Das FZW verlängerte mit dem Westend Festival nun schon zum dritten Mal die Festival-Saison! Denn wer sagt denn, dass ein Festival immer im Sommer und unter freiem Himmel stattfinden muss? Vom 27. bis 30. Oktober rockten so einige bekannte Bands und Künstler, wie zum Beispiel Kraftklub, Mogwai und Thees Uhlmann die Bühne des Freizeitzentrum West (FZW) in Dortmund. Maximo Park spielten sogar ihr einziges Konzert in diesem Jahr beim Westend Festival!
[ruhr-guide] Der Vorteil eines solchen Indoor-Festivals,
wie dem Westend Festival 2011, liegt auf der Hand: Musiker und Zuschauer sind vor Wind und Wetter geschützt. Schlussendlich hat es zwar nicht geregnet, doch bei den herbstlichen Temperaturen waren die Festivalgänger froh, im warmen FZW feiern zu können. Wie der Name der Location "Freizeitzentrum West" schon sagt, fand das Festival im Dortmunder Westen statt, in der nähe des Dortmunder U. Im FZW werden jährlich ca. 250 kulturelle Veranstaltungen organisiert. Unter dem relativ nüchternen Begriff "kulturelle Veranstaltungen" versteht das Team der Location zum Beispiel ausgelassene Clubnächte, Partys, Konzerte und eben auch das Westend Festival! Organisiert von dem Veranstalter "VISIONS", einem Dortmunder Musikmagazin, war das diesjährige Westend ein voller Erfolg!
Der Auftakt
Der erste Headliner war am 27. Oktober die New York Hardcore Band "Sick of it all". Schon seit 25 Jahren machen sie zusammen Musik und haben logischerweise schon etliche Live-Auftritte hinter sich. Beim Westend Festival 2011 hatten sie unter anderem ihr neues Album "Based On A True Story" mit im Gepäck. Einige interessante Special-Guests wie Shai Hulud und die Band All For Nothing rundeten den Donnerstagabend ab.
Der zweite Festival-Tag
Interessant ging es auch am Freitag, dem 28. Oktober weiter:
Imaginary Cities, Kraftklub und Thees Uhlmann, der mit seiner Band zusammen performte, brachten Stimmung ins Freizeitzentrum.
Imaginary Cities, die schon öfter zusammen mit Thees Uhlmann auf der Bühne standen, haben als erster Act an diesem Abend vollkommen überzeugt. Die Band aus Kanada, mit der charmanten Sängerin Marti Sarbit performte sogar ein Lied über die Kölner Domglocken "Bells of Cologne". Bleibt zu hoffen dass die Indie-Soul-Band bald nicht mehr nur ein Geheimtipp ist.Weiter ging es am Freitagabend mit dem totalen Kontrastprogramm: Die fünfköpfige Band Kraftklub, die eine Mischung aus Indie und Rap macht, lieferte eine fantastische Show ab. Die Jungs aus der „Karl-Marx-Stadt“ Chemnitz waren voller Energie, was vor allem der Frontmann Felix Brummer mit wildem Tanzen bewies! Im Radio sind sie zur Zeit mit dem Titel „Ich will nicht nach Berlin“ zu hören, den beim Westend Festival auch fast alle laut mitgrölten. Egal ob man Rap mag oder nicht: Auf der Live-Bühne machen (und haben) Kraftklub einfach gute Laune!
