Das Ruhrgebiet stand kurz vor einem umwälzenden Prozess, dem sagenumwobenen Strukturwandel. Alles sollte anders werden, nichts würde mehr sein wie zuvor. In den Wirren jener Jahre, genauer gesagt im Jahr 1988, sagten sich drei Männer, dass das Ruhrgebiet etwas braucht, das der Zukunft neue Impulse verleiht. Es waren drei sehr honorige Herren, die damals den Initiativkreis Ruhrgebiet ins Leben riefen. Das Klavier-Festival Ruhr war ihr erstes Projekt, mittlerweile ist es weltweit das größte seiner Art!
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Die drei honorigen Herren waren niemand geringeres als der ehemalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, Rudolf von Bennigsen-Foerder, deutscher Industriemanager und langjähriger Vorstandsvorsitzender der VEBA AG und Franz Kardinal Hengsbach, der erste Bischof von Essen. Das Ruhrgebiet hatte seinen Ruf als ersten Industriestandort zu verlieren. Zeit, dem Pott ein neues Image zu verleihen. Mit Hilfe von Initiativen sollten "neues Bewusstsein und damit auch neue kulturelle Identifikations-möglichkeiten für die Menschen im Revier" geschaffen werden, schreibt Franz Xaver Ohnesorg, Intendant des Klavier-Festivals Ruhr und Geschäftsführer des Initiativkreises Ruhrgebiet. So entstand die Idee des Klavier-Festivals Ruhr, das seither einmal im Jahr im Ruhrgebiet stattfindet und vielen Menschen diese Kunst zugänglich macht.
Jungen Menschen die Liebe zur Klaviermusik vermitteln
Ganz wichtig ist den Initiatoren die Nachwuchsförderung. Das geschieht in
sehr unterschiedlichen Formen, denen doch eins gemein ist: Jungen Menschen die Liebe zur Klaviermusik zu vermitteln. Alljährlich werden beispielsweise Debütanten eingeladen, die bereits internationale Wettbewerbe gewonnen haben. Andere Projekte sind die "großen Klavierschulen der Gegenwart" vorzustellen oder die besten Studierenden deutscher und internationaler Musikschulen einzuladen. Mit den sogenannten Familien-Konzerten werden mit Stücken wie "Karneval der Tiere" oder auch Max Kruses Geschichte "Tausend Stiefel" Kids für die Musik sensibilisiert. Unter dem Motto "Discovery-Projekt" geht der Initiativkreis Ruhrgebiet in die Schulen: Im Unterricht können sich Kinder die Welt der Musik selbst erarbeiten.
Avantgardistische Stömungen und besondere Themenschwerpunkte
Ein besonderer Schwerpunkt des Festivals ist die Musik der Gegenwart.
Seit 1996 wird dem Jazz Raum geboten, um auch avantgardistische Strömungen aufzugreifen. Insbesondere bildet immer wieder eine bestimmte Themenauswahl den Schwerpunkt während eines Festivals. Das können sowohl Pianisten wie Johannes Brahms und Franz Schubert sein als auch Länder wie 2002 die USA oder 2004 Österreich. So unterstützt das Klavierfestival die Nachwuchsförderung, die Bühne für Gegenwartsmusik und -musiker, zu dem sind die abwechselnden Themenschwerpunkte ein Kennzeichen des Festivals.
Drei Komponenten sichern das Klavier-Festival
Der Intendant schließt aus dem wachsenden Erfolg, dass insbesondere
drei Komponenten gut miteinander kooperieren: die Künstler, die gerne wieder kommen, das interessierte Publikum und die Mitglieder des Initiativkreises Ruhrgebiet. Dazu gehören auch 68 Unternehmen, die als Sponsoren die Finanzierung der Veranstaltung erst möglich machen. Die Gründerväter von einst haben ihre Kontakte zu den Chefetagen genutzt. So zählen auch DAX-Unternehmen wie Commerzbank, Deutsche Telekom, Siemens oder ThyssenKrupp zu den Gönnern. Mit diesem finanziellen Background wird die Realisierung des umfassenden und anspruchsvollen Programms hoffentlich auch in den nächsten Jahren gesichert sein, trotz Finanzkrise.
Überblick über das Programm 2011
Der besondere Programmschwerpunkt im ersten Stiftungsjahr 2011 wird Liszt sein. Anlässlich des 200. Geburtstages von Franz Liszt geht es um das Werk des großen Komponisten und Virtuosen. In den Wochen vom 6. Mai bis 22. Juli ist die internationale Pianisten-Elite mit vielen bekannten Meisterwerken, aber auch mit Raritäten aus dem Schaffen Liszts zu erleben. Der Preis des Klavier-Festivals Ruhr 2011 geht an die große georgische Pianistin Elisabeth Leonskaja. Somit kehrt auch beim Festival 2011 die internationale Pianisten-Spitze auf insgesamt 25 Podien in 16 Städten der Ruhrmetropole zurück. Erstmals finden dabei Konzerte auf Schloss Gartrop und in Rheinberg statt. Innerhalb des Education-Programms kommt es beim Klavier-Festival Ruhr 2011 auch zu einer Hommage zum 85. Geburtstag von György Kurtág.
Jazz und Nachwuchsförderung
Auch die Avantgarde kommt nicht zu kurz: Die "JazzLine" des Klavier-Festivals bietet sieben exklusive Konzerte. Dazu zählt erstmals eine "JazzLounge" mit dem Kölner Pianisten Martin Sasse. Außerdem darf sich der Zuhörer auf die internationale Pianisten-Elite mit Namen wie Pierre-Laurent Aimard, Alfred Brendel, Irina Puryshinskaja und Anne-Sophie Mutter freuen. Alle Konzerte bilden die Basis jenes sogenannten "Education-Programms". Das Programm besteht über das gesamte Jahr, findet aber im Festival seinen Höhepunkt. "Dabei entdecken Kinder und Jugendliche wie Komponisten mit dem Thema Wasser umgehen, erkunden im Projekt ´Folk Songs` Lieder aus ihren jeweiligen Heimatländern und erhalten durch György Kurtágs Klaviersammlung ´Spiele – Jatékok` einen spielerischen Zugang zur zeitgenössischen Musik."Nähere Informationen zum diesjährigen Programm finden Sie unter: www.klavierfestival.de.
Klavier-Festival Ruhr
6. Mai 2011 – 22. Juli 2011Bochum
Jahrhunderthalle
Stanzwerk
Zeche Holland
Audimax
Bottrop
Kulturzentrum August Everding
Dortmund
Harenberg City-Center
Konzerthaus
Duisburg
Hafen Steiger Schwanentor
Landschaftspark-Nord
Mercatorhalle im CityPalais
Wilhelm Lehmbruck Museum
Düsseldorf
Museum Kunst Palast
Oberlandesgericht
Tonhalle Düsseldorf
Essen
Philharmonie Essen
Folkwang Hochschule
Essen-Werden
Haus Fuhr
Gelsenkirchen
Schloss Horst
Nordsternpark
Hagen-Hohenlimburg
Schloss Hohenlimburg
Hattingen
Westfälisches Industriemuseum
Herten
Schloss Herten
Holzwickede
Haus Opherdicke
Moers
Martinstift
Mülheim a. d. Ruhr
Stadthalle Mülheim
Ringlokschuppen
Recklinghausen
Ruhrfestspielhaus
Wuppertal
Historische Stadthalle
(sk)
Fotos: Klavier-Festival Ruhr, Mark Wohlrab, Frank Mohn

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