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Admiral Black – Phantasmagoric

Er war bereits auf dem besten Weg zum großen Durchbruch, doch dann kehrten er und seine Band dem großen Musikbusiness den Rücken zu und wanderten aus. Erst ging es von Irland aus in die USA, doch letztlich führte der Weg von Shaun Mulrooneys Band Humanzi in die deutsche Hauptstadt. Dort traf Mulrooney dann auf den Produzenten Earl Havin, mit dem er gemeinsam das Solo-Projekt Admiral Black startete. Mit Kraut, Garage und Psych-Pop geht das Duo einen Weg abseits von Mainstream und großen Auszeichnungen.


[ruhr-guide] Mit der 2005 gegründeten BandAdmiral Black Foto: Hazlewood Promotions Humanzi wurde Shaun Mulrooney in Irland zu einer bekannten Nummer und gewann sogar einen wichtigen Preis: den irischen Meteor Award. Eine Auszeichnung, die auch bereits U2 und My Bloody Valentine einheimsten. Somit als beste Newcomer betitelt und eine große Hoffnung im Land, wurde Humanzi der damit einherschreitende Alltag im Musikbusiness zu viel. Frontmann Shaun Mulrooney kehrte seiner Heimat Dublin den Rücken und zog mit seinen Bandkollegen ins ferne Amerika. New York und Los Angeles waren Stationen der neuen Karriere, die durch die Ankunft der Band im deutschen Berlin eine weitere spannende Facette bekam: Als Mulrooney in der CCCP Bar auflegte, kam er mit dem Produzenten Earl Havin ins Gespräch. Ein Mann, der bereits erfolgreich mit Air oder The The zusammengearbeitet hatte. Kurze Zeit später stand fest: Auch Mulrooney würde mit Havin arbeiten. Als Duo unter dem Namen Admiral Black.

Phantasmagoric, die unkonventionelle Platte

„Phantasmagoric“ heißt die aktuelle Platte von Admiral Black und vermischt Krautrock, Garagesound sowie Psych-Pop zu einer kantigen und nachdenklichen Melodie, die sich in den insgesamt zehn Tracks widerspiegelt. Bereits der Opener „Such a Nice Man“ zeigt sich unangepasst. Shaun Mulrooneys mal hauchende, mal raue, mal klagende oder wütende Stimme verleiht den ruhigeren Stücken wie „Closure“ vor dem Hintergrund fließender Pianotöne viel Melancholie und Nachdenklichkeit. In lauteren Tracks wie „Something Dark“ kommt das Zornige und Unkonventionelle von „Phantasmagoric“ zum Ausdruck. Manchmal glaubt man Joy Division herauszuhören, andererseits auch Nine Inch Nails oder die Eagles of Death Metal, vielleicht sogar ein wenig Oasis.

Admiral Black als Tipp für den Herbst

Das Düstere und andererseits auch Admiral Black Foto: Hazlewood PromotionsVerträumte auf Admiral Blacks „Phantasmagoric“ erfasst den Hörer vom ersten Track an und lässt ihn bis zum Schluss nicht mehr los. Ein Album, das sich auf einer einsamen Landstraße im Herbst hören lässt. Das melodische „Crystallised“ ebenso wie das stark durch Rhythmus betonte krautige „Shock Corridors“. Denn der gemeinsame Grundton von Admiral Black in allen Songs stimmt. Man kann heraushören, dass sie von jemandem stammen müssen, dem Glanz und Glamour der Musikindustrie nichts bedeuten. Von jemandem, den das Neue und Unvertraute mehr reizt als ein ausgetretener und vorgezeichneter Pfad zum Erfolg.

Der Weg in eine andere Welt

Während Earl Havin das Album „Phantasmagoric“ produzierte und das Schlagzeug einspielte, übernahm Shaun Mulrooney den Rest. Eine Tatsache, die erneut etwas an Trent Reznor und sein Projekt Nine Inch Nails erinnert. So werden Fans dieses Stils gefallen an Admiral Black finden. Doch da „Phantasmagoric“ eben von einem Mann stammt, der das Bekannte verließ, um neue Wege zu entdecken, steht es ebenso als Angebot für alle, die genau das auch einmal wagen möchten. Musikalisch, vor der heimischen Anlage – und dennoch so eindrucksvoll, dass man beinahe glaubt, beim Hören in eine andere Sphäre zu schweben.

(sarah bauer)

Bildquelle: Hazlewood Promotions





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