Thees Uhlmann, der Headliner des Abends, wurde hauptsächlich als Frontmann der Band Tomte bekannt, doch jetzt brachte er sein erstes Solo-Album mit dem einprägsamen Namen "Thees Uhlmann" raus. Abgesehen von Tomte und Thees' Solo-Album hört man ihn aktuell auch auf dem neusten Casper Album als Feature in dem Lied "XOXO"! Seine Single "Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf" dürfte Radio-Hörern und Uhlmann-Fans bereits bekannt sein. Diesen Song brachte er bei seinem Auftritt auf der Bühne des FZW natürlich auch. Doch wer glaubt, Thees würde nur singen, der irrt! Direkt zu Anfang holte er seine Mundharmonika aus der Tasche und auch eine Halbakustik Gitarre kam später noch zum Einsatz. Für alle Tomte-Fans im Publikum spielte er dann noch den Titel „New York“ aus dem Album „Buchstaben über der Stadt“. Mit Humor und ein paar eindeutig schlechten Witzen kündigte Thees seine Songs an. Das Publikum war von der Mischung als Indie-Pop und Balladen begeistert.
Grunge, Alternative- und Indie-Rock
Der Samstagabend war musikalisch nicht mit dem Vortag zu vergleichen. Am Freitag ging es mit Indie, Pop und Rock eher gemütlich zu, doch am Samstag wurde die Boxen voll aufgedreht und Grunge und Alternative-Rock schallten durch den Raum. Den Anfang machte die Grunge-Newcomer Band Japanese Voyeurs. Wenn man sich für diese Musikrichtung nicht interessiert, hört man wohl einfach nur Lärm. Doch wer am Samstagabend genau hinhörte, dem fiel mit Sicherheit die schöne und kraftvolle Stimme der Frontfrau Romily Alice auf.Im Anschluss trat die Alternativeband Therapy? auf die Bühne. Im Gepäck hatten sie ihr zweites Album „Troublegum“, mit Songs wie "Screamager" und "Nowhere", welches sie im FZW in voller Länger spielten. Die Band aus Nordirland hatte sichtlich Spaß an ihrem Auftritt, was sie erfolgreich auf das Publikum übertragen konnten. Viele Therapy?-Fans, die Stilecht im Bandshirt erschienen, tanzten und tobten ca. 45 Minuten lang, bis auch der letzte Akkord gespielt war.
Einige waren danach zwar reif für eine Therapie, doch die meisten
blieben noch um sich die Britische Indie-Rock-Band, und die Headliner des Abends, Maximo Park anzusehen. Die Fünf Jungs, die ihre Band 2003 in Newcastle gründeten, performten Songs wie "Books From Boxes" und "Girls Who Play Guitar". Die Band überzeugte vor allem durch Sänger Paul Smith, der nicht auch nur eine Sekunde stillzustehen schien, sondern das ganze Konzert über tanzte und herumsprang, dass man gar nicht anders konnte, als es ihm gleichzutun. Paul hatte sich auf das Konzert nicht nur mit Gesangs-, sondern auch mit Deutschunterricht vorbereitet: Am allerbesten gingen ihm die Worte „Dankeschön Dortmund“ über die Lippen, doch auch mit Sätzen wie „Ich möchte Hähnchen bitte“ bewies er seine Sprachkenntnisse! Dass Maximo Park in diesem Jahr in Dortmund auftraten war ein wahres Wunder, denn eigentlich arbeitet die Band zur Zeit an einem neuen Album. Der Auftritt am Samstag, 29. Oktober, war ihr einziges Konzert im Jahr 2011.
Letzter Festivalabend im FZW
Der vierte Festivaltag, der sogenannte Instrumentalabend war ebenfalls abwechslungsreich und spannend: Long Distance Calling aus Münster, die sich in die Kategorie Postrock einreihen, eröffneten den Abend. Bohren & Der Club Of Gore brachten ein bisschen Doomjazz auf die Bühne. Wer von dieser Musikrichtung bisher nichts gehört hat, hatte an diesem Abend die Chance, etwas neues kennenzulernen! Mogwai, eine schottische Band, traten als letzte Band auf.Das Westend Festival 2011 war besonders wegen der tollen Bands und Künstler ein voller Erfolg!
Westend Festival 2011
27.-30. Oktober 2011Ritterstr. 20
44137 Dortmund
(Juliane Katzer)
Fotos: Juliane Katzer

Home