ist der Duisburger Binnenhafen, die Rangierbahnhöfe Oberhausen-Osterfeld und Bochum-Dahlhausen, die Hüttenwerke Oberhausen AG, die Zeche Zollverein XII und der Hafen Dortmund. Über dem Baldeneysee thront die Villa Hügel, der Ort an dem sich die Krupps repräsentiert haben. Aber während die Züge an den Monumentalbauten der Industrie vorbei rauschen, hat der Beobachter Zeit für die kleinen Geschichten, die sich auf der Arbeit, im Stadtteil oder im Kleingarten ereignen.
Details lassen die Miniaturwelt aufleben
Ein neuer Tag im Ruhrgebiet. Noch ist nicht viel los auf den Straßen Duisburg-Ruhrorts. Ein paar Frühaufsteher drücken sich an den Hauswänden entlang, oder sind es doch Nachtschwärmer auf dem Nachhauseweg? Ebenfalls früh aufgestanden sind einige Reiter, die sich nach Burg Vondern aufgemacht haben. Doch wer hängt da im Baum? Trauer in Oberhausen-Osterfeld, ein Kollege wird begraben. Der Sarg wird tatsächlich in die Erde hinab gelassen (und wieder heraus geholt). Es sind unter anderem diese Gimmicks, auf die sich zu achten lohnt, wie etwa auch der Kohlenhändler,
der die Säcke ablegt oder der Kisten stapelnde Gemüsehändler. Feierlaune am Nachmittag auf dem Campingplatz in Bochum Dahlhausen und sicherlich wird irgendwo jetzt schon das eine oder andere lecker Pilseken getrunken. Diese Details lassen die Miniaturwelt wahrhaftig erscheinen, das Tagewerk wirkt lebendig, der Alltag wird nachvollziehbar.
Die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts sind vielen noch in Erinnerung
Bewusst wurde sich für jene Zeit entschieden. Die Jahre von 1965 bis 1970 sind vielen noch im Gedächtnis. Hier lässt sich Vergangenes wieder erleben und Erinnerungen werden aufgefrischt. So kann dem Nachwuchs besonders anschaulich die damalige Zeit und der einhergehende Wandel erläutert werden. Denn tatsächlich hat mit dem beginnenden Strukturwandel in den 70ern eine neue Entwicklung eingesetzt. Bauwerke, ganze Industrieanlagen sind aus dem Bild der Region verschwunden. Anderes hat eine neue Bedeutung gefunden, wie die Zeche Zollverein, die nun Weltkulturerbe ist oder der Duisburger Hafen, der sich zu einem wichtigen Containerumschlagplatz etabliert hat. Diese aktuellen Jahre sind das Thema eines neuen Bauabschnitts, der in diesem Jahr realisiert werden soll.
Mitarbeiter sorgen aus der Luft und unter den Schienen für einen reibungslosen Ablauf
Die jetzige Anlage dehnt sich auf einer Fläche von 420m² aus, für die Bahnstrecken wurden 4600 m Gleise verbaut.
Ein besonderer Clou ist der fotorealistische Hintergrund der jeweiligen Landschaft. Die Welt von heute wird in der 3.100 m² umfassenden Halle sicherlich noch genügend Platz finden. Sie soll ebenfalls 420 m² umfassen und kopiert exakt die jetzige Modelllandschaft, nur in der heutigen Version. Die Züge werden mit Hilfe des Computers gesteuert. Auf einem Podest in Mitten der Halle sitzen zwei Mitarbeiter und beobachten das Geschehen. Andere, sogenannte Springer, haben ihren Platz unter den Schienen. Sie beheben Entgleisungen oder setzen auch die per Magnet betriebenen Autos wieder auf die Straße zurück.
Rund um die Miniaturwelt Oberhausen
Vier Züge der Modellbahnlandschaft können sogar von Besuchern mit kleinen Fernbedienungen gesteuert werden. So ist man nicht nur passiver Zuschauer sondern kann einmal Lockführer spielen und bestimmen, wo es lang gehen soll. Am Rand der kompletten Anlage befinden sich außerdem kleine Knöpfe, die sogenannten "Aktionsknöpfe". Bei Betätigung dieser bewegen sich entweder Kräne, Bagger, Autos oder Drehscheiben.Wer möchte, kann sich zur Entspannung in das MWO Café setzen und dabei einen Kaffee und eine Waffel essen. Der Bereich vor der Halle ist vor allem im Sommer zum gemütlichen hinsetzen sehr reizvoll.
Kinder sind stets willkommen
Neben einem kleinen Bistro gibt es ein Eisenbahnkino, eine Spiel- und Malecke und auch einen Shop. Für die Zukunft ist auch eine
Modellbahnakademie geplant in der Tipps und Tricks an Interessierte weiter gegeben werden. Kinder sind stets willkommen. Mit Sicherheit ist es für die Kids ein ganz besonderes Erlebnis, die Welt einmal von oben betrachten zu können. Wenn dann noch Eltern oder Großeltern Geschichten von früher erzählen und diese veranschaulichen können, ist der Besuch perfekt. Kinder können dort auch ihren Geburtstag feiern, nebst Führung und anschließendem Modellhausbau. Was übrigens auch am Wochenende geht: Für Kinder wird dann in der Zeit von 12 – 17 Uhr "Häuser-basteln" angeboten. Miniaturwelt Oberhausen
früher Modellbahnwelt Oberhausen
Zum Aquarium 2
46047 Oberhausen
Tel.: 0208-884867-0
Einzelpreise (Tagestickets):
Dienstag bis FreitagErwachsene: 6,90 Euro
Kinder 6 bis 16 Jahren: 3,50 Euro
Kinder unter 6 Jahren: 1 Euro
Familienkarte: 19 Euro
Samstag und Sonntag
Erwachsene: 7,90 Euro
Kinder 6 bis 16 Jahren: 4 Euro
Kinder unter 6 Jahren: 1,50 Euro
Familienkarte: 20 Euro
Öffnungszeiten
Montags: RuhetagDienstags - Freitags: 11 - 18 Uhr
Samstags: 10 - 19 Uhr
Sonntags: 10 - 18 Uhr
Feiertage in NRW: 10 - 19 Uhr (Heiligabend, 1. Feiertag, 2. Feiertag, Silvester, Neujahr: nur begrenzt geöffnet)
(Stand: Dezember 2011, Angaben ohne Gewähr)
Fotos: Miniaturwelt Oberhausen
(sk)

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