Blutgrätschen, taktische Fouls, Zweikämpfe – Der Fußball zählt nicht gerade zu den harmlosesten Sportaktivitäten. Nicht zuletzt bei uns im Revier, wenn die Pille noch über die harten Asche-Plätze gepölt und um jeden Ball gefightet wird. Das die Weltsportart teilweise noch rabiater sein kann, beweisen die jeweils im Winter stattfindenden Polarsoccer-Spiele. Dick bepackt in Eishockey-Montur geht es für die Mannschaften auf spiegelglatter Eisfläche eiskalt zur Sache. Legt ein Spieler auf eine technisch erstklassige Ballbehandlung à la Lionel Messi viel wert, so landet er wortwörtlich schnell auf den Boden der Tatsachen. Denn Kufenflitzer sucht man hier vergebens – dafür sorgen die glattbesohlten Hallenschuhe für eine wahrlich rutschige Partie! Flutlichtspiele feiern bei der 11. Auflage dieser lustigen WM Premiere.
[ruhr-guide] Die Funsportart Polarsoccer erfreut sich einer
immer größer werdenden Beliebtheit:
11.000 Besucher und rund 70 teilnehmende Mannschaften ist eine beachtliche Statistik, die beim Polarsoccer Turnier 2011 auf der Open-Air Eisfläche am Essener Kennedyplatz verzeichnet wurden. Eine respektable Resonanz für diese Trendsportart, aber auch kaum verwunderlich, gebührt dem Gewinner dieses Winterevents gleichzeitig der "Weltmeister"-Titel. Dies kommt nicht von ungefähr – findet diese mittlerweile zum 11. Mal stattfindende "Polarsoccer WM" als Funsportart seine globale Einzigartigkeit. Teilnehmen darf prinzipiell jeder, der das 18. Lebensjahr vollendet hat und mindestens 6 Spieler zusammenbekommt.
Mit der Einverständniserklärung um die besondere Härte der Wettkampfbedingungen folgt die Anmeldung und gleichbedeutend sicherlich die "Blaue-Flecke Garantie". Nichts desto trotz sind Frauen oder Mixed -Teams von den Veranstaltern äußerst erwünscht. Denn beim Polarsoccer steht letztendlich der Spaß im Vordergrund - "Es macht unglaublichen Spaß, weil du dich mit Schuhen auf dem Eis, nicht so wie beim normalen Fußball, bewegen kannst und es oft ein unkoordiniertes Hin- und Hergerutsche ist", so Sebastian Runge, Spieler des Hallenweltmeisters 2011 Stadt Essen on Ice. "Polarsoccer ist sportlich, witzig und im positiven Sinn etwas verrückt.", betonen zudem die Veranstalter.
Damals lediglich unter Eishockey-Fanclubs bekannt
Mit solch einer Beliebtheit hatte man vor gut
20 Jahren nach der Geburt dieses Funsports allerdings nicht gerechnet. Damals lieferten sich nur einige Eishockey-Fanclubs im kleineren Kreis diese eisigen Fußballduelle. Dennoch waren schon zu dieser Zeit die Ausrutscher der zum Teil unbedarft wirkenden Spieler auf Turnschuhen das unfreiwillige Markenzeichen des Polarsoccers. Nach der Jahrtausendwende zeigte der Trend aber eindeutig nach oben. Mit der Entwicklung einer neuen Open- Air Veranstaltungsreihe in den Wintermonaten, folgte 2002 dann das ersehnte Turnier, bei dem im Vergleich zum letzten Wettkampf bescheidene 16 Mannschaften antraten. Mit Berichten im Privatfernsehen und dem Lokalsender Radio Essen war das mediale Interesse dagegen schon zu den Anfängen vorhanden.Dass es beim diesem actionreichen Winterevent "nur" bei blauen Flecken oder leichten Blessuren bleibt, ist den Veranstaltern zu verdanken, die jeden Teilnehmer eine komplette Eishockeyausrüstung zur Verfügung stellt. Gleichwohl ist das Sportler-Risiko beim Fußball auf Eis präsenter denn je. "Beim Polarsoccer kannst du dich sehr leicht verletzen, durch das ständige Hinfallen. Am meisten werden die Handgelenke durch das ewige Abstützen beim Fallen in Mitleidenschaft gezogen!", sagt Sebastian Runge.
Spielprinzip vom Polarsoccer
Es stehen jeweils 4 großzügig gepolsterte und
behelmte Spieler pro Mannschaft auf dem Eis. Ein Match dauert 10 Minuten, welches ohne Seitenwechsel und längere Unterbrechungen gespielt wird. Demnach können die eingewechselten Spieler direkt ins Spielgeschehen eingreifen. Beim Polarsoccer lautet die Devise: "fliegender Türhüter".
Dort gibt es keinen festen Keeper – der Spieler darf sich maximal 3 Sekunden im eigenen Torraum aufhalten, andernfalls erhält der Gegner einen fälligen 7 m–Strafstoß. Starke Paraden sind beim Strafstoß allerdings Mangelware. "Du musst dich auf die Linie des Tores starr hinstellen, wie ist dir selbst überlassen, am besten so, dass man so viel wie möglich mit dem ganzen Körper im Tor zustellt." beschreibt Sebastian Runge, die begrenzten Möglichkeiten des Torhüters. Bei Bewegung zählt das Tor sofort. Jedoch sind im laufenden Spiel reichlich Tore garantiert, durch das Prinzip des "fliegenden Türhüters".
Mit der Handvorlage zum Torerfolg
Der weitere feine Unterschied zum Fußball ist
, das beim Polarsoccer alle Körperteile eingesetzt werden dürfen. So kann sich der Spieler einen hohen Ball getrost mit der Hand vorlegen und zum Volley ansetzen. Jedoch ist ein Zuspiel und das Verhindern eines Gegentores mit den Händen verboten und wird ebenfalls mit einem 7 m–Strafstoß geahndet. Als eine Mischung aus Fußball und Eishockey geht diese Funsportart zweifellos härter zur Sache - überharter Körpereinsatz und fiese Grätschen werden hingegen mit 3-Minuten Strafen geahndet. Bei Wiederholung folgt der Match-Ausschluss.Mittlerweile können die Spieler ihren Torinstinkt auf der Open-Air Eisfläche am Kennedyplatz bei der "Polarsoccer WM" unter Beweis stellen. Das Turnier findet an zwei Wochenenden im Februar statt, wobei am ersten Freitag und Samstag die Vorrunde gespielt wird. Am folgenden Wochenende geht bei den Zwischenrunden und dem Finale um die Wurst. Auf die 11. Auflage der "Polarsoccer WM" dürfen wieder alle gespannt sein – nicht zuletzt durch die neu eingeführten Flutlicht-Spiele, die jeweils Freitags stattfinden.
Ambitionierte Teams und alle Liebhaber des Sports können sich seit dem 12. Januar 2012 zur kommenden Polarsoccer-WM unter polarsoccer.de anmelden. Der ruhr-guide wünscht ein tolles Winterevent!
Polarsoccer WM
Auf der Open-Air Eisfläche von Essen on IceAm Kennedyplatz
Vorrunde
Freitag, 10. Februar: von 17 - 22 Uhr (Flutlicht-Spiele)
Samstag, 11. Februar von von 09 - 17 Uhr
Zwischenrunde
Freitag, 17. Februar: ab 19 Uhr (Flutlicht-Spiele)
Finale
Samstag, 11. Februar
Anmeldungen ab dem 12. Januar unter polarsoccer.de
(dl)
Fotos: Pureum, Polarsoccer

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