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Klavier-Festival Ruhr 2010

Das Ruhrgebiet stand kurz vor einem umwälzenden Prozess, dem sagenumwobenen Strukturwandel. Alles sollte anders werden, nichts würde mehr sein wie zuvor. In den Wirren jener Jahre, genauer gesagt im Jahr 1988, sagten sich drei Männer, dass das Ruhrgebiet etwas braucht, das der Zukunft neue Impulse verleiht. Es waren drei sehr honorige Herren, die damals den Initiativkreis Ruhrgebiet ins Leben riefen. Das Klavier-Festival Ruhr war ihr erstes Projekt, mittlerweile ist es weltweit das größte seiner Art!


[ruhr-guide] Klavier-Festival Ruhr 2010: Roter Flügel vor Wasserschloss HertenDie drei honorigen Herren waren niemand geringeres als der ehemalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, Rudolf von Bennigsen-Foerder, deutscher Industriemanager und langjähriger Vorstandsvorsitzender der VEBA AG und Franz Kardinal Hengsbach, der erste Bischof von Essen. Das Ruhrgebiet hatte seinen Ruf als ersten Industriestandort zu verlieren. Zeit, dem Pott ein neues Image zu verleihen. Mit Hilfe von Initiativen sollten "neues Bewusstsein und damit auch neue kulturelle Identifikations-möglichkeiten für die Menschen im Revier" geschaffen werden, schreibt Franz Xaver Ohnesorg, Intendant des Klavier-Festivals Ruhr und Geschäftsführer des Initiativkreises Ruhrgebiet. So entstand die Idee des Klavier-Festivals Ruhr, das seither einmal im Jahr im Ruhrgebiet stattfindet und vielen Menschen diese Kunst zugänglich macht.

Ticktes Tickets für das Klavier-Festival Ruhr 2010

Jungen Menschen die Liebe zur Klaviermusik vermitteln

Ganz wichtig ist den Initiatoren die Nachwuchsförderung. Das geschieht in Lang Lang bei der Uraufführung von Tan Duns Klavierkonzert "The Fire" beim Klavier-Festival Ruhr 2008 (Foto: Mark Wohlrab)sehr unterschiedlichen Formen, denen doch eins gemein ist: Jungen Menschen die Liebe zur Klaviermusik zu vermitteln. Alljährlich werden beispielsweise Debütanten eingeladen, die bereits internationale Wettbewerbe gewonnen haben. Andere Projekte sind die "großen Klavierschulen der Gegenwart" vorzustellen oder die besten Studierenden deutscher und internationaler Musikschulen einzuladen. Mit den sogenannten Familien-Konzerten werden mit Stücken wie "Karneval der Tiere" oder auch Max Kruses Geschichte "Tausend Stiefel" Kids für die Musik sensibilisiert. Unter dem Motto "Discovery-Projekt" geht der Initiativkreis Ruhrgebiet in die Schulen: Im Unterricht können sich Kinder die Welt der Musik selbst erarbeiten.

Avantgardistische Stömungen und besondere Themenschwerpunkte

Ein besonderer Schwerpunkt des Festivals ist die Musik der Gegenwart.Alfred Brendel bei seinem Abschiedskonzert beim Klavier-Festival Ruhr 2008 (Foto: Mark Wohlrab) Seit 1996 wird dem Jazz Raum geboten, um auch avantgardistische Strömungen aufzugreifen. Insbesondere bildet immer wieder eine bestimmte Themenauswahl den Schwerpunkt während eines Festivals. Das können sowohl Pianisten wie Johannes Brahms und Franz Schubert sein als auch Länder wie 2002 die USA oder 2004 Österreich. So unterstützt das Klavierfestival die Nachwuchsförderung, die Bühne für Gegenwartsmusik und -musiker, zu dem sind die abwechselnden Themenschwerpunkte ein Kennzeichen des Festivals.

