Der Gasometer in Oberhausen ist der Gigant der Industriekultur und eines der absoluten Highlights im Ruhrgebiet. Die Aussicht vom Dach des 117,5 Meter hohen Stahlriesen ist atemberaubend und die Ausstellungen sind legendär. Am 2. April öffnete die Ausstellung "Sternstunden – Wunder des Sonnensystems".
[ruhr-guide] Begriffe, den Gasometer zu beschreiben
gibt es viele: er ist ein Stahlriese, ein Gigant der Industriekultur des Ruhrgebiets, und vor allem ein Gegengewicht zu der direkt angrenzenden Konsumwelt des CentrO. Ein neues Highlight ist der Tree2Tree Hochseilgarten am Gasometer.Als Scheibengasbehälter wurde der heutige Gasometer Oberhausen 1929 errichtet. Auf dem Gas schwamm die noch heute vorhandene, aber inzwischen befestigte Scheibe. Sie allein konnte aber den erforderlichen Gasdruck nicht gewährleisten, also mussten Betongewichte auf der Scheibe lasten. Das Gas wurde von unten eingeblasen und auch wieder entnommen, so dass die Gasdruckscheibe je nach eingelagerter Menge an den Wänden auf und ab glitt. Heute ist die Scheibe auf einer Höhe von 4 Metern befestigt und stellt die Plattform des Gasometers dar.
Ein Ausstellungsort der besonderen Art
Seit 1994 wird er als Ausstellungs- und Veranstaltungsort genutzt, wobei die erste Ausstellung "Feuer und Flamme" noch thematisch an der Geschichte und Kultur des Ruhrgebiets haftete. Schon die zweite Ausstellung "Ich Phoenix" löste sich hiervon, und präsentierte vierzehn Künstlerinnen und Künstler, die sich intensiv mit dem Innen- und Außenraum des Gasometers auseinandersetzten. Die daraus entstandenen Werke – Bilder, Installationen und Aktionen – lockten in der Saison 1996 mehr als 95.000 Besucher nach Oberhausen. Eher technikverbunden war wiederum die Ausstellung "Der Traum vom Sehen"
in den Jahren 1996 und 1997. Doch auch die künstlerischen Aspekte kamen bei dieser Schau rund um das Medium Fernsehen nicht zu kurz. So schwebten vier, wie Globen anmutende Leinwände im Himmel des Gasometers, die wie eine Zappingmaschine dem Besucher sein eigenes Fernsehkonsumverhalten vorführten.
The Wall in Oberhausen
Anlässlich der Abschlusspräsentation der Internationalen Bauaustellung Emscherpark wurde im Gasometer im Jahr 1999 eines der kühnsten Projekte realisiert: "The Wall" von Christo und Jean Claude, womit zum ersten Mal der gesamte Innenraum des Gasometers mit einbezogen wurde und dem Besucher seine Dimensionen erahnen ließ. Insgesamt wurden 13.000 Ölfässer zu einer 26 Meter hohen Wand aufgebaut, wodurch ein buntes Mosaik, eine beinahe entmaterialisierte Bildfläche entstand. Weitaus profaner, aber nicht weniger erfolgreich was die Besucherzahlen betrifft, war dagegen die im Jahr 2000 präsentierte Fußballausstellung "Der Ball ist rund".
Ein wahres Ausstellungshighlight war im Jahr 2003 die Installation "Five Angels for the Millennium" des amerikanischen Videokünstlers Bill Viola. Insgesamt 136.028 Besucher erlebten, wie sich auf fünf groß-formatigen Leinwänden das Hauptthema des Sprungs eines Menschen ins Wasser entwickelte.
Rund um die Welt
Auch im Sommer 2004 gab es eine große Ausstellung im Gasometer Oberhausen. Unter dem Titel "Wind der Hoffnung" war vom 27. Mai bis zum 30. Dezember eine Dokumentation der Non-Stop-Erdumkreisung der Ballonfahrer Bertrand Piccard und Brian Jones im Jahr 1999 zu sehen. Höhepunkt der Ausstellung: der Breitling Orbiter 3 Ballon, der in voller Größe im Gasometer zu sehen war.Im Januar 2006 brachte das Theater Oberhausen die Zuschauer im Gasometer zum Staunen: Tankred Dorsts "Parzival" feierte am 13. Januar 2006 Premiere. Bis Ende Januar war die Inszenierung von Johannes Lepper, die durch das Foucaultsche Pendel schon im Vorfeld für Furore sorgt, zu sehen.
"Das Auge des Himmels"
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. zeigte die Ausstellung "Das Auge des Himmels" die Erde aus der "Perspektive Gottes". Die Schau präsentierte 56 großformatige Farbfotografien, die von
Erdbeobachtungssatelliten ursprünglich für wissenschaftliche Zwecke aufgenommen wurden. Es war nach Angaben der Initiatoren die erste Satellitenbilder- Ausstellung dieser Dimension in Deutschland. Exponate und Filme aus den Bereichen Fernerkundung und Erdgeschichte ergänzten die Fotografien. An einem Terminal mit Großbildleinwand konnten sich die Besucher mit "Google Earth" die Welt virtuell erschließen. Rund 375.000 Menschen werden "Das Auge des Himmels" gesehen haben, wenn die Ausstellung im Gasometer Oberhausen schließt. Damit gehört die Schau zu den erfolgreichsten in dem ehemaligen Gasbehälter.
Sternstunden - Wunder des Sonnensystems
Seit dem 2. April ist die große Ausstellung "Sternstunden - Wunder des Sonnensystems" geöffnet, die unter anderem Nachbildungen unseres Sonnensystems und den mit 25 Metern Durchmesser "größten Mond auf Erden" bietet. Faszinierend ist auch der Ausblick vom Dach des Gasometers über das westliche Ruhrgebiet – von den Stahlwerken am Rhein bis zur Arena Auf Schalke in Gelsenkirchen. Zu sehen ist das Panorama jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr; der Eintritt dafür beträgt 2 Euro.Gasometer Oberhausen
Am Grafenbusch 9046047 Oberhausen
Tel: 0208 - 85037-30
Öffnungszeiten:
Aussichtsplattform:
Di-So 10.00 bis 18.00 Uhr
durch die Ausstellungen kann es zu geänderten Öffnungszeiten kommen
Eintrittspreise:
Erwachsene: 7 Euro
Kinder ab 6 Jahre, Schüler, Studenten, Rentner, Schwerbehinderte, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, Wehr- und Zivildienstleistende: 5 Euro
Familien: (2 Erw. und max. 5 Kinder bis 17 J.): 15 Euro
(Stand: Jan 09, Angaben ohne Gewähr)
Anfahrt
PKW: A42 Abfahrt Oberhausen-Zentrum (10), Richtung Zentrum, Schilder Gasometer folgen
VRR: Oberhausen Hbf, Terminal 1, bis Haltestelle "Neue Mitte"
(sl)

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