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Museum Ostwall im Dortmunder U

Das Museum Ostwall ist nun in das Dortmunder U eingezogen und präsentiert hier die neu arrangierte Ausstellung. Seit Oktober 2010 erstrahlen die Kunstwerke des Museum Ostwall in ganz neuem Glanz, denn das ehemalige Kellereihochhaus der Union-Brauerei bietet perfekte Voraussetzungen, um allen Kunstinteressierten Werke aus dem 20. Jahrhundert und der Gegenwart zu zeigen und zu erklären. Die Organisatoren des nachhaltigen Projekts legen besonderen Wert auf das Museum als lebendigen Ort und auf die Kommunikation mit der modernen Gesellschaft.


[ruhr-guide] Um zum Museum Ostwall im Dortmunder U zu gelangen, welches seit dem 8. Oktober 2010 für alle Besucher Museum Ostwall Foto: Juliane Katzergeöffnet ist, muss man zuerst 4 riesige Rolltreppen hochfahren. Doch es lohnt sich, diesen Weg auf sich zu nehmen, denn sobald man die große Glastür, die den Eingang zum Museum Ostwall bildet, passiert hat, steht man in einem atemberaubenden Foyer. Schwenkt man den Blick nach links, sieht man auch schon das erste, sehr aufwendige Kunstwerk. Hier starren rund 1000 Augen in Richtung der anderen Kunstwerke. Unter den 500 Passfotos befindet sich, laut Eigenaussage des Oberbürgermeisters der Stadt Dortmund Herrn Sierau, auch sein damaliger Professor. Schauen Sie sich mal um, vielleicht finden Sie auch das ein oder andere bekannte Gesicht, oder vielleicht Ihr eigenes?

Die Architektur, die nur durch den Umzug ins Dortmunder U so verwirklicht werden konnte, wurde hier ganz neu gestaltet. Von den Wänden strahlt das hellste Weiß und alles wirkt sehr schlicht und modern. Dadurch ist es dem Besucher möglich, sich voll und ganz auf Museum Ostwall Foto: Juliane Katzerdie Kunst zu konzentrieren, da man wenig abgelenkt werden kann. Wer das Museum Ostwall zum ersten Mal besucht, wird sich aber ohne Führung unter Umständen eher wie in einem Labyrinth fühlen. Der Weg in die 5. Etage führt über eine Treppe, die man zuerst gar nicht als solche erkennt, da der Blick auf sie mit weißen Wänden versperrt wurde.

"Das Museum als Kraftwerk"

Das Museum Ostwall erstreckt sich über die 4. und 5. Etage des Dortmunder U aber auch die 6. Etage kann für Wechselausstellungen genutzt werden. Mitte Dezember 2010 werden dort unter dem Titel "Bild für Bild – Film und zeitgenössische Kunst aus der Sammlung des Centre Pompidou" Werke aus dem französischen Kunstmuseum gezeigt. Im Museum Ostwall sind mehr als 350 Werke auf über 1750m² Ausstellungsfläche zu sehen. Darunter befinden sich Kunstwerke des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Besonders gut für das Verständnis sind die Erklärungen zur Entstehung der Kunstwerke und dem Zeitbezug. Die Ausstellung steht unter dem Motto "Das Museum als Kraftwerk". Dieses, von Alexander Dorner entwickelte Leitmotiv, stellt das Museum als Energiezentrum und gleichzeitig als "Speicher der Vergangenheit" dar. Dies wiederum beinhaltet das Wechselspiel aus der Kommunikation mit der modernen Gesellschaft und der Wertschätzung alter Arbeiten.

