Dort, wo über 10.000 Menschen harter Arbeit nachgingen, ist die Henrichshütte als das traditionsreichste Hüttenwerk im Ruhrgebiet zum Symbol für die Geschichte der Eisen- und Stahlindustrie geworden. Heute präsentiert das Industriemuseum das Leben der Arbeiter, zeigt die Gebläsehalle verschiedene Maschinen aus dem industriellen Zeitalter und lockt die Industriebrache zu einem Spaziergang. Neue Führungen im LWL-Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen richten sich an alle, die auf unterhaltsame, praxisbezogene Weise ihr Englisch verbessern möchten!
[ruhr-guide] Langsam erobert sich die Natur ihren Platz auf dem Gelände der 1987 stillgelegten Henrichshütte in Hattingen zurück. Hier findet der Besucher die Art der
Ruhrgebietsromantik, die von der harten Arbeit und den rauchenden Schloten an der Ruhr erzählt. Es finden sich Kunstobjekte aus Eisen und Stahl, Relikte aus der vergangenen Zeit, die vom Grün überwuchert sind. Im Landschaftspark Henrichshütte führen drei Rundwege durch das 50.000 Quadratmeter große Gelände. Daneben entsteht hier ein Gewerbepark, der neue Firmen an den ehemaligen Industriestandort in unmittelbarer Nähe der Ruhr lockt.
Beste Aussichten vom Hochofen
Im Jahr 2000 wurde die Henrichshütte als LWL-Industriemuseum Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur Henrichshütte Hattingen eröffnet. Anders als der Hochofen II, der vollständig zerlegt nach China verschifft wurde, ist der erhaltene Hochofen III das Zentrum der industriegeschichtlich bedeutenden Anlage. Neben dem Hochofen und dem Maschinenhaus, bezeugen Erz- und Koksbunker sowie die beeindruckenden Transportbänder das Arbeiten mit Eisen und Stahl. In der Gebläsehalle gibt es Maschinen aus drei Generationen zu besichtigen, die den berühmten Hochofenwind erzeugten. Auf einer Besichtigungstour kann sich der Besucher von Zeitzeugen die Geschichten rund um die Henrichshütte erzählen lassen. Ganz Mutige fahren mit einem gläsernen Aufzug bis auf die höchste Plattform des Hochofens und genießen eine unvergleichliche Aussicht.
Grüner Weg
Am Ostersonntag, den 24. April wird eine Führung auf dem „Grünen Weg“ vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Hattinger Industriemuseum angeboten. Man kann überall sehen, wie das Grau und Schwarz einem satten Grün weicht und die Natur sich den Brach liegenden Standort zurückerobert.Erwachsene und Kinder können die Industrienatur der Henrichshütte am Sonntag hautnah erleben. Der „Grüne Weg“ führt über Schotter, Bahngleise und Erzbunker zum Hochofen.
Treffpunkt ist um 10.30 Uhr im Museumsfoyer
Dauer: 90 Minuten
Kosten: 2 Euro plus Eintritt
Außerdem wird es weitere Führungen von April bis Oktober an jedem 4. Sonntag im Monat von 10:30 - 12:00 Uhr geben..
Die Geschichte
der Henrichshütte ist eng mit dem Grafen Henrich zu Stolberg- Wernigerode verknüpft. Die eindrucksvolle Sonderausstellung "Henrichs Hütte. Der Graf und sein Werk" porträtierte 2004 das Leben und Werk des Hüttengründers und zeigte, wie der Hüttenbau schon Mitte des 19. Jahrhunderts Proteste der umliegenden Bauernschaften gegen die Umweltbelastungen mit sich brachte. Für das bis dahin durch Landwirtschaft und die niedergehende Tuchmacherei geprägte Hattingen, bedeutete der Bau der Hütte einen enormen Zuzug von Arbeitskräften, der für den Neubau von zunächst Mietkasernen und schließlich der Gartenstadtsiedlung Hüttenau sorgte. Im Zweiten Weltkrieg diente die Henrichshütte als Standort für die Vollkriegsproduktion, alliierte Bombenangriffe zerstörten sie beinahe vollständig. Mit dem Wiederaufbau wurde auch die Produktpalette spezialisierter: Bohrinselteile, High-Tech-Magnete oder Reaktordruckgefäße wurden fortan in alle Welt exportiert. So erreichte die Henrichshütte in den 1950er Jahren ihre Blütezeit. Durch den immer weiter steigenden Flächenbedarf wurde die Verlegung der Ruhr erforderlich. Der Standort im Binnenland ohne einen Hafen wurde der Henrichshütte in den 1960er Jahren neben der Stahlkrise zum Verhängnis: Ab 1963 beginnen die ersten Stillegungen.
"Immer wieder sonntags"
11.30 Uhr: Sonntagsspaziergang (2 € plus Eintritt)14.30 Uhr Ratten-Führung (2 € plus Eintritt)
zusätzlich ab April: 14.30, 15.30 und 16.30 Uhr: Bunker-Tour (2 € plus Eintritt)
1. Sonntag im Monat:
14-17 Uhr Eisenbahnfahrten (nur Eintritt)
2. Sonntag im Monat
10.30- 12.30 Uhr: Grüne Werkstatt (3 € / 2 € plus Eintritt)
3. Sonntag im Monat
14-17 Uhr: Schaugießerei (nur Eintritt), zusätzlich ab April: 14-17 Uhr Schmiedevorführung (nur Eintritt)
4. Sonntag im Monat
10.30-12.00 Uhr: Der Grüne Weg mit Scout (2 € plus Eintritt),
15.00 Uhr: Der Weg des Stahl (2 € plus Eintritt)
5. Sonntag im Monat
15.00: Englische Führung für Deutschsprachige (2 € plus Eintritt)
Das Programm kann witterungsbedingt und jahreszeitlich variieren.
Außerdem:
Spätschicht
Jeden Freitag um 19 Uhr Spätschicht: Erlebnisführung zur Geschichte der Henrichshütte mit kulturellem Begleitprogramm.
Westfälisches Industriemuseum
Henrichshütte Hattingen
Werksstraße 31-3345527 Hattingen
Öffnungszeiten:
Die bis So 10.00 – 18.00 Uhr
Freitag 10.00 - 21.30 Uhr
Eintritt:
Erwachsene: 2,40 €
Kinder und Jugendliche (bis 17 Jahren): 1,50 €
ermäßigter Eintritt: 1,60 €
Familien: 5,80 €
(Stand: Jan. 2011, Angaben ohne Gewähr)
Anfahrt:
PKW: A 43, Abfahrt Witten-Herbede, Blankensteiner Straße Richtung Hattingen; bitte den Schildern folgen.
ÖPNV: Bus-Haltestelle "Industriemuseum" bzw. "Henrichshütte" der Linien SB 37 und CE 31 ab Bochum Hauptbahnhof; ab Hattingen-Mitte Linien 335, 358, SB 37 oder CE 31. Dort S-Bahn-Anschluss Linie 3 Richtung Essen / Oberhausen.
(sl)

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