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Ruhrtriennale 2011

Die Ruhrtriennale ist schon lange als etabliertes Festival für Rhein-Ruhr bekannt: als Festival der Künste. In diesem Jahr stellt Willy Decker nach dreijähriger Intendanz zum letzten Mal das Programm für 2011 vor. 2009 war das Judentum Thema der Ruhrtriennale und im vorigen Jahr drehte sich noch alles um den Islam. Dieses Jahr steht der Buddhismus im Fokus. Damit findet mit Absicht eine religiös-künstlerische Auseinandersetzung statt. Vom 26. August bis zum 9. Oktober 2011 werden insgesamt 34 Produktionen an 7 Veranstaltungsorten, die meisten davon industrielles Kulturgut, zu sehen sein. Mit Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Konzerten, die teilweise auch die Hochkultur verlassen und in die Popmusik-Richtung ausschweifen, Film- sowie Kinder- und Jugendprogrammen wird das Publikum auf seine Kosten kommen.


[ruhr-guide] Die Ruhrtriennale scheint in einem Konflikt zu stehen. Das Hauptaugenmerk ist auf Religion und demBild Mischanlage Kokerei Zollverein, Essen: © Matthias Baus Dialog mit der Kreativität gerichtet, dabei sind die Spielstätten vermeintliche Zeugen der Aufklärung und diagnostizieren somit den Tod des Glaubens. Doch die Ruhrtriennale umgeht das Problem bewusst oder unbewusst, indem sie sich nur auf "lebendige" Religionen bezieht - Religionen, die zum Teil noch nicht einmal die Trennung zwischen sich und dem Staat erfahren haben. So wird aus der Industriehalle ein Tempel, eine Synagoge oder eine Moschee. Ein spirituelles Gebäude der Kreativität, dass hoffentlich den angestrebten „Urmoment von religiöser und künstlerischer Inspiration“ erfassen und reflektieren kann.

Die Geschichte der Ruhrtriennale

Nachdem die Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA) nach 10-jähriger Schaffensphase 1999 zu Ende ging, fehlte es der Bild PACT Zollverein, Essen: © Annette Jonak, Anne LochmannNordrhein Westfälischen Landesregierung an einem künstlerischen Aushängeschild. Schon bald einigte man sich darauf der Idee einer Triennale, die sich mit sozialen und kulturellen Geschehnissen auseinandersetzt, zu folgen. Die im Ruhrgebiet vorhandenen industriellen Bauwerke erweisen sich dabei ideal als Spielstätten jener künstlerischen Diskussionen. Nicht nur das Gewicht der Geschichte und die damit verbundene Identifikation mit dem Ruhrgebiet ist beträchtlich, als auch die Ästhetik, welche die stillgelegten Zechen und Industrieanlagen mit sich bringen. Und so startet 2002 die Ruhrtriennale. Jedes Jahr ein neues Themengebiet und doch immer auf der Suche nach dem besagten „Urmoment“. Der erste Intendant Gerard Mortier bestritt neue Wege und Orte, indem er sich genreübergreifend an bildenen Künsten, Pop- und Konzertmusik bis zu Literatur und Oper bedient und dem Festival damit ein unglaublich weites Spektrum eröffnet. Üblicherweise wird ein Intendant der Ruhrtriennale für drei Jahre ins Amt gewählt. 2005 übernahm Jürgen Flimm, der durch den Todesfall von Marie Zimmermann Intendant bis 2008 blieb. Thematischer Schwerpunkt in den Jahren 2005-2007 waren die Epochen Barock, Romantik und das Mittelalter. Viele Namen der Kulturszene zählen schon jetzt zur Geschichte der Ruhrtriennale. Steven Sloane, Christoph Schlingensief, David Pountneys sowie die Kuratoren Alfred Biolek, Dieter Gorny und Michael Vesper.

