Unter freiem Himmel und bei bestem Wetter tanzte das Ruhrgebiet am Samstag, 31. Juli 2004, zu den Juicy Beats im Westfalenpark. Liveacts, DJs und VJs sorgten auf 12 Areas für die richtige Partystimmung und fruchtigen Spaß.
[ruhr-guide] Erdbeere, Orange, Birne, Zitrone, Ananas, Apfel, Pfirsich, Kirsche und Pflaume wiesen
den Weg durch den weitläufigen Westfalenpark und bezeichneten die verschiedensten Areas der Open Air Party. Von House und Electronic Beats über Drum'n'Base und Broken Beats zu Electro Clash, von Chill Out über Nu Jazz bis zu Techno und Elektro: die Juicy Beats 9 hatten für jeden Freund der elektronischen Musik das Passende. Bis 17 Uhr war das Festivalgelände im Dortmunder Westfalenpark eher spärlich besucht. Familien mit Kindern blickten irritiert auf das bunte Partyvolk, das sich vor allem noch unterm Sonnensegel niederließ. Hier machten Funky Silence ihrem Namen alle Ehre, und stimmte die wenigen Anwesenden mit tanzbarem Sound auf die lange Partynacht ein.
Die große Partywiese, der Apfel, war dann spätestens um 18:30 Uhr mit dem Auftritt von Erobique voll besetzt.
Als "Gartenparty im Schrebergarten" bezeichnete der Münsteraner und Teil von International Pony das, was er von der Bühne aus erblickte. Seine treibenden Discobeats rissen selbst den letzten Tanzmuffel von der mitgebrachten Decke. Stets improvisierend und die Situation interpretierend holte Erobique alles aus seiner Rhythmusbox und seinem Keyboard. Nach ein paar Stücken bekam er Unterstützung von Egoexpress, dem Hamburger Urgestein der elektronischen House- und Technomusik.
Nach diesem ersten Highlight bei den Juicy Beats folgten zahlreiche DJ-Sets in den verschiedenen Open Air-Areas sowie Indoor. Dies erforderte eine gewisse Koordinationsgabe hinsichtlich der Programmgestaltung und der Orientierung in dem großen Park. Wem die Suche nach der Kirsche - oder war es doch die Pflaume - zu anstrengend wurde, fuhr einfach quer durch den Westfalenpark mit der Kinderbahn, die anlässlich des Festivals eine enorme Geschwindigkeit vorlegte. Insgesamt verteilten sich die ca. 15.000 Besucher ob auf den Wiesen oder in den Areas, so dass das Gefühl von Überfüllung und Enge nicht aufkam. Nur an den Bierständen bildeten sich nicht nur wegen der schwülen Wetterlage lange Schlangen.
Zum Top Act der Juicy Beats 9 versammelten sich
alle wieder vor der großen Konzertbühne auf der Festwiese und genossen den Sound und das Aussehen des Jimi Tenor. Gewohnt exaltiert arbeitete der Finne an den schrägen Sounds und wurde von einer großen Band mit afrikanischem Sänger begleitet. Für ein Elektronikfestival war er vielen Besuchern zu jazzig und anstrengend und so füllten sich die kleineren Areas, wie zum Beispiel die zur Sauna mutierte Pferdegöpel schon wieder schnell mit Tanzwütigen. Und getanzt wurde bis zum frühen Morgen. Bester Electro Clash made in Berlin oder harte Technorhythmen aus Köln begeisterten das Partyvolk im Seepavillon.
(sl)

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