Vor der Kasse sammelt sich eine Schlange an. Eine sehr lange Schlange, die unaufhaltsam weiter wächst. Und dabei ist es erst 23.30 Uhr. Wahnsinn! Ein Staunen ist auf sämtlichen Gesichten zu sehen und zugleich auch etwas Unmut, denn jeder weiß: solche Massen passen zwar ins Dortmunder Stadion, jedoch nicht unter die Tribünen. Die Party im Signal Iduna Park am 9. Juli war mit über 12 000 Besuchern ausverkauft.
[ruhr-guide] Und so war es dann – leider – auch: Um 23.50 Uhr, der Veranstalter tritt vor die Abendkasse, und sagt die Worte,
die alle Wartenden eigentlich nicht hören wollten: "Es ist ausverkauft! Es gibt keine Karte mehr."Grandios! Es ist ausverkauft. Wer hätte gedacht, dass nach so vielen Feierlichkeiten, nun auch diese Veranstaltung so wunderbar angenommen werden würde?! Dass es wohl die Sommerparty des Jahres werden könnte, deutete sich natürlich schon im Vorfeld an. Allein das erstklassige DJ-Line-Up, besonders auf der EinsLive-Bühne, lockte viele Gäste an. Nicht nur aus Dortmund und Umgebung kamen Menschenmassen zur Strobelallee, nein, sogar aus Aachen, Münster oder Bielefeld sah man Autos auf die Parkplätze fahren. Doch, dass es schon vor Mitternacht, knapp drei Stunden nach offiziellem Beginn, ausverkauft ist, war nun wirklich nicht abzusehen. Umso schöner aber für den Veranstalter und sein Team.
Von Heavy bis Electro
Sie hatten viel zu bewältigen. Nicht nur, dass es bestimmt ein paar wütende, angetrunkene Partygäste ohne Eintrittskarte gab, sondern auch,
da unterschiedlichste Floors und Musikrichtungen aufeinander trafen. Von Heavy Metal, über 90er Pop bis hin zu Chart-Hits und Electro war einfach alles dabei. Jeder Gast fand seinen Floor recht schnell, doch natürlich wollten alle nicht an einem Ort verharren. Denn, wenn man schon einmal im Stadion feiern kann, dann auch überall. So verteilten sich die Menschenströme ungleichmäßig. Doch Gefahren, wie die bei zurzeit wieder diskutierten Loveparade-Katastrophe, gab es nicht, denn beherzt griff die Security ein und leitete die Ströme um. Auch, wenn der oder andere darüber meckerte, war die eine der richtigen Entscheidungen des Abends.
Fette Südkurven Party
Gefeiert wurde einfach überall! Ein Hauch der gewonnenen Meisterschaft war noch immer zu spüren und der Blick ins innere des Stadions
zu so später Stunde war wahrhaftig beeindruckend. So blieben vereinzelt Menschen stehen und schauten sich das Spektakel für ein paar Sekunden einfach an. Unter der berühmt berüchtigten Südkurven-Tribüne ging wohl die fetteste Party des Abends. Der EinsLive-Floor prangte über der Menschenmasse und lieferte mit DJ Larse, Mike Litt, Phil Fuldner und DJ Medhi aus Frankreich den wohl attraktivsten Floor des Abends.
Nichts gegen Thees Uhlmann, Frontmann der Band Tomte, und Flo, Drummer der Sportfreunde Stiller, doch gegen das EinsLive-Line Up hatten sie wenig Chancen. Dennoch lieferten auch diese beiden Neulinge mit Unterstützung anderer DJ's ein tolles Set ab, welches die Masse sowohl im Clubraum 74 als auch vor der Bühne zum Tanzen brachte. Nach anfänglicher Nervosität fanden sie sich schon recht schnell in ihren neuen Jobs ein. DJ Larse und Mike Litt hingegen mussten als alte Hasen mit kleinen technischen Problemen kämpfen. Doch, wer verzagt denn gleich!?
Die Turntable-Profis ließen sich davon nicht abhalten und zauberten mit ihren kleinen Reglern die elektronischen Klänge unter die Süd-Tribüne. Ein weiterer Highlight-Floor war die "Eurodance"-Bühne. Trash-Hits wie "Backstreets Back" von den Backstreet Boys, "Mr. Vain" von Culture Beat, "What is love" von Haddaway oder 2Oops! I did it again" von Britney Spears waren der Renner. Einfach JEDER tanzte mit! Und es konnte sich auch niemand davor schützen, nicht mit ein zu steigen, denn schon rein aus ironischem Spaß feierten die Partygäste jene Songs.
Puh, irgendwann braucht man allerdings auch mal eine Pause. Also, hieß es: raus hier. Die laue Sommernacht, wenn auch nicht zu warm, sorgte
auch draußen für eine angenehme Stimmung, die man mit einem Bier oder einem Cocktail seiner Wahl genießen konnten. Party-Food war ebenfalls am Start. Ebenso wie die übermäßige Präsenz der Energy-Drink-Firma "Relentless". Ob der Drink seinen Wachhaltungs-Versprechungen gerecht werden kann, konnte jeder Nachtschwärmer also selber testen. Doch, zugegeben, es war überall recht voll. Dass es Menschenmassen vor den Floors gibt ist jedem klar, doch auch draußen konnte man sich vor Menschenmassen nicht retten. Das Stadion war wirklich ausverkauft. Spätestens jetzt wurde es jedem bewusst.
Nächste Party schon in Planung
Insgesamt 12.600 Karten wurden verkauft. Für die erste Party "Unter den Tribünen" in Dortmund eine mehr als positive Situation.
Überhaupt, war "Unter den Tribünen" ein voller Erfolg. Nicht nur, dass unterschiedlichste Menschen aufeinander trafen und sich freundschaftlich verstanden, sondern auch verschiedenste Musikstile prallten aufeinander. Das breite Musikspektrum wurde aber sehr gut angenommen, so dass nie ein Floor leer stand. DJ's sowie Besucher ziehen ein positives Feedback. Auch, wenn an der Berechnung der Partyströme zwar noch etwas gefeilt werden muss, so ist dieser erste 'Testlauf' von "Unter den Tribünen" dennoch geglückt! Wunderbar. Für das nächste Jahr wird schon weiter geplant. Auf das es noch einmal eine so tolle Partynacht im Dortmunder Stadion gebe!
Unter den Tribünen
9. Juli 2011Signal Iduna Park Dortmund
(anna-lisa konrad)
Fotos: Anna-Lisa Konrad

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