Im Kulturhauptstadtjahres 2010 eröffnete auf der Essener Zeche Zollverein ein Heimatmuseum, wie es faszinierender kaum sein kann. Aus der Sammlung des ehemaligen Ruhrland-Museums ist das neue Ruhr Museum entstanden. Dem gleichen Weg, den noch vor nicht allzu langer Zeit die Kohle auf der Zeche Zollverein nahm, folgt heute im Ruhrmuseum ein Museumsparcours, der durch die Gegenwart, die Geschichte und den Prozess der Industrialisierung wieder zur Gegenwart des Ruhrgebiets führt.
[ruhr-guide] Der Ballungsraum Ruhrgebiet existiert
namentlich seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, doch reicht seine Geschichte selbstverständlich weit über die Entwicklung innerhalb der Industrialisierung hinaus. Das gebündelte Wissen über eine Region, um die sich Mythen ranken, in der sich Phänomene hervortun und deren Wahrheit beeindruckt, finden Interessierte von nun an im neuen Ruhr Museum in der ehemaligen Kohlenwäsche der Zeche Zollverein. Durch das populäre Ausstellungskonzept werden die sonst so trockenen Themen wie soziale Entwicklung, Geschichte und Archäologie zu einer spannenden Rundreise durch die Entwicklung des Ruhrgebiets.
"Von A bis Z. Die Fotografische Sammlung des Ruhr Museums"
- so heißt eine neue Sonderausstellung, die das Ruhr Museum in Essen vom 24. Oktober 2011 bis 26. Juni 2012 zeigt. Die Ausstellung in der Kohlenwäsche gewährt Besuchern Einblicke in die wohl größte fotografische Sammlung der Metropole Ruhr. Begonnen bei A wie "Anfänge" über "Dokumentation, "Erinnerung", "Genres" bis hin zu Z wie "Zerfall". Zu sehen sind rund 300 der besten Aufnahmen aus dem Fotoarchiv des Ruhr Museums, darunter Motive zum UNESCO-Weltererbe Zeche Zollverein. Neben noch nie veröffentlichten Fotografien zeigt das Ruhr Museum auch Motiv-Klassiker. Die Ausstellung ist in zwei Teilen geplant. Nach dem Auslaufen des ersten Teils im nächsten Juni soll der zweite Teil im Jahr 2012 folgen.
Gegenwart
Der Parcours beginnt im Ruhr Museum in der Gegenwart des Ruhrgebiets. Anhand von vielen Fotografien aus verschiedenen künstlerischen Projekten werden neben sozialen Strukturen oder typischen Ruhrgebiets-Merkmalen auch Halden, Industriearchitektur und die vielseitige Natur gezeigt. Einen Einblick in die Geräusche des Ruhrgebiets bekommt man unter den Klangbeispielen, deren Spektrum vom Nachmittagsverkehr auf der A40 bis hin zum grunzenden Schwein auf einem der vielen Bauernhöfe der Region reicht. Auf großformatigen animierten Datenschaubildern werden Informationen zu demografischen Belangen gegeben und natürlich gibt es auch diverse Relikte der Gegenwart in echt zu bestaunen, wie Fußballpokale oder Fanartikel. Vorbei an einer bunt gemischten Sammlung von Zeugnissen der Zeit in wilder Anordnung gelangt man auf die Etage der Entwicklungsgeschichte.
Gedächtnis
Ob geologische Profile oder das Skelett eines Mamuts, die Geschichte des Ruhrgebiet fängt mit der Urzeit an. Bevor das Ruhrgebiet
durch die Industrialisierung als eine Region begriffen wurde, gab es unzählige Herrschaftsformen und -gebiete, genau wie kulturelle Beeinflussungen durch Kriege und Invasionen. In zeitlicher Abfolge führt der Weg im Ruhr Museum durch all diese Stationen der Entwicklung. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Entstehung von Traditionen gelegt. Ob durch Verläufe von Handelsstraßen oder Einfluss von Religionen, der Grundstein dafür, dass das Ruhrgebiet ist wie es ist, wurde nicht erst in der relativ jungen Vergangenheit der Industrialisierung gelegt. Die Sammlung der kulturellen Hinterlassenschaften stammt aus dem ältesten Museum des Ruhrgebietes. Das Ruhrlandmuseum wurde einst vor dem ersten Weltkrieg gegründet um vor allem der Arbeiterbevölkerung im geschichtslosen Ruhrgebiet einen Gegenpol und eine Möglichkeit zur kulturellen Verwurzelung zu geben.
Geschichte
Da aber natürlich die Phase der Industrialisierung für das Ruhrgebiet die wohl einschneidenste war, widmet sich Etage drei im Ruhr Museum eben dieser Zeit. Anhand unzähliger Zeugnisse wie Bilder, Schriftstücke, Plakate und Gebrauchsgegenständen wird dem Besucher das Leben vom Ende des 18. Jahrhunderts bis Mitte des 20. näher gebracht, bis die Ausstellung schließlich wieder in der Gegenwart, aber auch in den Zukunftsvisionen endet.
Ruhr Museum
Zollverein A 14
(Schacht XII, Kohlenwäsche)
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
Telefon 0049 (0)201 88 45 200
Öffnungszeiten
Winter 1.10. - 31.3.
Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Sommer 1.4. - 30.9.
Montag bis Sonntag von 10 bis 20 Uhr
Heiligabend (24.12.) und Silvester (31.12.) geschlossen
Eintritt
6 € Erwachsene
4 € ermäßigt
2 € Kinder, Jugendliche und Schüler bis 17 J.
6 € / 12 € Familienkarte
(Stand: Oktober 2011, Angaben ohne Gewähr)
(de)

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