Die 4. und 5. Etage des Museum Ostwall

Die 4. Etage ist laut dem Direktor des Museums, Prof. Dr. Wettengl, das Kernstück des Museums. Hier befinden sich primär Museum Ostwall Foto: Juliane KatzerMeisterwerke aus dem 20. Jahrhundert und der Fluxus-Bewegung der 1960er. Diese stellt die Verbindung zwischen Kunst und Leben besonders in den Vordergrund. Der Rundgang durch das Museum Ostwall im Dortmunder U führt den Besucher durch ein kleines Stück Kunstgeschichte und dreht dabei die Zeit zurück: Von der Gegenwart über die abstrakte Kunst der Nachkriegsmoderne bis hin zur klassischen Moderne.
Die thematische Verbindung zur 5. Etage wird durch Arbeiten des Fluxus-Künstlers Wolf Vostell hergestellt. Ansonsten gibt es auf der oberen Etage aber eher große, aus mehreren kleineren Arbeiten bestehende, Kunstwerke von verschiedenen kreativen Köpfen. Außerdem findet der Besucher hier das Interaktive Bildarchiv und das MO Schaufenster, in dem kleine Wechselausstellungen präsentiert werden. In dem MO Lautsprecher-Programm sollen bald auch Audio-Kunstwerke vorgestellt werden.

Interaktives Bilderarchiv – analog und digital

Die Fotos ihrer letzten Weihnachtsfeier im Museum? Oder ihren heiß geliebten Hund zusammen mit dem Bild von Nachbars Katze? Wieso nicht, dachte sich das Museum Ostwall und entwickelte das interaktive Bilderarchiv. Das da noch viel mehr hinter steckt ist klar. Das Museum Ostwall versteht sich als Ort der Kommunikation und des Nachdenkens. Das interaktive Bilderarchiv bietet die Möglichkeit, eigene Bilder anderen zugänglich zu machen sowie mit Kompositionen zu spielen und auszuprobieren. Private Bilder haben mit der Zeit eine immer wichtigere Rolle angenommen und erreichen dank des Internets eine breite Masse. Diesen Bildern jetzt die Möglichkeit zu geben, im Museum gezeigt zu werden, soll eine neue Betrachtungsweise auf die Fotos werfen

Das Museum Ostwall hat für dieses einmalige Projekt einen Raum gestellt, in dem die Bilder auch bleiben und nicht wie bei existenten öffentlichen Präsentationen von Fotos, etwa bei Facebook, in ihrer Zugänglichkeit beliebig werden. Der Raum soll zum Nachdenken anregen und zum Dialog über die Bilder aber auch der Bilder untereinander. So kann jeder Besucher sich ganz einfach einen Account erstellen mit dem er Bilder von einer Speicherkarte oder einem usb-Stick hochläd. Dann kann er sie in einem Atlas anordnet und so einen Zusammenhang zwischen ihnen herstellt. Ein Großteil der Exponate des Museums sind ebenfalls in die Datenbank eingespeichert. Kunst und Hobbyfotografie können nebeneinander stehen, sodass Unterschiede und Gemeinsamkeiten zutage treten.

Führungen und Kinder-Montagekoffer im Museum Ostwall

Durch die Führungen und Veranstaltungen, die das Museum Ostwall im Dortmunder U anbietet, wird der Gesellschaft die Kunst näher gebracht. Allerdings darf das Museum Ostwall auch auf eigene Faust erkundet werden. Hierzu gibt es Audio-Guides, die kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Kinder und Erwachsene können am Eingang einen Montagekoffer ausleihen. Dieser bietet ein ganz besonderes Museums-Erlebnis, denn in dem Koffer befinden sich viele Werkzeuge, um aktiv mit den Kunstwerken zu experimentieren.
Egal, welche Variante Sie wählen, um sich das Museum Ostwall im Dortmunder U anzusehen, - ein Besuch lohnt sich allemal! Wenn Sie schon einmal dort sind, können Sie auch das neu gestaltete Dortmunder U bewundern. Das ganze Gebäude wird im 2. Quartal des Jahres 2011 endgültig fertiggestellt sein.

Museum Ostwall im Dortmunder U

Leonie-Reygers-Terrasse
44137 Dortmund

Öffnungszeiten: Di, Mi: 10 – 18 Uhr. Do, Fr: 10 – 20 Uhr. Sa, So, Feiertage: 11 – 18 Uhr
Geöffnet: Karfreitag, Ostersonntag, Ostermontag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag, Pfingstmontag, Fronleichnam, 3. Oktober, Allerheiligen, 2. Weihnachtstag

Eintrittspreise:
Dauerausstellung „Das Museum als Kraftwerk“: Erwachsene 5 €, ermäßigt 2,50 €
Ausnahme: Sonderveranstaltungen



(jk)

Fotos: Juliane Katzer





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