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Die Kolonie Eisenheim in Oberhausen

Hier kann man sie noch finden, die klassische Ruhrgebietsromantik. Bänckchen vor dem Haus, Taubenschlag auf dem Dach und die ganze Siedlung hält zusammen, komme was da wolle ­- das Leben kann so schön sein! Ein Besuch in der ersten Arbeitersiedlung des Ruhrgebiets, der Kolonie Eisenheim.


[ruhr-guide] Häuser und Wege reihen sich aneinander. Schmale Wege schlängeln sich durch gepflegte Gärten. Dazwischen sieht man hier einen Taubenschlag, da ein paar Die Kolonie Eisenheim in Oberhausenangepflanzte Reben. Vor vielen Häusern stehen eine Bank und Tisch, man sitzt zusammen und schwatzt, Ruhrgebietsidyllklischee erster Güte.

1846 gegründet, ist die Arbeitersiedlung Stahlhausen in Oberhausen die älteste des Ruhrgebiets. Ursprünglich wurde die Siedlung angelegt, um qualifizierte Arbeiter hierher zu holen und zu halten. Die Initiative dazu ging von Wilhelm Fueg aus, der damals Chef der "Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel und Huyssen" war. Er brauchte qualifizierte Arbeiter für die Walzwerke seiner Firma und da der Wohnungsmarkt knapp war, gründete er die Kolonie Eisenheim.

Nach und nach wurde die Siedlung erweitert, auch Bergleute siedelten sich an. In mehreren Bauphasen entstanden hier 51 Häuser in denen um 1900 etwa 1.200 Menschen lebten. Die Bauweise der Siedlung berücksichtigte die ländliche Herkunft der meisten Arbeiter, jede Wohnung verfügte über einen Garten und Stall, so konnten Obst und Gemüse gepflanzt und Vieh gehalten werden.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs drohte der Abriss der Kolonie Eisenheim. Der jetzige Eigentümer, die Hüttenwerke Oberhausen AG, wollte lieber abreißen als instandsetzen. Zunächst wurden die Meisterhäuser eingeebnet, doch dann verzögerte und verschleppte sich schließlich der weitere Abriss. Der neue Eigentümer Thyssen plante in den 60er Jahren erneut den Abriss der Siedlung um an dieser Stelle Hochhäuser zu errichten.

Doch die Eisenheimer Ein typischer Taubenschlag in der Kolonie Eisenheim in Oberhausensetzten sich zur Wehr. Sie liebten und lieben auch heute noch ihre Siedlung, die engen nachbarschaftlichen Beziehungen und den Zusammenhalt der Bewohner untereinander. Mit großem Engagement, Ausdauer und einer geschickten Öffentlichkeitsarbeit gelang es schließlich, Thyssen zum Einlenken zu bringen. Unter Beteiligung der Bewohner wurden die Häuser renoviert und in den heutigen Zustand versetzt. Die Initiative der Eisenheimer war in der Folge Vorbild für weitere Bürgerinitiativen, die mutig den Großkonzernen entgegentraten.

Die ganze Geschichte der Kolonie Eisenheim und die ihrer Bewohner findet sich in der gesamten Kolonie verteilt. Das Projekt "sprechende Stadt" hat alle Häuser beschildert. Hier erfährt der Besucher alles von der Gründung der Kolonie über die Bedeutung der Taubenzucht im Ruhrgebiet oder den erfolgreichen Protest der Bewohner.

Der ortsfremde Volks-Museum: Die Kolonie Eisenheim in OberhausenBesucher erhält ein Bild des Ruhrgebiets, das es so nur noch an sehr wenigen Orten gibt, aber immer noch stark verwurzelt in den Köpfen der Menschen hier ist. Der Besuch ist sicherlich nicht spektakulär, vermittelt aber einen guten Eindruck der Sozialgeschichte des Ruhrgebiets. Aber Rücksicht ist geboten, immerhin ist Eisenheim kein Freiluftmuseum sondern immer noch eine Wohnsiedlung. Vertieft werden kann der Eindruck in dem Volks-Museum Eisenheim, welches mitten in der Siedlung zu finden ist. Es werden auch Führungen angeboten.

Rheinisches Industriemuseum

Museum Eisenheim
Berliner Straße 10a
46117 Oberhausen

Erwachsene 1,50 €
Kinder 0,50 €
Schüler (2 Begleitpersonen frei) 0,50 €

Führungsentgelte (bis 25 Personen):
Di - So:
Erwachsene 28 €
Schulklassen 28 €
Einzeltarif 1 €
Kindergeburtstag 60 €

Reguläre Öffnungszeiten Volks-Museum Eisenheim:
von Ostersonntag bis 31. Oktober:
an Sonn- und Feiertagen von 10 - 17 Uhr
Gruppen können aber zu jedem verabredeten Zeitpunkt das Museum besichtigen!

Besucherzentrum Rheinisches Industriemuseum

(Informationen zu allen Schauplätzen)

kiR - kulturinfoRheinland
Lise-Meitner-Str. 4
50259 Pulheim - Brauweiler

Tel: 0 18 05/74 34 65 (0,12 €/Min.)
Fax: 0 22 34/99 21 300
E-Mail: info@kulturinfo-rheinland.de

(Johannes Zillhardt)







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