Themengebiet 2011: Buddhismus

Doch sollte man die Ruhrtriennale nicht auf ihr Motiv reduzieren, denn das Thema ist nur der Anstoß. Der Ansatzpunkt eigener neuer Denkmuster. Bild Maschinenhaus Zeche Carl, Essen: © Ursula KaufmannSo wirkt auch das crossfunktionale Thema „Urmomente“ eher breit gefächert als schwammig. Den Eröffnungsakt wird die schon jetzt ausverkaufte Musikoper und Neuinszenierung von Richard Wagners „Tristan und Isolde“ sein. Das Programm ist ab dem 27. August 2011 kunterbunt durcheinander gemischt worden, so dass Theater auf Film oder auch Oper auf Literatur folgt. Ein kultureller Blumenstrauß, von dem sich jeder nehmen darf, was ihm beliebt. Ein wenig wie auch die Buddhistische Lehre besagt, dass jeder seinen eigenen „Weg der Erleuchtung“ finden muss, um zu seinem Seelenfrieden zu gelangen, wird auch die diesjährige Ruhrtriennale von diesem Muster bestimmt. Der Weg ist das Ziel. Die Erkenntnis und das Genießen verhelfen zum Glück. Buddhistische Weis- und Wahrheiten sollen in diesem Jahr auf unterschiedlichste, kreative Weise vermittelt werden.

So entsteht auch im Jahr 2011 wieder ein kulturelles Highlight, welches an 7 Spielorten in 5 Städten stattfindet. Dabei ist die Jahunderthalle in Bochum zentraler Punkt. Weitere Veranstaltungsorte sind zum Beispiel die Gebläsehalle im Landschaftspark in Duisburg, die Lichtburg in Essen, das Casablanca in Bochum oder das Maschinenhaus an der Zeche Carl in Essen. Beginn der Ruhrtriennale ist der 27. August. Ein Ende wird das Spektakel am 9. Oktober finden. So lange bis Komponist und Regisseur Heiner Goebbels als nächster Intendant die Spielzeiten 2012-2014 bestreiten wird.

Auftakt mit "Tristan und Isolde"

Am 27. August 2011 ist es soweit: die diesjährige Ruhrtriennale startet! Mit einer Inszenierung Williy Deckers selbst wird "Tristan und Isolde" als Premierenvernanstaltung aufgeführt und bleibt danach fester Bestandteil der Ruhrtriennale. Lange haben das Produktionsteam und der diesjährige Intendant darauf hin gearbeitet, dass das wohl bekannteste Wagnerstück "Tristan und Isolde" ein zentrales Highlight der Ruhrtriennale wird. Mit einem gewissen Hang zum diesjährigen Thema "Buddhismus" sowie dem Lösen von Ort und Zeit zeigt Willy Decker ganz neue Facetten jenes Musiktheatersstückes. Unter der musikalischen Leitung von Kirill Petrenko, einem Weltklasse-Dirigenten, und einer Hand voll erstklassigen Solisten im Gepäck erwartet den Zuschauer eine wirklich gelungene Inszenierung.

Doch noch bevor der 27. August die offizielle Eröffnungsfeier einläutet gibt es tags zuvor, am 26. August, eine offene Gesprächsrunde mit Willy Decker, Regisseur Luk Perceval, Hans Günter Golinski und Religionswissenschaftler Michael von Brück über Schöpfungsprozesse, Kreativität und die eigentliche Ideenfindung. Dem Thema "Suche nach dem Jetzt" wird also zunächst einmal auf den Grund gegangen. Danach ist jeder eingeladen sich den Kalligraphien des Zen-Meisters Sasaki Gensô Rôshi zu widmen, bevor es dann endgültig heißt: Vorhang auf für die Ruhrtriennale 2011!

Hier geht es zum Spielplan 2011 der Ruhrtriennale 2011!

Ruhrtriennale 2011

26. August bis 9. Oktober

(ch, ak)
Fotos: Bild PACT Zollverein, Essen: © Annette Jonak, Anne Lochmann Bild Mischanlage Kokerei Zollverein, Essen: © Matthias Baus Bild Maschinenhaus Zeche Carl, Essen: © Ursula Kaufmann





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