Drei Komponenten sichern das Klavier-Festival

Der Intendant schließt aus dem wachsenden Erfolg, dass insbesondereAndrás Schiff 2008 im Gespräch mit dem Festival-Publikum. (Foto: Frank Mohn) drei Komponenten gut miteinander kooperieren: die Künstler, die gerne wieder kommen, das interessierte Publikum und die Mitglieder des Initiativkreises Ruhrgebiet. Dazu gehören auch 68 Unternehmen, die als Sponsoren die Finanzierung der Veranstaltung erst möglich machen. Die Gründerväter von einst haben ihre Kontakte zu den Chefetagen genutzt. So zählen auch DAX-Unternehmen wie Commerzbank, Deutsche Telekom, Siemens oder ThyssenKrupp zu den Gönnern. Mit diesem finanziellen Background wird die Realisierung des umfassenden und anspruchsvollen Programms hoffentlich auch in den nächsten Jahren gesichert sein, trotz Finanzkrise.

Überblick über das Programm 2010

Die Programmschwerpunkte im Kulturhauptstadtjahr 2010 werden Bach, Schumann & Chopin sein. Anlässlich des 200. Geburtstages von Frédéric Chopin und Robert Schumann, die zu Bachs größten Verehrern zählten, konzentriert sich das Festival im Kulturhauptstadtjahr auf den europäischen Kern der klassischen und romantischen Klavierliteratur. Besucher dürfen sich diesmal auf 66 Veranstaltungen, 91 Pianisten aus 21 Nationen und 14 Orchester und Ensembles freuen.

Jazz und Nachwuchsförderung

Auch die Avantgarde kommt nicht zu kurz: Mehrere Konzerte für die Reihe "JazzLine" werden von Künstlern wie Nabatov, Chick Corea, Helen Schneider und Till Brönner dargeboten. Außerdem darf sich der Zuhörer auf die internationale Pianisten-Elite mit Namen wie Pierre-Laurent Aimard, Martha Argerich, Emanuel Ax, Christian Zacharias freuen. Alle Konzerte bilden die Basis des sogenannten "Education-Programms". Das Programm besteht über das gesamte Jahr, findet aber im Festival seinen Höhepunkt. "Dabei entdecken Kinder und Jugendliche wie Komponisten mit dem Thema Wasser umgehen, erkunden im Projekt ´Folk Songs` Lieder aus ihren jeweiligen Heimatländern und erhalten durch György Kurtágs Klaviersammlung ´Spiele – Jatékok` einen spielerischen Zugang zur zeitgenössischen Musik."

Nähere Informationen zum diesjährigen Programm finden Sie unter: www.klavierfestival.de.

Klavier-Festival Ruhr

8. Mai 2010 – 23. Juli 2010

Ticktes Tickets für das Klavier-Festival Ruhr 2010

Bochum
Jahrhunderthalle, Zeche Holland

Bottrop
Kulturzentrum August Everding

Dortmund
Harenberg City-Center
Konzerthaus

Duisburg
Hafen Steiger Schwanentor
Landschaftspark-Nord
Mercatorhalle im CityPalais
Wilhelm Lehmbruck Museum

Düsseldorf
Museum Kunst Palast
Oberlandesgericht
Tonhalle Düsseldorf

Essen
Philharmonie Essen
Folkwang Hochschule

Essen-Werden
Haus Fuhr

Gelsenkirchen
Schloss Horst
Nordsternpark

Hagen-Hohenlimburg
Schloss Hohenlimburg

Hattingen
Westfälisches Industriemuseum

Herten
Schloss Herten

Holzwickede
Haus Opherdicke

Moers
Martinstift

Mülheim a. d. Ruhr
Stadthalle Mülheim
Ringlokschuppen

Recklinghausen
Ruhrfestspielhaus

Wuppertal
Historische Stadthalle

(sk)

Fotos: Klavier-Festival Ruhr, Mark Wohlrab, Frank Mohn






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