Im Jahr 1998 eröffnete das Preußen-Museum im ehemaligen "Körnermagazin" der Festungszitadelle in Wesel, einem gut erhaltenen preußischen Bauwerk, auf 2.000qm Ausstellungsfläche. Preußen existiert nicht mehr. Jedoch ist die Geschichte des Staates auch die der Region. Der Standort Wesel des Museums setzt daher den Schwerpunkt der Ausstellung auf die fast 300-jährige Geschichte Brandenburg-Preußens im Rheinland. Im Kellergewölbe zu finden: die Sammlung Abresch LEBENSZEICHEN – Nachkriegszeit und Fünfziger Jahre.
[ruhr-guide] Die Dauerausstellung im Preußen-Museum beginnt im Keller. In den alten Gewölben erwartet den Besucher die
Sammlung Abresch LEBENSZEICHEN – Nachkriegszeit und Fünfziger Jahre. Damit rollt das Museum die Geschichte Preußen von vorne auf: dem Zeitpunkt der Auflösung, der in die Nachkriegszeit fällt. Das erleichtert dem Besucher den Einstieg in das Thema Preußen, denn nahe Vergangenheit ist greifbarer: Über die Nachkriegszeit weiß eine Vielzahl von Leuten etwas zu erzählen – ob als Zeitzeuge oder als Deutscher der ersten, zweiten oder dritten Generation nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die Sammlung zeigt Objekte des damaligen Lebens: Gegenstände, die den Überlebensdrang, den Erfindungsreichtum und die Entbehrungen
dokumentieren. So wurde ein Stahlhelm zum Sieb oder Topf umfunktioniert oder Fallschirmseide zum Stoff für ein Hochzeitskleid. Not macht eben erfinderisch! Im kleinen Kino wird die "Nachkriegs-Maus" gezeigt. Ein Film von Armin Maiwald, der mit originalen Objekten der Sammlung gedreht wurde. Der zweite Teil der Sammlung Abresch widmet sich den Jahren des Wirtschaftswunders. Diese Epoche – konträr zur Nachkriegszeit und dem, was unter dem NS-Regime geschah – war ein Aufbruch: freie Wahlen, Währungsreform und auch Konsum war wieder möglich. In der Sammlung läuft man durch einen Laden. Hinter den Schaufenstern: Bücher, Porzellan, Nierentische, Vasen, Haushaltswaren und und und …
Preußen im Rheinland
Von der nahen Vergangenheit geht es ins 17. Jahrhundert: Schritt für Schritt – chronologisch – präsentiert die
Dauerausstellung die Entwicklung der westlichsten Provinz der Preußen, dem Rheinland. Gegliedert in die Punkte "Staat, Regierung und Verwaltung" sowie "Wirtschaft und Gesellschaft", erwarten Sie Exponate und Informationstexte, die das nicht immer unproblematische Verhältnis veranschaulichen. Mit drei Themenbereichen "Kirche, Schule und Bildung" sowie "Militär und Gesellschaft" und "Ende Preußens 1918-1945" geht es im Obergeschoss weiter.
Verkürzte Chronik Preußens
Das Herzogtum wurde im Jahr 1701 zum Königreich Preußen, dieses stieg zur europäischen Großmacht auf. Aufgrund seiner dominierenden Position
als Teilstaat im Deutschen Reich ab 1871 versuchte man das preußische Staatsmodell auf die übrigen Gebiete zu übertragen, allerdings mit mäßigem Erfolg. Mit dem Sturz der Monarchie im Zuge der Novemberrevolution im Jahr 1918 entstand der Freistaat Preußen mit besonderer Stellung während der Weimarer Republik: er nahm die Funktion der demokratische Ordnungsmacht ein. Preußische Eigenschaften nahmen Einfluss auf die demokratische Verfassung von 1920. Zum Territorium zählten neben dem heutigen Bundesgebiet Deutschland sechs weitere Staaten. Ab 1929 stiegen die Nationalsozialisten rasant auf und übernahmen 1933 die Macht. Bereits 1932 im Preußenschlag setzte man die Regierung ab. Nach der Machtergreifung wurde das bestehende Preußenbild von der NSDAP für ihre Zwecke instrumentalisiert. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Preußen 1947 aufgelöst und zwei Jahre später die BRD durch die Alliierten gegründet.
Preußen-Museum NRW
An der Zitadelle 14-2046483 Wesel
Tel.: 0281 / 33996-0
Öffnungszeiten:
Mi - So von 11.00 – 17.00 Uhr
Montags, Dienstags geschlossen
Eintritt:
Erwachsene: Euro 4,50
ermäßigt: Euro 3
Kinder: Euro 2,25
Familien: Euro 8
(Stand: Jan 11, Angaben ohne Gewähr)
(bs)

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